Wale die durchs Meer treiben (2)

Lesen half nicht, in diesen Tagen. Ich hatte es versucht. Vor allem mit dem Internet, hatte ich versucht, mich abzulenken. Aber je mehr ich las, umso weniger wollte ich lesen, umso mehr bekam ich das Bedürfnis, nichts mehr zu schreiben; oder wollte Geschriebenes für immer in der Schublade verschwinden zu lassen oder unter einem Berg Papiere. Oder es verbrennen!
Weil alles falsch ist! Wenn man es nicht aus Sehnsucht nach Bestätigung liest: ist alles falsch oder halb wahr, überzeichnet, erlogen, zu kurz gedacht. Lesen hilft nicht, aber schreiben, weil es erleichtert.
Man sollte es nur, am Ende, wie Kafka halten und versuchen, alles zu vernichten, ehe ein fremder Blick darauf fällt.

Also schrieb ich, spärlich, wie ein Kranker Nahrung zu sich nimmt, so gab ich Gedanken von mir. Ich schrieb nicht aus Freude, sondern, weil ich nicht aufhören konnte zu schreiben. Ich schrieb, wie das Meer fühlt, schwankend, unruhig, mit einer Welle kommend, mit einer sich zurückziehend, gebend und nehmend, unruhig, sich endlos widersprechend, in diesem Hin und Wider.

Die Sonne ist klarer. Sie strahlt! Es sind Wolken, die sie verdunkeln, die sich vor sie schieben oder die Erde die sich abwendet. Die Sonne kennt nur dieses Strahlen, dies, sich verausgaben und wärmen und auch verbrennen und ausdorren. Die Sonne hat keinen Widerspruch, sie hat etwas Unerbittliches.

PGF 10/19

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