Der Älteste / The eldest (18)

18.

Ich berichtete Butterfly, dass ich ziemlich schnell, eher per Zufall, erste Infos zu der verschwundenen Trommel gefunden hatte und darüber Kho informieren wollte. Aber der war nicht zu erreichen – tagelang nicht zu erreichen. Deshalb hätte ich mir überlegt seinen Onkel zu besuchen. Dafür bot sich Lily an. So fuhren wir zu Kho’s Onkel und fanden beide tot. Ermordet vermutlich nach dem Tag unseres Treffens am Peak.
Butterfly hörte aufmerksam zu, während er sein Abendessen, neben der Feuerstelle langsam warm werden ließ. Er sah mich nicht an, sah in die Flammen, aber seine Miene verriet, dass er jedem Wort aufmerksam folgte.
Lily hing ihren eigenen Gedanken nach. Sie verfolgte den Sonnenuntergang, über dem Tal vor uns, mit angezogenen Beinen, das Kinn auf die Knie gestützt, keine blonde Uni-Chicka die sich Gedanken darüber machte, ob ihr Hintern schmutzig wird. Die perfekte Frau für mich, 30 Jahre früher.
Als ich zu Ende berichtet hatte, schnaufte Butterfly schwer, wie jemand der eine Entscheidung treffen muss, die er für falsch hält, egal in welche Richtung er sie trifft.
„Also hat Ihnen die Trommel nicht genügt.“
„Offenkundig nicht. Aber was ist an dieser Trommel so wertvoll? Falls es die Leute waren, die den Mann beauftragt haben, Skyler ein Batzen Geld dafür zu bieten. Ist auf der Bespannung ein Goldversteck vermerkt?“
Butterfly schmunzelte matt, das Licht des Lagerfeuers spiegelte sich in seiner rauen Haut. Er wirkte, als hätte ich fast die Wahrheit gefunden, eine alberne Version davon.
„Vielleicht, weil sie, im Gegensatz zu dir, wissen, was man mit dieser Trommel alles tun kann und, weil sie wissen, dass ihnen noch einiges fehlt.“
Ich nippte an der Dose Bier, die Butterfly mir spendiert hatte.
„Ich bin ganz Ohr. Ich möchte von Tag zu Tag weiser werden.“
Butterfly lachte grimmig.
„Dann schick die Frau zu ihrem Auto.“
Lily sah mich an, als hätte der Indianer sie geohrfeigt.
Ich tat, was ein Mann, gegenüber einer Frau, nie tun sollte: Ich ließ sie im Stich.
Mit einer knappen Kopfbewegung deutete ich an, sie solle gehen.
Das tat sie. Aber ihr Blick ließ mich ahnen, dass dies Konsequenzen für mich haben würde.
Als sie verschwunden war, erklärte mir Butterfly:
„Hör mir gut zu: Das Geschöpf, das du in deiner Vision gesehen hast, ist real. Es ist nicht eine Vision. Du hast dein Bewusstsein, mit seinem verbunden. Deshalb, glaubte ich, wärst du geeignet. Wir leben seit tausend Jahren, mit diesem Geschöpf verbunden. Wenn wir in die Welt der Geister übertreten, verwenden wir diese Trommel, manchmal eine Rassel oder eine Flöte, denn man kann mit dem Ananaszi nicht in der Sprache der Menschen sprechen.“
„Sondern in Klängen?“
Ich gab mir Mühe, Butterflys Story ernst zu nehmen.
„So ist es. Die Zeichen auf den Instrumenten, sagen uns, welche Klänge wir erzeugen müssen, damit das Geschöpf uns versteht.“
„Der Anasazi?“
„Der Älteste, der, der die Pueblo, alles geleert hat, was sie in knapp hundert Jahren mächtig werden ließ.“
„Und eure Instrumente, auch die Trommel, waren für euch so etwas wie der Google Übersetzer? Nur für dieses Supergeschöpf.“
„Ich wusste, dass dein Geist nicht groß genug ist, das alles zu erfassen. Aber so ist es und deshalb wurden Skyler und Kho getötet. Die Männer wissen, vom Anasazi. Weil Skyler nicht verkauft hat, was sie wollten und es dann nicht verriet, mussten er und sein Neffe sterben.“
„Aber du weißt es? Du weißt, wo die Trommel ist?“
„Nein, dieses Wissen hat Skyler mit ins Grab genommen.“
Butterfly machte eine weite Bewegung mit dem Arm.
„Die Instrumente, um mit dem Anasazi zu kommunizieren, können hier überall liegen: vergraben neben einem Baum. Versteckt in einer Höhle. Versenkt in einen Fluss.“
Ich nickte kurz und tat dann, was ich immer tat, wenn etwas nach „unmöglich“ stank: ich schob es beiseite.
„Und die brauchen diese Sachen, um mit dem Anasazi zu kommunizieren.“
„So ist es.“
„Und sie haben den Anasazi entführt?“
„Nein, aber, wenn sie unsere heiligen Pflanzen verwenden, um die Welt der Geister zu betreten, haben sie ihn vielleicht gefunden. Vielleicht hat er sie sogar gebeten, ihm zu helfen. Er hast schon öfter ein neues Volk gesucht, damit es ihm hilft.“
„Wobei hilft?“
„Einen Weg zu finden.“
„Was für einen Weg?“
„Das würdest du nicht verstehen.“
„Was – für einen – Weg?“
Butterfly schüttelte den Kopf.
„Du würdest es nicht verstehen. Wenn du mehr wissen willst, besuche diese Leute, von denen du glaubst, dass sie hinter der Sache stecken. Sie könnten verantwortlich sein. Sicher bin ich, dass Kho und sein Onkel, wegen der Trommel getötet wurden. Vielleicht auch wegen den anderen Instrumenten. Jemand will den Kontakt und nur mit diesen Instrumenten kann er den Anasazi befragen.“
Ich leerte meine Dose Bier und spuckte aus.
„Man! Butty! Das sind Geschichten die du mir erzählst. Vielleicht zeltest du schon ein bisschen zu lang hier oben und haust dir dein Zeugs rein.“
Butterfly schüttelte den Kopf.
„Warum er dir erschienen ist, werde ich nicht verstehen. Unser Cacique ist tot. Er war der Wahrer unserer Verbindung. Kho wäre ihm gefolgt. Tue, was du denkst, tun zu müssen, um sein Andenken zu wahren. Jetzt geh! Deine Freundin bekommt sicher Angst, allein im Auto.“

08/20 PGF

18.

I told Butterfly that I had found some information about the missing drum quite quickly, rather by chance, and wanted to inform Kho about it. But he could not be reached – not available for days. Therefore I would have considered to visit his uncle. Lily offered herself for that. So we went to Kho’s uncle and found both of them dead. Probably murdered after the day of our meeting at Peak.
Butterfly listened attentively while he let his dinner slowly warm up next to the fireplace. He didn’t look at me, looked into the flames, but his face betrayed that he followed every word attentively.
Lily hung on to her own thoughts. She watched the sunset, over the valley in front of us, legs drawn up, chin resting on her knees, not a blonde college chicka worrying about whether her butt would get dirty. The perfect woman for me, 30 years earlier.
When I had finished reporting, Butterfly puffed hard, like someone who has to make a decision he thinks is wrong, no matter which way he takes it.
„So the drum was not enough for them.“
„Clearly not. But what is so valuable about this drum? If it was the people who hired the man to pay Skyler a bundle. Is there a gold hiding place on the shell casing?“
Butterfly smiled dullly, the light of the campfire reflected in his rough skin. He seemed as if I had almost found the truth, a silly version of it.
„Maybe because, unlike you, they know what can be done with this drum and because they know that they are still missing some things.“
I sipped from the can of beer that Butterfly had bought me.
„I’m all ears. I want to grow wiser every day.“
Butterfly laughed fiercely.
„Then send that woman to her car.“
Lily looked at me as if the Indian had slapped her face.
I did what a man should never do to a woman: I let her down.
With a slight movement of my head, I told her to leave.
And she did. But her look made me suspect that this would have consequences for me.
When she had disappeared, Butterfly explained to me:
„Listen to me carefully: the creature you saw in your vision is real. It is not a vision. You have connected your consciousness with his. That is why I believed that you would be suitable. We have lived for a thousand years, connected with this creature. When we enter the world of spirits, we use this drum, sometimes a rattle or a flute, because you cannot speak to it in the language of humans.“
„But in sounds?“
I made an effort to take Butterfly’s story seriously.
„And so it is. The signs on the instruments tell us what sounds we have to make for the creature to understand us.“
„The Anasazi?“
„The oldest, the one who teached the Pueblo of everything that made them powerful in less than a hundred years.“
„And your instruments, even the drum, are they something like the Google translator? Only to this super-creature.“
„I knew that your mind was not big enough to grasp all this. But it is, and that’s why Skyler and Kho were killed. The men know about the Anasazi. Because Skyler didn’t sell what they wanted and then wouldn’t tell, he and his nephew had to die.“
„But you know? You know where the drum is?“
„No, that knowledge is what Skyler took to his grave.“
Butterfly made a great big move with his arm.
„The instruments to communicate with the Anasazi could be anywhere, buried next to a tree. Hidden in a cave. Sunk in a river.“
I nodded briefly and then did what I always did when something stank of „impossible“: I pushed it aside.
„And they need these things to communicate with the Anasazi.“
„They do.“
„And they kidnapped the Anasazi?“
„No, but if they use our sacred plants to enter the spirit world, maybe they found him. Maybe he even asked them to help him. He has often sought a new people to help him.“
„Help him what?“
„To find a way.“
„What kind of way?“
„You wouldn’t understand.“
„What way?“
Butterfly shook his head.
„You wouldn’t understand. If you want to know more, visit these people you think are behind this. They might be responsible. I am certain that Kho and his uncle were killed because of the drum. Perhaps because of the other instruments as well. Someone wants contact, and only with those instruments can they question the Anasazi.“
I emptied my can of beer and spit out.
„Man! Butty! These are stories you are telling me. Maybe you’ve been camping up here a little too long, busting your chops.“
Butterfly shook his head.
„Why he appeared to you, I will not understand. Our Cacique is dead. He was the keeper of our bond. Kho would have followed him. Do what you think you must do to keep his memory alive. Now go! Your girlfriend will get scared, alone in the car.“

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (DeepL pro)
Note: Subsequent corrections in inverse front

08/20 PGF

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