80000 Wörter

Was habe ich mich früher gewehrt, gegen das Handwerkszeug jedes Schriftstellers: Recherche – Pfui! Plotten – Bäh! Figuren vorab gestalten – Igitt! Text nach formalen Kriterien erstellen – ekelhaft! Wörter zählen – ein Affront!

Nun, manches ist geblieben. Bei anderem musste ich die Verweigerungshaltung schon überdenken. Recherche schätze ich mittlerweile, plotten eher so nebenher, Figuren gestalten hängt ab von der Textgröße, formale Kriterien erfüllen ist wie Training, Wörter zählen ist die einzige Chance (als Selbstverleger) um zu ermessen, wie teuer das Vergnügen bei der Veröffentlichung wird.

Aktuell habe ich für das Manuskript, welches entstehen soll, die persönliche Maßgabe von 50 A4-Seiten, als Umfang der sich finanzieren lassen müsste und zu einem vernünftigen Kaufpreis angeboten werden kann.
Irgendwie kam ich, von einer Normseite ausgehend, auf 80000 Wörter die ich dafür schreiben muss.

Ich war die letzten Tage ziemlich fleißig an dem neuen Skript, aber, wie oft ich auch auf die Zahl der Wörter blickte, der 4-stellige Bereich hielt sich hartnäckig.
Das löste eine ernsthafte Schaffenskrise aus, weil ich mir nicht vorstellen konnte, bei dem intensiven Tempo bis Ende April annähernd auf den Textumfang zu kommen, der notwendig ist, um am Storyteller teilzunehmen.

Fleiß und Fortschritt kamen nicht in Relation zu Ziel und Geschwindigkeit. Ich muss ja auch noch Überarbeitungszeiten einrechnen. Der Druck führte mich hartnäckig zu der Frage, wie ich das schaffen soll?

Nach einer weiteren erfolgreichen Schreibeinheit heute, dachte ich mir, so! das muss jetzt aufhören. So macht das alles keinen Spaß.

Also Taschenrechner raus: Normseite a 1650 Zeichen mal 50 Ergebnis 80000 soundsoviel. Kopfschütteln. Okay dann halt mit 1200 Zeichen: 60000. Finde den Fehler …
Ach! Zeichen nicht Wörter. Nicht 80000 Wörter, sondern 80000 Zeichen. Hastiger Blick: Wo bin ich? Bei über 25000 🙂

Also nicht erst magere 5 % sondern beinah schon bei 30 % …

Leute, der Druck ist immer nur in unserem Kopf und beruht meist auf einem klitzekleinen Denkfehler.

In diesem Sinn: Entspannten Samstagsabend

PGF

12 Kommentare

  1. Puh, Gott sei Dank und: Herzlichen Glückwunsch. Es ist schon nicht ganz einfach kreativ zu sein und dann so öde technische Fakten nebenher auch noch mit einzuberechnen und das alles unter Zeitdruck. Da kann einem schon ein Denkfehler unterlaufen.

    Aber jetzt kann es hoffentlich entspannter weiter gehen! Bei deiner Disziplin schaffst du das, ist mein persönlicher Eindruck.

    Gefällt 1 Person

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