Wale die durchs Meer treiben (5)

Die Tage waren noch einmal schön, ehe sie kühl wurden. Das klingt, wie das Leitmotiv des Alterns.
Ich mag diese Zeit, wenn das Herbstlaub ein letztes Mal in leuchtenden Farben, als wäre es Lack, die Äste schmückt und sich strahlend vom blauen Himmel abzeichnet, ehe es, braun und verwelkt zur Erde taumelt.
Früher schrieb ich in dieser Zeit gerne Gedichte, harmlos-romantische Herbstgedichte. Aber jetzt war mir, obwohl Wochen vergangen waren, noch immer nicht nach reden, nicht nach schreiben, nur nach schweigen.

Ich wusste, es wird sich ändern. Irgendwann würde ich, wie jemand der lange nicht mit anderen gesprochen hat, zum Schreiben kommen: schwerfällig und ungeübt, als müsse ich meine Stimme finden und wieder gebrauchen lernen, wie einen eingeschlafenen Arm, den man schüttelt, bis er langsam fühlbar wird. So würde ich, irgendwann, stoßweise Worte finden und wieder in Fluss kommen.

Es ging immer weiter und weiter. Bis es zu Ende geht …

10/19 PGF

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