Was heißt hier fertig?

Tja, also einmal runtergeschrieben wäre das neue Skript. Es hat einen Anfang und ein Ende und einen erkennbaren Plot, so viel kann ich sagen.

Aber ist der Plot stimmig?
Sind die Charaktere ausgearbeitet?
Die Schauplätze fühlbar?
Die Spannungswellen implantiert?
Die Intention erfüllt?

Neee! In dem Sinn ist nichts fertig. Da kann ich noch nicht einmal behaupten, ich hätte ein Skript heute zu Ende geschrieben. Es ist nicht rund. Oder – rund schon, aber löchrig.
Nicht, dass ich den Moment nicht kenne. Das ist der Punkt, an dem man sich immer, am Ende der 1. Niederschrift befindet. Ich bin sogar überzeugt, dass gute Werke dadurch entstanden sind, dass ihr Verfasser die 1. Niederschrift, nicht mit dem fertigen Werk verwechselt hat. Dass ab hier, gar nicht mehr Talent oder Kreativität oder Qualität entscheidend ist, sondern nur noch Fleiß.
Das Werke gelingen hängt damit zusammen, dass der Autor sich nicht selbstzufrieden zurücklehnt, wenn nichts weiteres geleistet ist, als das, was jeder, mit ein bisschen Spaß am Schreiben leisten kann.
Es ist sicher keine Schande, an diesem Punkt auszusteigen und sich gegen die Opfer zu entscheiden, die jetzt notwendig sind: ein dauernd kritischer Blick auf das eigene Werk, Zeit, sich für den Schreibtisch und gegen Geselligkeit entscheiden.
Womit gar nichts gewonnen ist. Denn die Zeit zeigt, dass wir in einem Zeitalter leben, in dem die 1. Niederschrift durchaus genügen kann. Es ist eine Zeit, der Quickies und Tinder genügen. Liebe und Schicksal findet man auf diesem Weg nicht.

Aber, da man vermutlich keinen Marathon, nach einem Marathon laufen sollte, versuche auch ich damit zufrieden zu sein, das Ziel erreicht zu haben, weil eine Pause unumgänglich ist, um die „Leistung“ zu wiederholen.

Leid tut es mir nur, für die Probeleser, die ihre Unterstützung angekündigt haben und die nach dem letzten Skript, dass auch keinen Abschluss fand, wieder warten müssen. Die haben ja auch andere Hobbies … Aber es hilft nichts: Was noch Zeit braucht, braucht noch Zeit.

Um im Bild zu bleiben: Ich halte mich jetzt mal eine Weile mit Kurzstrecken fit und lasse das Entstandene ruhen. Ich muss mir klar werden, wie ich weitermachen möchte. Vielleicht nehme ich eine der letzten Kurzgeschichten auf den Schreibtisch und bereite sie, für den Storyteller vor. Das würde das finanzielle Risiko überschaubar machen. Vielleicht muss dieses Manuskript neben der Zeit, auch den Weg, erst noch finden?

Genießt den Abend 🙂

PGF

2 Kommentare

  1. Wow… Du meinst es sehr ernst mit dem Schreiben. Und bist bereit all die Fleißarbeit hinein zu stecken, die es offensichtlich braucht, um ein Werk rund und stimmig zu bekommen.
    Es an diesem Punkt erst mal beiseite zu legen scheint mir eine kluge Entscheidung. Es ruhen und reifen lassen in dir. Bis du weißt, wie es sich noch entwickeln soll oder kann. Denn an dem Punkt ist es sicher auch wieder möglich mit der nötigen Geduld weiter dran zu arbeiten.

    Du schreibst: Es ist eine Zeit, der Quickies und Tinder genügen. Liebe und Schicksal findet man auf diesem Weg nicht.
    Letzteres liegt auf der Hand. Weshalb ich glaube, dass ersteres auch nicht genügt. Es wird so praktiziert, durchaus. Aber dahinter stecken Menschen, die mehr oder weniger leer sind und sich nach mehr sehnen. Ob nun mehr oder weniger bewusst.

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