Wale die durchs Meer treiben (11)

Dann trafen wir uns und einen unvernünftigen Moment lang, nahm ich an, dass damit alles, von allein schön werden würde, weil du in mein Leben kamst, wie nur die richtigen Dinge ins Leben kommen: wie man einen Freund unverhofft kennenlernt, Lösungen, wie zu geflüstert findet, im passenden Moment den richtigen Satz auf den Lippen hat, wenn so vieles, falsch gesagt sein könnte; wie man sich verliebt.
Aber so, wie man im Januar keiner Frühlingsahnung glauben sollte, sondern geduldig bleiben musste, so musste auch ich besonnen bleiben. Ich musste dich hören und sehen, in deiner Suche und durfte nicht blind dich zum Ziel meiner Suche machen.

Denn das macht die Sehnsucht aus, dass wir insgeheim alle nach Verbindungen suchen, nach einem Muster welches erklärt was wir erleben, welches zu einem Sinn und damit zu einem Trost führt, weil das alles Leid, alles Weh, alle Verluste erklären würde, die wir im Kleinen und Großen erleben. Welche zu ertragen sind, wenn die Welt, wenn das Leben einen Sinn hat. Wenn durch, alle Schritte, Verluste und Veränderungen, etwas Großes und Schönes werden kann, wenn wir sie erdulden, wie mit jeder Wehe Leben wird.

Ich weiß von diesem Tag nicht mehr viel, weil ich ihn nicht wahrnahm, neben dir. Da wir Zeit hatten setzten wir uns in ein Café und erzählten: die Zeit ging schneller vorbei, als uns die Themen ausgingen und nachdem du gingst, verbrachte ich den Rest des Tages damit nachzuhorchen, was du in mir ausgelöst hattest.
Es war nicht ein Gefühl, nicht eine Gruppe ähnlicher Gefühle, sondern eine wilde Mischung von Gegensätzlichem: Ich hatte Angst vor dem was ich fühlte, weil ich gerade bei mir heimisch geworden war. Ich hatte Angst, dass es dir ähnlich ging und für dich unsere Begegnung, nicht mehr als Zufall war. Und hatte Angst, dass du ähnlich verunsichert sein könntest und daran alles scheitern würde.
Zugleich war in deiner Nähe alles gut! Als würde alles in dir Ja zu mir sagen und alles in mir Ja zu dir.
Also zweifelte ich.
Und tröstete mich: mit deinen Blicken, deinem Lächeln und deinem Duft.

11/19 PGF

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