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9. Der Bus kommt

Na, sind Sie soweit? Wenn er pünktlich ist, sollte der Bus in fünf Minuten da sein. Und ich mag Sie nicht mit einem offenen Ende zurücklassen.
Sie meinen im Bus hätten wir auch noch ein wenig Zeit. Ja, das stimmt, aber wir sollten vorsichtig sein. „Die Verschwörung hat ihre Ohren überall“, pflege ich zu sagen, „außer an Bushaltestellen.“
Also von Tegel nahm ich ein Taxi und kam hierher, um auf Nummer 34 zu warten, damit der mir den kostbaren Saft abnimmt und ich erfahre, wie mein Leben für die Force X weitergehen soll.
Sie wundern sich vielleicht, warum ich so fatalistisch, diesem Weg gefolgt bin. Ich ein Ausnahmegenie und Jahrhunderttalent.
Ich gebe gerne zu, dieser Augenblick, ist auch für mich ein Moment des Innehaltens und Fragens, wie es mit meinem Schicksal weitergeht. Man landet im Leben, ja immer wieder an solchen Crossroads und weiß nicht, in welche Richtung der Wind einem weht.
Ich habe dafür eine ganz einfache Lösung.
Wissen Sie, man darf die Spur nicht verlassen, sonst tut es weh. Wenn Ihnen Ihr Leben weh tut, dann sind sie nicht in der Spur. Gott ist da gnadenlos und behält es sich vor, allein darüber zu entscheiden: was innerhalb seiner Klammer liegt und was außerhalb. Ob das immer der Moral der Allgemeinheit entspricht, tut da nichts zur Sache. Irdische Gerichte stoßen an Grenzen, wenn es um die Bewertung des Schicksalhaften einer Tat geht.
Sehen Sie, wenn Gott, einen Menschen hervorbringen will, dann nimmt er zwei Menschen lässt sie sich paaren und mit dem Ergebnis arbeitet er weiter. Er sucht zu diesem Stück, das passende zweite Stück, welches er herstellen ließ und bringt die beiden zusammen, damit eine verfeinerte Version, der ursprünglichen Versionen entsteht. Diese Version paart er mit dem nächsten Werkstück. Und das geht so weiter und weiter, bis am Ende einer langen Kette, die keiner überblickt, außer Gott – deshalb trägt er diesen Titel ja – das Endergebnis herauskommt: Ghandi, Polpot, Jesus, Goebbels, Buddha, Bin Laden. Die machen dann etwas, was wir vielleicht doof finden, aber Gott lässt sich da nicht dazwischenreden. Möglicherweise ist es ihm auch nur unangenehm, ein Geschöpf fallen zu lassen, in welches er viel Arbeit gesteckt hat, nur weil es nicht perfekt geworden ist.
Haben Sie schon mal lange an etwas gearbeitet: ein Buch, ein Bild oder ein Haus gebaut oder ein Unternehmen gegründet. Würden Sie nach fünf Jahren sagen: „Ach ich lasse es, doch nicht so ganz gut.“ Er müsste das nach, sagen wir, 12 Generationen und dann macht er halt weiter. Damit wissen Sie auch Bescheid, warum die Schöpfung unvollkommen ist: Gott würfelt nicht, er hat aber auch keinen Bock, sich eine Menge Arbeit umsonst gemacht zu haben.
Deshalb zieht er durch und wir müssen auf dem Weg bleiben, den er uns bestimmt hat. Mein Weg ist Nummer 34 im Bus zu treffen, die Ampulle übergeben und darauf warten, dass mich ein Auftrag nach dem nächsten zur Nummer 1 macht. Aus Ihrem Blickwinkel kann das ein Fehler sein, aber ich würde früher und schlimmer scheitern, würde ich nicht erfüllen, was mir aufgetragen wurde.
Nein, ich finde nicht, dass das mit Fanatismus zu tun hat.
Der freie Wille? Ach hören Sie mir auf damit. Der reicht vielleicht aus, um sich bei der Milch, für die mit 3,5% zu entscheiden statt für die mit 1,5%, aber die wirklichen toughen Entscheidungen, die trifft jemand in der Etage über uns.
Ob ich weiß wer die Nummer 1 ist? Nein, keine Ahnung, erfährt man erst als Nummer 2.
Ach Sie meinen Gott wäre, nach meiner Betrachtung Nummer 1. Neee!
Wenn ich raten soll: Nummer 1 ist – ach der Bus kommt.

08/20 PGF

9. The bus arrives

Well, are you ready? If he’s on time, the bus should be here in five minutes. And I don’t like to leave you with an open end.
You mean on the bus, we’d have a little time. Yes, that’s true, but we should be careful. „The conspiracy has ears everywhere,“ I used to say, „except bus stations.“
So from Tegel, I took a cab and came here to wait for number 34, so he could take my precious juice and tell me what my life for the Force X is all about.
You may wonder why I have followed this path so fatalistically. I’m a genius, a genius of the century.
I readily admit that this moment is also a moment of pause and questioning for me as to how my fate will continue. You end up in life, indeed again and again on such crossroads and you don’t know in which direction the wind is blowing you.
I have a very simple solution for this.
You know, you must not leave the lane, otherwise it hurts. If your life hurts you, then you’re out of lane. God is merciless in this respect and reserves the right to decide alone what lies within his clasp and what lies outside. Whether this always corresponds to the morals of the general public is irrelevant. Earthly courts have their limits when it comes to evaluating the fatefulness of an act.
You see, when God wants to produce a human being, he takes two people, lets them mate and with the result he continues to work. He looks for the matching second piece to this piece, the one he had made, and brings the two together to create a refined version of the original version. He pairs this version with the next piece. And this goes on and on, until at the end of a long chain, which no one overlooks except God – that is why he bears this title – the final result comes out: Ghandi, Polpot, Jesus, Goebbels, Buddha, Bin Laden. They then do something that we might find stupid, but God does not let himself be talked into it. Maybe he is just uncomfortable about dropping a creature into which he has put a lot of work, just because it hasn’t become perfect.
Have you ever worked on something for a long time: built a book, a picture or a house, or started a business. After five years, would you say, „Oh, I’ll let it go, but not quite as well.“ He’d have to do it after, say, 12 generations and then he’d move on. So you also know why creation is imperfect: God does not play dice, but he also does not want to have done a lot of work for nothing.
That’s why he goes through and we have to stay on the path he has set for us. My way is to meet number 34 on the bus, hand over the ampoule and wait for one job after another to make me number 1. From your point of view, this may be a mistake, but I would fail earlier and worse if I didn’t do what I was told.
No, I don’t think it has anything to do with fanaticism.
Free will? Oh, give me a break. It may be enough to decide for the milk, for the 3.5% instead of the 1.5%, but the really tough decisions are made by someone on the floor above us.
Do I know who’s number one? No, I don’t know, you only find out when you’re number 2.
Oh, you think God is, in my book, number one. Nah!
If I should guess: Number one is – oh the bus arrives.

08/20 PGF

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (DeepL pro)
Note: Subsequent corrections in inverse front


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