Supernova (5)

Der Kollaps der Wirtschaft war viel tiefgreifender, als irgendjemand geahnt hatte. Das lag daran, dass manche Maßnahme, zu früh gestartet worden. Aber nicht beendet werden konnte, weil das Schlimmste noch kam. Während am Anfang noch eine gewisse Heiterkeit, über den verordneten Urlaub, bestand, zeigte sich mit der Zeit, dass damit eine verheerende Wirtschaftskrise einher ging.
Den Aufmerksameren war schon früh aufgefallen, dass die Firmen, kaum, dass der Virus seine ersten Auswirkungen zeigte, nach Notkrediten und Unterstützung verlangten. Besitzen, so stand still die Frage im Raum, die Firmen kein Eigenkapital, kein Notreserve, um nach den fetten Jahren, magere Jahre zu überstehen?
Sie besaßen nichts von beidem, weil die fetten Jahre, fett gefeiert worden waren, im festen Wissen, dass den Preis jemand anders zahlen würde. Es zeigte sich, dass es kein Problem war in guten Phasen und für echten Erfolg Champagner zu trinken, das Problem war, wenn er so umfangreich gesoffen wurde, dass für die schlechten Tage nichts blieb. Ja, dass es so sehr an Charakter fehlte, dass immer noch nach Champagner verlangt wurde, obwohl längst die Zeit zum Wasser trinken gekommen war.
Die Wirtschaft war, das zeigte sich, eine Chimäre gewesen. Die Banken hatte Kredite vergeben, mit Geld das sie gar nicht besaßen. Die Firmen hatten mit Werten spekuliert die nur hypothetisch waren. Die Verantwortung das eigene Unternehmen so krisenfest zu machen, dass es Stürme aushalten konnte, war nie vorhanden gewesen. Die Gier es den Aktionären schnell zu besorgen, hatte alle Vorsicht fahren lassen. Schnelles Geld, schnelles Wachstum, Megareichtum, Massenarmut, jetzt rächte sich ein System, dass die einen wie Vampire ausgesogen hatten und die anderen aus Bequemlichkeit nie hinterfragten.
Ein Stein fiel nach dem nächsten: Firmenbankrott, Entlassungen, fehlende Flexibilität und Alternativen, Verarmung, Verfall, soziale Unruhen. Stützen konnte ein Staat ein System eine Weile. Aber wie sollte ein kapitalistisches System über Monate, ohne Leistung überleben?
Es gab Ausnahmen. Speziell im Sport zeigte sich ein ausgeprägtes Bewusstsein, für die Privilegien in den guten Zeiten, die Verantwortung in den schlechten zu zeigen. Aber die, die ohne Gesicht und im Hintergrund, bis auf den Knochen das Fleisch genagt hatten, die blieben versteckt, in ihren geheimen Palästen und machten sich bereit, sich in die Südsee abzusetzen, auf irgendeine Insel, zu der der Mob nie schwimmen konnte.
Und wie stand es, in dieser düsteren Zeit, um die Liebe?

03/20 PGF

3 Kommentare

  1. Ja, der letzte Satz lässt nachdenken… Die Liebe wird in diesen Zeiten auch hinterfragt. Wo ist sie, in welchem Gewand zeigt sie sich in diesen Zeiten der inneren Nöte.

    Einzig das Versäumnis während der fetten Jahre Rücklagen zu bilden…, da bin ich nicht sicher, ob man das wirklich so verallgemeinern darf. Die Kommentare zu einem gelesenen Online-Artikel legten mir eher nahe – auch wenn ich das Geschriebene nicht überprüfen kann und keine eigene Erfahrung habe wie es damit wirklich steht – dass sogar in der „reichen“ Schweiz viele Kleinunternehmer gar nie fette Jahre gehabt hatten, sondern gerade so über die Runden kamen, auch weil manche von der Kündigung im Alter in die Selbstständigkeit gezwungen wurden, wobei diese nur das Nötigste abdecken konnte. Die sind tatsächlich ganz schnell weg vom Fenster, wenn so eine Krise länger als ein/zwei Monate dauert.

    Ich wünsche dir einen kraftvollen Wochenbeginn, auch wenn die Krise noch nicht einmal den Höhepunkt erahnen lässt.

    Liebe Grüße
    Marion

    Gefällt 2 Personen

    Antworten

    1. Liebe Marion,
      da muss ich natürlich bei Vielen Abbitte leisten für mein pauschales Urteil. Ich bin auch weit entfernt von der Reichenschelte, die keineswegs die Kleinbetriebe umfasst. Aber, wenn die Globalplayer nach einem Tag, angreifbarer wirken, als die Obdachlosen, für die noch kein Rettungspaket geschnürt wurde, dann drängelte es mich, mich zu wundern …

      Dir ist der Start, hoffe ich gut gelungen. 🙂

      Gefällt 1 Person

      Antworten

Schreibe eine Antwort zu pgeofrey Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.