Die Berge

Von meinem Zimmer aus sieht man die Berge.
Der Schnee auf ihren Gipfeln leuchtet zu mir herüber und ich freue mich, über die erhabene Ruhe, die sie ausstrahlen.

Das letzte Jahr war ruppig mit mir.
Von Vielem fiel die Farbe ab und wo Licht schien, blieb nur ein Schatten zurück und die kalte Erkenntnis, wie naiv ich im Lieben war.
Ich habe in dieser Zeit oft zu den Bergen hinüber gesehen. Sah, wie die grünen Hänge vom Herbst verschluckt und die scharfen Gipfel vom Schnee begruben wurden. Tagelang waren die Berge hinter Wolken verschwunden oder trugen Regen, Schnee und Sturm, wie Wanderer die durch die Nacht ziehen.
Sie rührten sich nicht. Die Welt war ruppig!

Jetzt klaren die Tage wieder auf. Die Gipfel leuchten kraftvoll im Mittagslicht und an den Hängen hinab ins Tal setzt sich das Grün fröhlich gegen das Grau des letzten Jahres durch.
Oft vergesse ich, vom Schreibtisch aufzusehen und arbeite mich an Rechnungen, Szenen, Einkaufszetteln, To-Do-Listen, Notizen, ungelesenen Kontakten, fertigen Kapiteln ab – aber dann hebe ich den Blick und alles ist gut.

02/20 PGF

8 Kommentare

  1. Das Wort „ruppig“ drückt in dem Zusammenhang relativ plastisch aus, wie es sich für dich angefühlt hat. Ich mag dir von Herzen gönnen, dass es leichter wird. Auf dass dich ein wenig sanfte Frühlingswärme auch im Herzen anrühren möge.

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