Der Älteste / The eldest (20)

20.

Tatsächlich tranken wir nur zwei Gläser, dann waren wir in ihrem Bett. Ich erinnerte mich, lange nicht, so viel Zärtlichkeit gekostet zu haben und war über meine eigene Zärtlichkeit verblüfft.
Als ich wach wurde, war Lily bereits in der Küche. Jedenfalls roch es nach Speck. Sie bewohnte ein kleines 2-Zimmer-Apartment, in dem man sich schnell orientiert hatte.
Ich stand auf, duschte und ging zu ihr in die Küche.
Sie sah sexy aus, in knapper Unterhose und T-Shirt.
„Guten Morgen“, sagte ich und verzichtete auf einen Kuss.
Ich fühlte mich, wie ein Fahrer auf dem Highway, vor dem ein Schild auftaucht: „Schlaglöcher auf den nächsten 10 Meilen.“
„Ich nehme an, du magst Speck und Ei?“
„Ich liebe es.“
„Dann setz dich.“
Sie kam mit der Pfanne zum Tisch und schob uns das Frühstück auf die Teller. Sie schien, nach letzter Nacht, keine besondere Erwartung an mich zu stellen, keine besonderen Gefühle zu hegen.
„Alles okay“, fragte ich, weil sie mir fast zu kühl erschien.
Sie setzte sich.
„Klar.“
Sie begann zu essen.
Ich dachte „okay“ und nahm ebenfalls meine Gabel.
Wir frühstückten schweigend.
Als unsere Teller leer waren, sah sie auf und sah mir in die Augen.
„Und wirst du nach Kalifornien reisen?“
„Ja. Ja, in jedem Fall. Das bin ich Kho schuldig.“
„Soll ich dich begleiten?“
„Nein. Nein, danke dir. Ich fliege heute noch. Du solltest deine Semesterferien nutzen. Du wirst eine tolle Juristin oder Kriminalistin.“
„Danke dir.“
Sie räumte die Teller ab und brachte sie zur Spüle.
Ich fühlte mich unwohl.
„Also nicht, dass ich ohne dich reisen will.“
„Ist schon okay Joe. Wir hatten einen schönen Abend, wir hatten guten Sex, jetzt hatten wir ein entspanntes Frühstück. Lass uns die Zeit, die wir haben, einfach schön gestalten. Du fliegst nach Kalifornien. Erledigst deine Sachen und, wenn du zurückkommst, sehen wir weiter.“
Ich nickte und fragte mich, ob sie so dachte oder ob sie so fühlte. Es gab viele Menschen, die von Youtube-Gurus gecoacht das „neue“ Bewusstsein entwickelten. Aber sie hatten es nur im Kopf. Sie waren wie Roboter die Prozeduren wiederholen, die ihnen nichts bedeuten. Sich frei denken oder frei fühlen, war etwas anderes, als frei sein.
Wie immer, nahm ich Lily, wie alle Menschen, beim Wort.
„Das klingt vernünftig. Dann danke ich dir für den Abend, die Nacht und das Frühstück.“ Ich überlegte kurz. „Und natürlich für die Fahrt und die Hilfe gestern.“
„Keine Sache.“
Ich ging, ohne weiteren Kuss.
Für die Fahrt zu mir nach Hause, nahm ich mir ein Taxi. Ich wollte noch ein paar Sachen packen, ehe ich mich auf den Weg ins Silicon Valley machte. Außerdem musste ich noch einen Kumpel kontaktieren, John „Crunchy“ Draper, ein IT-Spezialist, mit dem ich einst die High School besucht hatte. Vielleicht konnte er mir helfen, mit den Leuten, die ich hinter dem Mord an Kho vermutete, in Kontakt zu treten.
Es war 10.00 bis ich zuhause war und es war halb 12 bis ich gepackt und mit Crunchy telefoniert hatte. Nebenbei hatte ich mir noch eine Verbindung ins Valley rausgesucht: ich bekam einen Flug von Salt Lake City nach San Jose mit Delta. Ankunft im Valley um 22.00 Uhr. Übernachten würde ich am Flughafen – und dann zusehen, dass ich am nächsten Morgen John traf.

09/20 PGF

20.

In fact we only drank two glasses, then we were in her bed. I remembered, for a long time, not having tasted so much tenderness and was amazed at my own tenderness.
When I woke up, Lily was already in the kitchen. Anyway, it smelled like bacon. She lived in a small 2-room apartment where you could find your way around quickly.
I got up, showered and went to her in the kitchen.
She looked sexy, in tight underpants and T-shirt.
„Good morning“, I said without a kiss.
I felt like a driver on the highway with a sign in front of him saying, „Potholes for the next 10 miles.“
„I suppose you like bacon and eggs?“
„I love it.“
„Then sit down.“
She came to the table with the pan and shoved breakfast on our plates. After last night, she didn’t seem to have any special expectations of me, no special feelings.
„Everything okay,“ I asked, because she seemed almost too cool.
She sat down.
„Sure.“
She began to eat.
I thought „okay“ and took my fork as well.
We had breakfast in silence.
When our plates were empty, she looked up and looked me in the eye.
„And will you go to California?“
„Yes. Yes, by all means. I owe it to Kho.“
„Shall I go with you?
Well, no – no, thank you. I’m leaving today. You should take advantage of your vacations. You’ll be a great lawyer or detective.“
„Thank you.“
She cleared the plates and took them to the sink.
I felt uncomfortable.
„I didn’t want to travel without you.“
„It’s okay, Joe. We had a nice evening, we had good sex, now we had a relaxed breakfast. Let’s just make the time we have nice. You’re going to California. Get your things done and, when you come back, we’ll see.“
I nodded and wondered if she thought so or if she felt so. There were many people who developed the „new“ consciousness, coached by YouTube gurus. But they only had it in their heads. They were like robots repeating procedures that meant nothing to them. Thinking or feeling free was different than being free.
As always, like with all humans, I took Lily at her word.
„That sounds reasonable. Then I thank you for the evening, the night and the breakfast.“ I thought about it for a moment. „And, of course, for the ride and the help yesterday.“
„Not a thing.“
I left, without another kiss.
For the ride home, I took a cab. I wanted to pack a few things before I headed off to Silicon Valley. I also had to contact a buddy, John „Crunchy“ Draper, an IT specialist I once went to high school with. Maybe he could help me get in touch with the people I suspected were behind the murder of Kho.
It was 10:00 a.m. until I got home and it was half past 11:30 until I had packed and talked to Crunchy on the phone. On a internet-side I had found a connection to the Valley: I got a flight from Salt Lake City to San Jose with Delta. Arrival in the Valley at 10:00 pm. I would spend the night at the airport – and then see that I met John the next morning.

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (DeepL pro)
Note: Subsequent corrections in inverse front

09/20 PGF

9 Kommentare

  1. Ich bin echt begeistert von der Story, weil sie so alles beinhaltet, was ich für eine gute Story brauche: Spannung, realistische und somit nachvollziehbare Daten, Authentizität, gute Handlung, einen Helden mit dem man mit fiebert, ein wenig Amore, geschichtliche Inhalte, der Wechsel von Erzählendem und wörtlicher Rede, welche autark rüber kommt und also staunen, grübeln, freuen, gruseln, überlegen und ….mitfiebern lässt.
    Das alles ist drin, von daher hast Du meinen Nerv getroffen und ich hoffe, dass noch viele weitere Kapitel folgen werden! 🙂 LG Bea

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      1. P.S.: Und was mich am meisten fasziniert ist Dein Engagement! Soll heißen, die Kontinuität des Schreibens trotz Fulltimejob(?) inklusive Reallife….
        Mir fehlt momentan sowohl die Zeit, als auch die Muße, zu schreiben, weil ich nach Feierabend wirklich gefühlt tot bin und einfach nur noch ächzend aufs Sofa falle 😦
        Und alles, was ich schreiben würde, so ich mich denn aufraffen würde, wäre negativ behaftet. Und auch wenn da sicher gute Stories raus entstehen könnten, fehlt mir einfach der Schwung. Das Sofa ist momentan mächtiger….. 🙂
        Aber es kommen sicher auch wieder andere Zeiten und von daher hefte ich das einfach unter CoronaBlockade ab und juut is…! 🙂

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      2. So entspannt sollte man es sehen.
        Ich habe, über die Zeit, eine ganz gute Mischung aus Regelmäßigkeit, kleine Schritte und massvollem Eigenanspruch gefunden, sonst wird der selbstgemachte Druck ungesund.
        Schlicht gesagt: eine Stunde 🛋 statt zwei. 🙂

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