Der Älteste / The eldest (23)

23.

Ich erhielt, bei meinem Anruf, in der Zentrale von Palantir Systems, wie zu erwarten, nicht direkt einen Termin bei Wang. Aber da ich glaubhaft machen konnte, dass die Angelegenheit brisant sei, bei seinem Executive Assistant, ein Typ namens Moorer.
Der Firmensitz war nett anzusehen: eine Klinkersteinfassade mit hohen Bogenfenstern, eingebettet in das Grün, von ein paar Platanen, die das Gebäude umgaben.
Die Dame vom Empfang führte mich zu einem Büro im Erdgeschoss, vor dem ich noch etwas warten musste, ehe Moorer Zeit für mich hatte.
Wangs Assistent war der Prototyp des optimierten modernen Menschen und ich gebe zu, ich fühlte mich, wie ein Homo Erectus neben ihm.
Es lag kein Haar bei ihm falsch, die Augenbrauen waren gezupft. Er perfekt gebräunt, aber nicht so, dass man ihm drohenden Hautkrebs unterstellen musste. Er war trainiert, wirkte frisch, kräftig ausdauernd, als könnte man mit ihm, jetzt oder in einer Stunde, einen Ironman starten und er würde durchhalten. Sein Lächeln war charmant, griffig, da war keine Spur von Selbstzweifel. Es wirkte nicht aufgesetzt, als müsste er es jeden Morgen aus dem Regal nehmen und aufsetzen.
Er ergriff meine Hand, mit einem warmen, perfekt tarierten Händedruck und erklärte: „Freut mich, dass der Termin für Sie möglich war, kommen Sie doch herein.“
Ich war gespannt, wie lange er mit dem Smile-for-life-Modus, bei meinen Neuigkeiten durchhalten würde.
Er schloss die Tür hinter mir und wir setzten uns. Ich war sicher die Raumtemperatur lag bei exakt 22° C und war Frischluft klimatisiert. Man freute sich diese Luft zu atmen.
„In dem Stuhl möchte ich schlafen“, erklärte ich und ließ mich in die Rückenlehne sinken.
Moorer lächelte.
„Ich hoffe, nicht Sie derart zu langweilen.“
Ich schüttelte überzeugt den Kopf.
„O bestimmt nicht. Wir kommen gewiss miteinander ins Gespräch. Auch, wenn ich lieber ihren Boss gesprochen hätte.“
Moorer schaffte es zu lächeln und betroffen zu wirken.
„Mister Wang hätte sich wirklich gerne Zeit für sie genommen. Sie haben ja zum Ausdruck gebracht, dass sich Ihre Angelegenheit für Sie sehr wichtig anfühlt, aber er ist immer sehr beschäftigt.“
„Sehen Sie. Das dachte ich mir.“
Moorer fixierte mich abwartend.
„Probleme sind immer so subjektiv. Ich halte ein Datenleck in Ihrer Organisation für relevant und für Sie ist das vielleicht gar kein Thema. Wobei New Orleans natürlich schon ein bisschen heikel war.“
Moorer strahlte mich an, als wäre er froh, dass wir gleich, über diese Unannehmlichkeit sprechen konnten.
„Wir hatten Zugriff auf die entsprechenden Datenbanken in New Orleans, um Systeme zu ermöglichen, die uns eine Vorhersage von Straftaten erlauben. Wir wollen die Welt sicherer machen.“
Moorer wirkte überzeugt von dem was er sagte.
„Na ja, eine private Firma, darf polizeiliche und richterliche Daten ungehindert analysieren. Da kann man, mit etwas bürgerrechtlichem Instinkt schon zucken.“
Jetzt strahlte ich ihn an und fuhr fort:
„Und wie lautet die Formel? 15, schwarz, Diebstahl, wird mit 16 immer noch schwarz sein und erneut einen Diebstahl begehen? Besser ihn gleich bis 25 ins Gefängnis stecken?“
Moorers Blick wurde kurz starr, als wäre er ein Androide, den eine falsche Befehlsschleife irritiert.
„Sie sagten, Sie hätten Informationen über ein Datenleck? New Orleans war keines.“
Okay, Diskussionen wusste er zu beenden.
„Aber, wenn jemand eine Datenbank anlegen würde, in der Ihre, nicht ganz offizielle, Kundschaft vermerkt ist? Alle die gerne Ihre G-City-Plattform verwenden, um in nicht rechtsstaatlichen Ländern, ihre Ermittlungen durchzuführen und damit ungeliebte Oppositionelle überwachen?“
„Dann würde ich sagen: Solche Kundschaft haben wir nicht.“
Ich ließ einen USB-Stick, auf den Tisch zwischen uns gleiten, einen billigen USB 2.0, der verriet, wie sorglos ich mit diesen Daten umging, die Moorers Boss den Kopf kosten konnten.
„Hansen hat nicht mal viel dafür verlangt. Weder für das Anlegen, noch für die Übergabe. Sie scheinen ihn prinzipiell gut zu bezahlen.“
Hinter der Botox-glatten Stirn brach Hektik aus. Hansen löste etwas aus, was Moorer aber nicht sofort zuordnen konnte. Die Information Hansen war bedeutungslos genug sie nicht präsent zu haben, wurde jetzt aber ganz vorne im Fokus benötigt.
Ich half ihm.
„Einer Ihrer Mitarbeiter, groß, blond, belanglos.“
Das schien zu helfen.
„Hansen, sagen Sie? Und die Datenbank, von der Sie behaupten, dass es Sie gibt, ist da drauf.“
Ich nickte, mit einem sehr zufriedenen Gesicht.
„Hier drauf und auf 11 weiteren USB-Sticks. Wissen Sie es gab da ein Angebot bei Amazon, die waren“.
„Ich würde Ihr Anliegen mit Herrn Wang besprechen und dann mit Ihnen Kontakt aufnehmen.“
Er lächelte. Er lächelte als hätte ich ihm nicht gerade in die Eier getreten oder, als ob er das mochte.
Ich stimmte in sein Lächeln ein, als würde ich die Melodie eines gemeinsames Liedes aufnehmen.
„Lassen Sie sich nur nicht zu viel Zeit. Ich müsste morgen wieder los. Wissen Sie, wir“ ich ließ ihn ein bisschen zittern, dass er es mit einer Gruppe zu tun hatte, „helfen Firmen weltweit, in ihren Sicherheitsmaßnahmen besser zu werden. Wir sind praktisch eine Partnerfirma und vielleicht ist Mister Wang ja bereit sich mit mir auszutauschen.“
Moorer lächelte und jetzt war ich mir sicher, dass er sich heute Abend von irgendjemand würde auspeitschen lassen, um dieses Lächeln immer und immer wieder aufzeigen zu können, scheißegal, wie er sich fühlte.
„Sir, herzlichen Dank für Ihren Besuch. Spätestens morgen Früh, wissen Sie, was wir Ihnen anbieten können.“

09/20 PGF

23.

When I called the Palantir Systems head office, I did not, as expected, get an appointment with Wang directly. But since I could make it credible that the matter was explosive, I made an appointment with his executive assistant, a guy named Moorer.
The company headquarters was nice to look at: a clinker brick facade with high arched windows, embedded in the greenery of a few plane trees that surrounded the building.
The lady from the reception led me to an office on the first floor, where I had to wait a little longer before Moorer had time for me.
Wang’s assistant was the prototype of the optimized modern man, and I admit I felt like a homo erectus next to him.
There was not a hair wrong with him, his eyebrows were plucked. He was perfectly tanned, but not in such a way that one had to accuse him of threatening skin cancer. He was trained, looked fresh, had a lot of stamina, as if you could start an Ironman with him, now or in an hour, and he would hold out. His smile was charming, catchy, there was no trace of self-doubt. It didn’t look fake, as if he had to take it off the shelf and put it on every morning.
He grabbed my hand, with a warm, perfectly balanced handshake, and said, „I’m glad the appointment was possible for you, please come in.“
I was curious to see how long he would last with the smile-for-life mode, with my news.
He closed the door behind me and we sat down. I was sure the room temperature was exactly 22° C and had fresh air conditioning. I was happy to breathe this air.
„I would like to sleep in that chair,“ I explained and let myself sink into the backrest.
Moorer smiled.
„I hope not to bore you like this.“
I shook my head with conviction.
„Oh, certainly not. We will certainly get into conversation with each other. even if I’d rather talk to your boss.“
Moorer managed to smile and look concerned.
„Mr. Wang would really have liked to take time for her. You have expressed that your matter feels very important to you, but he is always very busy.“
„Look. I thought so.“
Moorer fixed me waiting.
„Problems are always so subjective. I think a data leak in your organization is relevant, and for you it may not be an issue at all. Although New Orleans was a bit of a touchy place.“
Moorer beamed at me as if he was glad that we could talk about this inconvenience right away.
„We had access to the relevant databases in New Orleans to enable systems that allow us to predict crimes. We want to make the world a safer place.“
Moorer seemed convinced by what he said.
„Well, a private company, can analyze police and judicial data without hindrance. You can flinch with a little civil rights instinct.“
Now I beamed at him and went on:
„And what is the formula? 15, black, theft, will still be black at 16 and commit another theft? Better to put him in jail until 25?“
Moorer’s gaze went rigid for a moment, as if he were an android irritated by a false command loop.
„You said you had information about a data leak? New Orleans was not.“
Okay, he knew how to end discussions.
„But if someone were to create a database that listed your, not entirely official, clientele? All those who like to use your G-City platform to conduct their investigations in countries where the rule of law does not apply, and thus monitor unpopular opposition figures?“
„Then I would say: We do not have such clientele.“
I let a USB stick slide on the table between us, a cheap USB 2.0, which revealed how carelessly I handled this data, which could cost Moorers boss his head.
„Hansen didn’t even ask much for it. Neither for the installation nor for the handover. You seem to pay him well in principle.“
Behind that Botox-smooth forehead, a rush broke out. Hansen triggered something that Moorer could not immediately attribute to him. Hansen’s information was meaningless enough not to have it present, but was now needed at the very front of the focus.
I helped him.
„One of your employees, tall, blond, petty.“
That seemed to help.
„Hansen, you say? And the database you claim exist is on there.“
I nodded, with a very pleased face.
„On this and 11 other flash drives. You know, there was an offer on Amazon that was.“
„I would discuss your request with Mr. Wang and get back to you.“
He smiled. He smiled as if I hadn’t just kicked him in the balls or as if he liked it.
I tuned into his smile as if I was picking up the melody of a song we were singing together.
„Just don’t take too much time. I would have to leave again tomorrow. You know, we“ I made him tremble a bit that he was dealing with a group, „help companies around the world to improve their security measures. We’re practically a partner company, and maybe Mr. Wang would be willing to share his experience with me.“
Moorer smiled and now I was sure that he would get himself whipped by someone tonight to show that smile over and over again, no matter how he felt.
„Sir, thank you very much for your visit. By tomorrow morning at the latest, you’ll know what we can offer you.“

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (DeepL pro)
Note: Subsequent corrections in inverse front

09/20 PGF

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