Der Älteste / The eldest (14)

14.

Geduscht und nüchtern stieg ich zu Lily in den Wagen. Ich hatte mich bislang nie alt und ich hatte mich bislang nie stinkend erlebt, aber in ihrer Nähe hatte ich Sorge beides zu sein.
Sie fuhr ein kleines, japanisches Auto mit allerlei technischem Schnickschnack und einer erstklassigen Klimaanlage.
„Hier drin, kann man es den ganzen Tag aushalten.“
„Klimaanlage ist ja Standard“ erwiderte sie sachlich und schob ihre Sonnenbrille vom Scheitel auf die Nase. Sie setzte den Blinker und fuhr los.
Google diktierte ihr den Weg und unterbrach solange wir in der Stadt waren, die angenehme Musik die sie laufen hatte: ein Kaleidoskop aus 70er Jahre Musik, inklusive Jimi Hendrix, modernem skandinavischem Jazz und Ambiance-Klängen.
Solange wir in Ogden waren, konzentrierte sie sich auf den Verkehr. Sobald die Stadtgrenze hinter uns lag, beschleunigte sie und wurde redselig.
„Wo müssen wir eigentlich hin?“
Ich erinnerte mich, ihr nur vom Reservat, aber nicht vom Wohnort von Kho´s Onkel erzählt zu haben.
„Nach Neola. Wir müssen über Duchnese bis nach Roosevelt und dann geht es nördlich.“
„Richtung der Berge?“
„Ja, genau.“
„Das ist gut. Ich schreibe eine Hausarbeit über die Höhlensysteme im Uinta-Wasatch-Cache-National-Forrest. Über ihre Entdeckung und Ausbeutung.“
„Wieso schreibt man, als angehende Strafrechtlerin, eine Hausarbeit über Höhlensysteme.“
Sie rückte sich im Fahrersitz zu Recht, wie eine Schülerin, die die richtige Antwort kennt und endlich aufgerufen wird.
„Weil ich dabei nicht geologisches beschreibe – auch, wenn ich darüber nebenbei etwas erfahre, sondern es viele ungeklärte Rechtsfragen, in diesem Zusammenhang gibt.“
„Das alte Indianer-Drama?“
„Auch das.“ Ihr Tonfall verriet, dass ihr, meine Bemerkung nicht gefallen hatte. „Es handelt sich eher, um Detailfragen. Ich beschäftigte mich mit dem Fall des Siedlers Hansen der, im Timpanogos-Höhlen-Monument, im 19. Jahrhundert eine faszinierende Tropfsteinhöhle entdeckte, die in den nächsten Jahren gesperrt werden musste, weil sei von Hobbysammlern komplett geplündert wurde.“
„Nicht ungewöhnlich.“
„Ja, aber hier stellt sich die Frage, ob die Funde Hansen gestohlen wurden oder den Indianern, die das Land ursprünglich besiedelten oder den USA, denen das Gebiet, zum Schutz unterstellt wurde.“
„Deshalb dein Besuch bei den Vorträgen „Ethnischen Studien“?“
„Ja, ich versuche die Position der Indianer zu verstehen.“
„Da würde sich Kho freuen.“
„Ich hoffe, ich treffe ihn bald.“
Ich sah auf das Navi.
„Eine Stunde noch.“
„Sollen wir etwas frühstücken? Ich habe gar nicht gefragt, ob du schon gegessen hast.“
„Ach, nein! Keine Umstände.“
„Kein Problem.“
Sie tippte, während sie mit der linken Hand lenkte, mit der rechten etwas ins Navi.
„Da guck! Wir sind bald in Duchesne, direkt an der Straße gibt es ein „Betos“, einen „Burger King“, das „Outlaws“, das „Cowan´s Cafe“.“
„Ja, okay“, gab ich nach, um nicht unhöflich zu sein. „Ein Kaffee schadet vermutlich nicht.“
Lily strahlte zufrieden, weil ich tat, was sie wollte.
„Super, ich habe, wenn ich ehrlich bin auch Hunger.“
Dafür, dass sie schlank und zierlich war, verputzte sie einen ordentlichen Grillteller und trank zwei Softdrinks dazu.
Ich hielt mich an Kaffee und ein großes Wasser.
Zum Essen, ließ sie sich von mir einladen. Ich nahm an, es war ein „ich zahle den Sprit, du das Essen Deal“.
Als wir weiterfuhren sprachen wir wenig. Vermutlich lag ihr das Essen im Magen und bei mir nahm die Sorge zu, was Skyler mir erzählen würde. Wenn er auch keine Ahnung von Kho hatte wurde die Sache ernst.
Der Weg zum Haus von Khos Onkel war einfach: Man fuhr von Süden in den Ort hinein. Ignorierte die Abzweigung zur Grundschule, ließ die Kirche links liegen und auch den Lebensmittelhändler und musste, die zweite links, nach der Poststelle, einbiegen und bis zum Ende, einer Sackgasse fahren.
Während wir auf das Haus zu rollten, hielt ich bereits Ausschau. Ich rechnete damit, dass Skyler aus dem Haus kam oder davorsaß und grimmig wartete, wer da auf sein Land kam. Aber von Kho´s Onkel oder auch nicht von Kho, war irgendetwas zu sehen.
Wir parkten direkt vor dem Haus. Ich stieg aus, ehe Lily abgeschnallt war. Sie wollte gerade ihre Fahrzeugtür öffnen, als ich ihr mit der Hand anzeigte, im Wagen zu bleiben.
Die Haustür von Sklyers Haus, klapperte einmal in einem Windstoß und war dann wieder still.
Ein Gestank kam mir entgegen, den ich kannte. Ein widerlicher Geruch, den man nicht vergisst.
Ich ging näher zur Tür, ein Schwarm Fliegen kam mir entgegen und ich sah, dass auf der Innenseite des Fensters, eine beachtliche weitere Menge von ihnen saß. Sie waren satt und wollten nach draußen.
Ich wusste was mich erwartete.

08/20 PGF

14.

Showered and sober I got into the car with Lily. I had never felt old and I had never felt stinky, but around her I was worried about being both.
She drove a small, Japanese car with all kinds of technical gadgets and a first-class air conditioning system.
„In here, you can stand it all day.“
„Air conditioning is standard“, she replied matter-of-factly and pushed her sunglasses from the top of her head to her nose. She put on her blinker and drove off.
Google dictated her route and as long as we were in town, interrupted the pleasant music she was playing: a kaleidoscope of 70s music, including Jimi Hendrix, modern Scandinavian jazz and ambient sounds.
As long as we were in Ogden, she concentrated on the traffic. As soon as the city limits were behind us, she accelerated and became talkative.
„Where do we actually have to go?“
I remembered telling her only about the reservation, but not about where Kho’s uncle lived.
„To Neola. We have to go through Duchnese to Roosevelt and then we go north.“
„Toward the mountains?“
„Yes, exactly.“
„That’s good. I’m writing a term paper on the cave systems in the Uinta Wasatch Cache National Forest. Their discovery and exploitation.“
„As a prospective criminal lawyer, why would you write a term paper on cave systems?“
She moved right into the driver’s seat, like a schoolgirl who knows the right answer and is finally called up.
„Because I am not describing geology – even if I learn something about it in passing, but there are many unresolved legal questions in this context.“
„The old Indian drama?
„That, too.“ Her tone of voice betrayed that she didn’t like my remark. „It’s more a matter of, uh, detail. I dealt with the case of the settler Hansen who, in the Timpanogos Cave Monument, discovered a fascinating stalactite cave in the 19th century, which had to be closed in the next few years because it had been completely looted by hobby collectors.“
„Not unusual.“
„Yes, but here the question arises whether the finds were stolen by Hansen or the Indians who originally settled the land or the USA, to whom the area was placed under protection.“
„Is that why you attended the Ethnic Studies lectures?“
„Yes, I try to understand the position of the Indians.“
„Kho would be pleased.“
„I hope to meet him soon.“
I looked at the GPS.
„One more hour.“
„Shall we have breakfast? I didn’t even ask if you’ve eaten yet.“
„Oh, no! Don’t bother.“
„No problem.“
She typed something into the GPS with her left hand while steering with her right.
„Look! We’ll be in Duchesne soon, right on the road there’s a „Betos“, a „Burger King“, the „Outlaws“, the „Cowan’s Cafe“.“
„Yes, okay“, I gave in, not to be rude.
„I guess a coffee wouldn’t hurt.“
Lily was smiling happy because I was doing what she wanted.
„Great, I’m hungry, too, if I’m honest.“
For being slim and petite, she cleaned up a decent grill plate and drank two soft drinks with it.
I kept myself to coffee and a large water.
She let me invite her to dinner. I assumed it was an „I pay for the gas, you pay for the food“ deal.
As we drove on, we didn’t talk much. Probably the food was in her stomach and I became increasingly worried about what Skyler would tell me. Even though he had no idea about Kho, the matter became serious.
The way to Kho’s uncle’s house was easy: you drove into the village from the south. Ignoring the turnoff to the elementary school, leaving the church on the left and the grocery store on the left. We had to take the second left after the post office and drive to the end of a dead-end street.
As we rolled towards the house, I was already on the lookout. I counted on Skyler coming out of the house or sitting in front of it, grimly waiting to see who would come onto his land. But from Kho’s uncle or not from Kho, there was something to see.
We parked right in front of the house. I got out before Lily was unbuckled. She was about to open her car door when I indicated to her to stay in the car.
The front door of Sklyer’s house, rattled once in a gust of wind and then was silent again.
A stench came towards me that I knew. A disgusting smell that one does not forget.
I went closer to the door, a swarm of flies came towards me and I saw that on the inside of the window, a considerable number of them were sitting. They were full and wanted to go outside.
I knew what to expect.

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (DeepL pro)
Note: Subsequent corrections in inverse front

08/20 PGF

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