Der Älteste / The eldest (17)

17.

Es war später Nachmittag, als wir am Ice Cave Peak eintrafen. Ich war unsicher, ob ich den Weg finden würde und ich hatte keine Ahnung, ob wir den Indianer antreffen würden. Lily hatte während der Fahrt kein Wort gesprochen. Ich liebte sie dafür.
Es gab Menschen bei denen musste sich immer alles in Harmonie befinden, jeder Konflikt war eine Störung der kosmischen Harmonie – und Zorn, Zorn und Rachsucht und Wut mussten sofort ausgependelt werden. Sie waren so vernarrt in ihren inneren Kosmos, dass sie jede Beunruhigung, als Angriff erlebten. Aber der Tod war in der Welt und das Unrecht und die Unehrlichkeit und die gingen nicht weg, weil man so lieb und nett und gut war. Genau davon zehrten sie, davon lebten sie und deshalb war mir die Nähe von Lily so angenehm: Sie hätte mir meinen Zorn nicht ausreden wollen und sie zeigte kein Interesse mich zu beruhigen. Im Gegenteil: zornig wie ich war, schien ich ihr vollkommen in Ordnung. Wenn die Dinge ins Gleichgewicht kommen sollten, war es nötig, das zu beseitigen, was sie ins Ungleichgewicht gebracht hatte. Und das waren die Mörder von Kho.
Wir liefen einen schmalen Pfad, der stetig aufwärts führte, auf eine Gruppe von Büschen zu, hinter denen ich das Zelt von Butterfly vermutete.
Als wir näher kamen roch ich das schwellende Holz eines Lagerfeuers, über dem etwas gebraten wurde.
Wir pressten uns, zwischen zwei Büsche hindurch und betraten die Lichtung, mit dem Zelt. Das Feuer kokelte für sich allein.
„Hier sind wir richtig“, stellte ich zufrieden fest, „aber der Schmetterling hat wohl seine Lieblingsblüte verlassen.“
Im Gebüsch neben mir knackte es und ich hörte Butterflys markante Stimme.
„Nein, hat er nicht!“
Als ich mich zu ihm drehte, starrte ich in die Mündung einer 17er Rimfire.
„Aber was machst du hier?“ Er hielt die Waffe auf mich gerichtet und wandte sich Lily zu. „Und vor allem was macht Sie hier?“
„Sie, Lily, arbeitet an einer Studie, über alte, verrückte Indianer, die ihre Winchester auf Besucher richten. Wir würden dich gerne, für eine Fallstudie gewinnen.“
„Spar dir deinen schlechten Humor. In Begleitung von Skyler bist du willkommen. Aber ich will dich allein, nicht auf meinem Land sehen.“
„Und ich dachte wir wären Freunde, weil ich Manitu gesehen habe. Aber egal. Ich hätte Skyler mitgebracht, aber das Blut an seinem Schädel und die Maden … weißt du: die Lady hat ein neues Auto und du bekommst das ja nicht mehr aus den Sitzen.“
„Wovon redest du, Joe?“
Ich legte meinen jetzt-werde-ich-ungemütlich-Ton auf.
„Davon, dass du die scheiß Flinte senken sollst! Skyler ist tot, was mir egal wäre, aber Kho ist ebenfalls tot und da du, der Einzige bist, den ich hier kenne und mir irgendein scheiß weißer Mann Instinkt sagt, dass du ein bisschen mehr weißt, als welches Zeug man trinken muss, um high zu werden, habe ich meine Freundin mitgebracht, um dich zu interviewen.“
Die Nachricht vom Tod der beiden anderen, schien Butterfly ganz und gar nicht zu bewegen die Waffe zu senken.
„Was erzählst du für einen Müll?“
„Es stimmt, Sir. Die beiden Männer sind tot.“ Mischte sich Lily ein. „Joe versucht nur, auf seine ihm eigene Art zu sagen, dass wir ihre Hilfe brauchen. Sie wissen, dass er Kho mochte.“
„Und wer sind Sie? Wenn ich fragen darf.“
„Ich heiße Lily und bin nur mitgekommen, weil Joe niemand hatte, der ihn fährt. Kho ist schon seit ihrem letzten Treffen hier verschwunden, wenn ich das richtig verstanden habe. Ich studiere, in Ogden, Rechtswissenschaften, auch den Fall der „Hansen-Höhle“.“
Butterfly schien zu wissen, wovon sie sprach.
Ich wurde ungeduldig.
„Freut mich, dass ihr euch langsam anfreundet. Aber mir gehen Kho´s leere Augenhöhlen die ganze Zeit nicht aus dem Sinn und der Geier, der ihm die Eingeweide durch den Nabel gefressen hat. Kannst du diesen Scheiß Knüppel endlich weglegen, damit wir reden können?“
„Skyler hatte recht, dass du ein verkommener Hund bist, den ich nicht in die Welt der Geister hätte einführen dürfen.“
„Dann richte Skyler aus, wenn du ihn das nächste Mal dort triffst, dass der verkommene Hund, der einzige ist, der wissen will, was aus ihm und seinem Neffen wurde.“
Butterfly senkte langsam, das kurzläufige Gewehr.
„Gut setzen wir uns zum Feuer. Erzählt mir was ihr wisst.“

08/20 PGF

17.

It was late afternoon when we arrived at Ice Cave Peak. I was not sure if I would find the way and I had no idea if we would meet the Indian. Lily had not spoken a word during the trip. I loved her for that. There were people where everything had to be in harmony, every conflict was a disturbance of the cosmic harmony and anger, wrath and vengeance and rage had to be dealt with immediately. They were so infatuated with their inner cosmos that they experienced every disturbance as an attack. But death was in the world and injustice and dishonesty and they did not go away because one was so kind and nice and good. That’s what they lived on, that’s what they lived on, and that’s why I was so happy to be near Lily: she wouldn’t have tried to talk me out of my anger and she didn’t show any interest in calming me down. On the contrary: angry as I was, I seemed to her to be completely okay. If things were to come into balance, it was necessary to eliminate what had brought her into imbalance. And these were the murderers of Kho.
We walked along a narrow path that led steadily upwards towards a group of bushes, behind which I suspected the tent of Butterfly.
As we came closer I smelled the swelling wood of a campfire over which something was roasting.
We pressed our way through two bushes and entered the clearing with the tent. The fire burned for itself.
„This is the right place,“ I noted with satisfaction, „but the butterfly has probably left its favorite flower.“
In the bushes beside me it cracked and I heard Butterfly’s distinctive voice.
„No, he didn’t!“
As I turned to him, I stared into the mouth of a 17 gauge rimfire.
„But what are you doing here?“ He held the gun on me and turned to Lily. „And above all, what is she doing here?“
„She, Lily, is working on a study about old, crazy Indians who point their Winchesters at visitors. We’d love to get you on a case study.“
„Save your bad humor. You’re welcome in the company of Skyler. But I want you alone, not on my land.“
„And I thought we were friends because I saw Manitu. But no matter. I would have brought Skyler, but the blood on his head and the maggots, you know, the lady’s got a new car, and you can’t get that out of the seats.“
„What are you talking about, Joe?“
I put on my „I’m getting uncomfortable“ voice.
„I’m talking about you putting the fucking gun down! Skyler’s dead, about I wouldn’t care, but Kho is dead too, and since you’re the only person I know here, and some fucking white man instinct tells me you know a little bit more than what shit it takes to get high, I brought my girlfriend to interview you.“
The news of the death of the other two, Butterfly seemed to have absolutely no intention of lowering the gun.
„What the fuck are you talking about?“
„It’s true, sir. The two men are dead.“ Lily intervened. „Joe is just trying to say in his own way that we need your help. You know he liked Kho.“
„And who are you? If you don’t mind me asking.“
„My name is Lily, and I only came because Joe didn’t have anyone to drive him. Kho has disappeared since they last met here, if I understand correctly. I study law at Ogden, including the „Hansen Cave“ case.“
Butterfly seemed to know what she was talking about.
I grew impatient.
„I’m glad you’re beginning to be friends. But I can’t get Kho’s empty eye sockets out of my mind all the time and the vulture that ate his guts through his navel. Can you put that fucking stick down so we can talk?“
„Skyler was right about you being a rotten dog that I shouldn’t have brought into the spirit world.“
„Then tell Skyler the next time you see him there that that depraved dog is the only one who wants to know what happened to him and his nephew.“
Butterfly slowly lowered his short-range rifle.
„Well, let’s sit down by the fire. Tell me what you know.“

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (DeepL pro)
Note: Subsequent corrections in inverse front

08/20 PGF

2 Kommentare

  1. Macht sie fertig! Mir gefällt‘s, du wirst immer besser. Noch ein bisschen Umfeld beschreiben vielleicht noch? Damit so Trantüten wie ich nicht vergessen, wo sie sich gerade befinden. Die Art des Umgangs der Figuren miteinander, vortrefflich und amüsant. Gute Mischung. Grüße

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