Wale die durchs Meer treiben (4)

Oktober

Ich mag diese tief fliegenden bleifarbenen Wolken, bei denen man weiß, dass man bald, in eine Decke gehüllt, mit einem Buch auf dem Schoß, auf dem Sofa sitzen wird, während dicht fallende Regentropfen gegen die Scheibe schlagen. Man wird nicht lesen, sondern träumen und trauern über das Leben und sein vergängliches Glück.

Aus dem Unbestimmten was man fühlt, bilden sich Gedanken und Stimmungen, die man mit niemand teilen kann, denn erzählen kann man erst, wenn man zusammenhängend fühlt, solange man fragmentiert zwischen Emotionen wechselt, ist man nicht in der Lage sie mitzuteilen.

Deshalb gefährdet einen großen Text, jede große Lebenskrise, die die grundlegende Stimmung zum Einsturz bringt. Die ganz anderen Themen, einen anderen Stil fordert, die eine Disharmonie zum bestehenden Text darstellt.
Darum leben Schriftsteller gerne zurückgezogen und einsam.
Es geht darum Takt, Tempo und Melodie, über einen langen Zeitraum zu halten, unter allen Umständen, damit irgendwann, irgendjemand, der während der Regen gegen die Scheibe klopft, diese, auf Seiten fest gehaltene Stimmung, auf dem Schoß halten kann und ins Träumen und Trauern geraten, über das Leben und sein vergängliches Glück …

10/19 PGF

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