Der Älteste / The eldest (3)

3.

Ich überlegte noch immer, den überschüssigen Whiskey einfach zu erbrechen, als es bereits an der Tür klingelte.
Ich musste nicht auf die Uhr sehen. Seit Kholayas Anruf waren exakt fünf Minuten vergangen, daran bestand kein Zweifel.
Ich öffnete ihm, im vorbei gehen, die Tür und ging ins Bad.
Während ich die Badezimmertür hinter mir schloss, hörte ich ihn an der Eingangstür: „Joe! Joe, wo bist du?“
„Beim Pissen und Duschen.“ Rief ich. „Setzt dich. Du hältst mit mir, bei meinem Gestank, keine fünf Minuten im Auto aus.“
Ich vernahm ein dumpfes: „Ja, okay.“
Der Duschstrahl traf mich, wie ein Taufguss.
„Herr, nimm dich an, diesem Sünder! Wir waschen seine Sünde rein.“ Kommentierte ich in Gedanken.
Das Wasser strich meine Haare glatt, spülte den sauren Geschmack von meinen Lippen und aus meinem Bart, tropfte mir vom Kinn auf die Brust, über den Bauch in die Schamhaare und floss über meine Füße hinweg.
Ich schwor mir: Nie wieder Jack Daniels!
Mit etwas Restseife in den Augen tastete ich mich zu meinem Handtuch und begann, mich abzutrocknen.
Ich fühlte mich etwas frischer. Zwar klebte mir der Whiskey noch auf der Zunge, aber aus den Poren war er herausgeschwitzt und abgespült.
Ich verließ die Wanne, schrubbte mir die Zähne und zog mich an.
In meinem Wohnzimmer wartete Kholaya, die langen schwarzen Haare zu einem Zopf gebunden, der ihm auf ein beigefarbenes Hemd fiel, darunter Jeans, wie immer.
„Jo! Mit wem warst du denn aus Bruder?“
„Mit mir selbst. Ist der angenehmste Umgang.“
„Beim nächsten Mal nimmst du mich mit.“
„Wenn du 21 bist.“
„Ich bin 21.“
„Dann, wenn du 23 bist. Du weißt, ihr Rothäute vertragt Feuerwasser schlecht.“
Kholaya lachte.
Er war mir, von meinen wenigen Freunden, der angenehmste. Wenn wir uns trafen, taten wir was Männer tun: wir redeten über Belangloses, lachten über Albernes und behielten unsere Gedanken über Sinn, Kummer und Einsamkeit für uns. Wir waren Brüder, keine Beichtgemeinschaft. Es ging nur um den Zusammenhalt, ums Tun, nichts ums Gerede.
„Hast du eine Squaw abgeschleppt?“
„Nein, ich scheine was Falsches gesagt zu haben und sie ließ mich sitzen.“
Ich erinnerte mich nur schattenhaft an das Gespräch, dass ich mit der Lady geführt hatte, die mich für irgendetwas esoterisches begeistern wollte.
„Scheint dein Schicksal.“
„Schön, dass du mir das sagst. Wenn wir gerade dabei sind. Warum kann nicht einer deiner Kumpel, mit zu deinem Onkel kommen?“
Kholaya wurde ernst.
„Mein Onkel klang am Telefon sehr angespannt. Er –“.
Kho brach ab und stand auf.
„Komm wir gehen. Ich erzähl dir alles beim Frühstück.“
Ich schnaufte und erhob mich. Kurz wurde mir schwindlig, aber ich schaffte es, das zu übergehen.
Wir verließen mein Haus, vor dem Kholaya parkte. Sein Wagen war ein Flickwerk aus Einzelteilen, weil er noch nicht genug verdiente, sich eine gescheite Karre leisten zu können. Ich ging zur Beifahrerseite.
Kho startete den Wagen, der einst das Emblem eines Chevrolet Kodiak getragen hatte, mittlerweile aber aus so vielen selbst zusammen geschweißten Ersatzteilen bestand, dass dem Pritschenwagen, verlässlich keine Marke mehr zu zuordnen war.
Ich kurbelte das Fenster herunter, da die Temperaturen, obwohl noch nicht ganz 10.00 Uhr bereits bei 30° C lagen und schwitzte den Rest Alkohol aus, den ich gestern Abend, mehr oder weniger versehentlich, zu viel getrunken hatte.
Von der Madison Avenue, in der ich ein Haus gemietet hatte, waren es keine zehn Minuten zum „Pig & Belly“.
Kholaya neben mir wechselte unruhig die Hände am Lenkrad, weil er gerne etwas erzählt hätte, aber genau wusste, dass ich nicht viel redete. Besonders dann nicht, wenn ich am Abend zuvor zu viel getrunken hatte. Außerdem war ihm klar, dass mich nichts interessierte, solange er nicht zur Sache kam.
Wir hatten Glück und bekamen direkt vor dem Café einen Parkplatz. Das „Brewski“ lag schräg gegenüber. In diesem Block spielte sich das Nachtleben von Ogden ab. Wie früher die Cowboys konnte man, solange man fähig war zu laufen, von einem Salon zum nächsten ziehen.
Schattenhaft fiel mir ein, wie ich mir am Abend zuvor ein Taxi gerufen hatte. Der Filmriss setzte erst später ein, nach der Flasche zu Hause.
Wir betraten das Café, das gut besucht war und nahmen einen Platz am Eingang. Es dauerte einen Moment, bis die Kellnerin uns eine Karte brachte. Ich schlug sie auf und versuchte mich, auf die Zeilen vor mir, zu konzentrieren.
Kho starrte vor sich auf den Tisch, etwas schien ihn ernsthaft zu beschäftigen.

08/20 PGF

3.

I was still thinking about just throwing up the excess whiskey when the doorbell rang.
I didn’t have to look at the clock. Exactly five minutes had passed since Kholaya’s call, there was no doubt about it.
I opened the door for him, as i passed by and went into the bathroom.
While I closed the bathroom door behind me, I heard him at the front door: „Joe! Joe, where are you?“
„Taking a piss and taking a shower.“ I shouted. „Sit down. You couldn’t last five minutes in a car with my stink.“
I heard a muffled, „Yeah, okay.“
The shower spray hit me like a baptismal font.
„Lord, take care of this sinner. We wash away his sins.“ I was commenting on that in my mind.
The water straightened my hair, rinsed the sour taste from my lips and beard, dripped from my chin onto my chest, over my belly into my pubic hair and flowed over my feet.
I swore to myself: No more Jack Daniels!
With some residual soap in my eyes I groped my way to my towel and began to dry myself.
I felt a little fresher. The whiskey still stuck to my tongue, but it had sweated out of my pores and rinsed away.
I left the tub, scrubbed my teeth and dressed myself.
In my living room Kholaya was waiting, his long black hair tied in a braid that fell on a beige shirt, jeans underneath, as usual.
„Jo! Who were you with, brother?
„Myself. It’s the most pleasant company.“
„Next time, you’ll take me with you.“
„When you’re 21.“
„I am 21.“
„Then, when you’re 23. You know how you Indians can’t stand firewater.“
Kholaya laughed.
He was the most pleasant of my few friends. When we met, we did what men do: we talked about trivialities, laughed at silly things and kept our thoughts of sense, sorrow and loneliness to ourselves. We were brothers, not confessors. It was all about sticking together, doing things, not talking.
„Did you hook up with a squaw?“
„No, I seem to have said something wrong and she dumped me.“
I just remembered shadowily the conversation I had with the lady who tried to interest me in something esoteric.
„Seems like your destiny.“
„I’m glad you told me that. Speaking of which. Why can’t one of your buddies come with you to your uncle’s house?“
Kholaya got serious.
„My uncle sounded very tense on the phone. He -„.
Kho broke off and got up.
„Let’s go. I’ll tell you about it over breakfast.“
I snorted and got up. I was dizzy for a moment, but I managed to get past it.
We left my house where Kholaya has parked in front. His car was a patchwork of parts because he did not yet earn enough to afford a smart car. I went to the passenger side.
Kho started the car, which had once carried the emblem of a Chevrolet Kodiak, but now consisted of so many spare parts welded together by himself that no brand could be reliably assigned to the flatbed truck.
I rolled down the window as the temperature, although not quite 10.00 o’clock, was already at 30° C and sweated out the rest of the alcohol I had drunk too much last night, more or less accidentally.
From Madison Avenue, where I had rented a house, it was not even ten minutes to the „Pig & Belly“.
Kholaya next to me restlessly changed hands at the steering wheel, because he would have liked to tell something, but knew exactly that I didn’t talk much. Especially not when I had drunk too much the night before. He also knew that nothing interested me as long as he didn’t get to the point.
We were lucky and got a parking space right in front of the café. The „Brewski“ was diagonally opposite. This was the block where Ogden’s nightlife took place. Like the cowboys in the old days, as long as you were able to walk, you could move from one saloon to another.
I remembered, shadowily, how I had called a taxi the night before. The tear in the film came later, after the bottle at home.
We entered the café, which was well attended, and took a seat at the entrance. It took a moment until the waitress brought us a card. I opened it and tried to concentrate on the lines in front of me.
Kho stared at the table in front of him, something seemed to be seriously bothering him.

08/20 PGF

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (DeepL pro)
Note: Subsequent corrections in inverse front

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