Der Älteste / The eldest (31)

31.

„Also die Sache ist etwas kompliziert, versucht man sie zu erklären.“
Milton sah mich skeptisch an.
„Sie sind vom Fach?“
„Nur, für erschlagene Indianer“, lag mir auf der Zunge, aber ich bremste mich.
„Nein, kein Fachmann. Ein Freund von mir hatte einen Unfall.“
Ich ließ eine kleine Pause entstehen.
„Man könnte auch von einem Verbrechen reden, aber das ist noch unklar. Jedenfalls ist er tot und ich möchte herausfinden, was der Hintergrund ist.“
„Und was hat das mit den Pueblo zu tun?“
„Anscheinend gibt es einen Mythos und eine Trommel, die damit zu tun hat, wegen denen er eventuell ermordet wurde.“
Der Professor hob die Augenbrauen, wie er es vermutlich bei Studenten tat, die unberechtigt versuchten, eine bessere Bewertung von ihm zu erhalten.
Er sah fragend zu Lily.
„Ich bin nicht sicher, ob ich dafür der Richtige bin. Mein Schwerpunkt ist die Keramik der Indianer. Ich kann ihnen etwas über die Kulturentwicklung erklären, die sich daran ablesen lässt, dass Keramik von dickwandig-plump zu fein-rund wird. Wie sich die Ornamentik darauf verändert. Ich kann euch erklären, dass auf die Korbflechter-Periode, mit den Pueblo I die Zeit der Kiva beginnt, in denen“.
„Stopp!“
Der Professor sah mich irritiert an.
„Ja?“
„Was sagten Sie eben?“
„Korbflechter?“
„Nein Kira.“
„Kiva.“
„Ja, Kiva.“ Ich sah nach Lily. „Das hat Wang auch erwähnt. Wann war das?“
„Etwa 800 n. Chr.“
Das war lang genug her, um jemand – etwas – zum Ältesten zu erklären.
„War in dieser Zeit noch etwas auffällig?“
Milton dachte nach.
„Es kommt darauf an was du unter „dieser Zeit“ verstehst. In der Epoche der Pueblo II, etwa 100 Jahre später, beginnt plötzlich der Kult der Kopf-Deformität, die wir nicht erklären können. Es wurden vermehrt „rigid cradle boards“ eingesetzt, die den Schädel der Säuglinge in die Länge zwangen.“
Ich dachte an den seltsamen Kopf, des Ältesten.
„Joe, verräts du mir, was dich an diesen ungelösten Sachen fasziniert? Vielleicht kann ich dann besser helfen.“
Eine Idee war ich ihm vermutlich schuldig – später.
„Ja, ja natürlich. Aber etwas fehlt mir noch: Gibt es irgendwelche Hinweise auf Zeichen, die auf eine Sprache oder etwas Ähnliches hinweisen, für das ebenfalls niemand eine Erklärung hat?“
Michael dachte nach. Er tippte sich mit dem Finger an die Stirn, als hätte er dort die richtige Information gefunden.
„Ja, es gibt etwas. In den Mounds“.
„Den was?“
„Den Begräbnisstätten der Indianer. Es sind künstliche geschaffene Hügel, die zu rituellen Zwecken und für Begräbnisse geschaffen wurden.“
„Und was ist daran auffällig?“
„Man fand seltsame Tontafeln, mit Zeichen übersät.“
„Was weiß man über die Zeichen?“
„Nichts Genaues. Die Tafeln bestanden aus Stein oder Ton und waren mit abstrakten und konkreten Darstellungen verziert. Sie konnten in der Hand gehalten werden, vielleicht um etwas damit zu bedrucken.“
„Aber wozu sie dienten?“
„Weiß man nicht.“
Ich ließ Miltons Hinweise auf mich wirken. Nichts davon gab mir eine konkrete Auskunft. Aber es waren Indizien.
„Also Joe, worauf willst du hinaus?“
„Mein Freund war von einem Mythos überzeugt“, ich zog es vor, die Geschichte weiter so zu behandeln, „in dem ein uraltes Geschöpf, welches über unendliches Wissen verfügt, mit verschiedenen Kultgegenständen, von den Indianern kontaktiert werden konnte. Bevorzugt während einem Ritual in einer Kiva. Der Zeitpunkt den du mir nennst passt zu der Bezeichnung „Der Älteste“.
Vielleicht hat der Mythos dazu geführt, dass die Indianer diesen Kult mit den deformierten Schädeln begannen, um das Aussehen des legendären Ältesten nach zu empfinden.
Die Trommel, so hat es Kho geschildert, sei übersät mit Zeichen gewesen, die nur der Älteste zu deuten fähig war. Vielleicht wurden diese Tontafeln, den Verstorbenen mitgegeben, damit sie mit dem Ältesten in Kontakt bleiben konnten.
Klingt das verrückt?“
Mit einem Lächeln erklärte Milton: „Laienhaft. Viel zu viele Hypothesen, die sich gegenseitig begründen und keine untersucht und nachgewiesen. Aber ansonsten stimmig.“
Das genügte mir.
Mit dem Pathos von „dass ich dich frage, ist ein Friedensangebot“, wandte ich mich an Lily.
„Wie siehst du das?“
Ihr Blick blieb hart, aber ich merkte ihr an, dass sie mir weiterhelfen würde.
„Wie etwas, dass man ordentlich abklopfen muss, um zu wissen, was dahintersteckt.“
Michael betrachtete uns zufrieden.
„Also konnte ich helfen?“
Ich nickte überzeugt.
„Ja, unbedingt. Das gibt den losen Bruchstücken, die ich hatte, ein wenig Substanz. Begleitest du uns zurück nach Ogden? Ich würde dich gerne“, ich sah nach Lily, „euch zu einem Drink einladen.“
Die Idee schien Professor Milton zu gefallen.
„Warum nicht? Die Nacht wollte ich ohnehin in der Stadt verbringen. Staub braucht ein Glas Bourbon, um hinunter gespült zu werden.“

09/20 PGF

31.

„Well, it’s a bit complicated, you try to explain it.“
Milton looked at me skeptically.
„You’re in the business?“
„Only for slain Indians“ was on the tip of my tongue, but I held back.
„No, I’m no expert. A friend of mine had an accident.“
I let it rest for a while.
„One could also speak of a crime, but that is still unclear. Anyway, he’s dead and I’d like to find out what the background is.“
„And what does this have to do with the Pueblo?“
„Apparently, there’s a myth and a drum that has to do with why he may have been murdered.“
The professor raised his eyebrows, as he probably did with students who unjustly tried to get a better evaluation from him.
He looked questioningly at Lily.
„I’m not sure I’m the right person for this. My main focus is Native American ceramics. I can explain to them something about the development of culture, which can be seen in the fact that ceramics go from thick-walled plump to fine-rounded. How the ornamentation on it changes. I can explain to you that the basket weaver period, with the Pueblo I, the time of the Kiva begins, in which“.
„Stop!“
The professor looked at me irritated.
„Yes?“
„What did you just say?“
„Basket maker?“
„No, Kira.“
„Kiva.“
„Yes, Kiva.“ I was checking on Lily. „Wang mentioned that, too. When was that?“
„About 800 A.D.“
That was long enough for someone – something – to be declared an elder.
„Was anything else unusual at that time?“
Milton thought about it.
„It depends on what you understand by „that time“. In the era of Pueblo II, about 100 years later, suddenly the cult of head deformity begins, which we cannot explain. More and more „rigid cradle boards“ were used, which forced the infants‘ skulls to lengthen.“
I thought of the strange head of the elder.
„Joe, can you tell me what fascinates you about these unsolved things? Maybe I can help better.“
I probably owed him an idea – later.
„Yes, yes, of course. But there’s one thing I’m still missing: Are there any indications of signs that point to a language or something similar, for which no one has an explanation either?“
Michael thought about it. He tapped his finger on his forehead as if he had found the right information there.
„Yes, there is something. In the Mounds“.
„The what?“
„The burial grounds of the Indians. They are artificially created mounds, created for ritual purposes and for burials.“
„And what is striking about them?“
„They found strange clay tablets covered with signs.“
„What is known about the signs?“
„Nothing specific. The tablets were made of stone or clay and were decorated with abstract and concrete representations. They could be held in the hand, perhaps to print something.“
„But what were they for?“
„We do not know.“
I let Milton’s hints work on me. None of them gave me any concrete information. But they were clues.
„So, Joe, what are you getting at?“
„My friend was convinced of a myth,“ I preferred to continue to treat the story in the same way, „in which an ancient creature with infinite knowledge could be contacted by the Indians with various cult objects. Preferably during a ritual in a Kiva. The time you mention fits the term „The Elder“.
Maybe the myth led the Indians to start this cult with the deformed skulls to recreate the appearance of the legendary elder.
The drum, as Kho described it, was covered with signs that only the eldest was able to interpret. Perhaps these clay tablets were given to the deceased so that they could stay in contact with the elder.
Does that sound crazy?“
With a smile, Milton explained, „Laymanly. Far too many hypotheses that are mutually substantiating and none that have been investigated and proven. But otherwise consistent.“
That was enough for me.
With the pathos of „that I ask you is a peace offering,“ I turned to Lily.
„What do you think of that?“
Her look remained hard, but I could tell she would help me.
„Like something you have to tap-dance to know what’s behind it.“
Michael looked at us with satisfaction.
„So I could help?“
I nodded convinced.
„Yes, absolutely. It gives a little substance to the loose fragments I had. Will you accompany us back to Ogden? I’d like to,“ I looked up at Lily, „invite you for a drink.“
Professor Milton seemed to like the idea.
„Why not? I was going to spend the night in town anyway. Dust needs a glass of bourbon to be washed down.“

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (DeepL pro)
Note: Subsequent corrections in inverse front

09/20 PGF

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