Der Älteste / The eldest (32)

32.

Es wurde ein netter Abend, mit dem Professor der trinkfester war, als ich erwartet hatte. Er reiste am nächsten Tag ab, den ich im Wesentlichen damit verbrachte, endlich mal ein paar Stunden am Stück zu schlafen.
Am nächsten Morgen schrieb ich Lily eine SMS: „Hi Lil´ danke nochmals für alles. Vielleicht demnächst im Brew.“
Eine Antwort blieb aus.
Ich setzte mich an den Computer und beschäftigte die Suchmaschinen damit, mir zu listen, was ein „altes Geschöpf“ auf der Erde bedeuten konnte.
Die Ergebnisse waren verblüffend. Ich entdeckte einen Artikel über einen Hai, der über 400 Jahre alt war, also seit 1617 durch die Weltmeere schwamm. Damit war ich noch nicht bei 1000 Jahren. Die jedoch waren schnell getoppt, wenn man beim Alter, alle Organismen miteinbezog: In Finnland gab es eine Gruppe von Bäumen, die stolze 9550 Jahre alt waren und es existierten Schwämme mit einem Alter von über 10000 Jahren. Also konnte Krötenmann, wie ich den Ältesten getauft hatte, zumindest theoretisch, um die 1000 Jahre alt sein.
Als Prinzip war anzusehen: wenig Sauerstoffverbrauch ergibt hohes Alter.
Zufrieden klappte ich den Laptop zu. Ich hatte meine Indizien, ich hatte die nächste Hypothese, dass ein sehr altes Geschöpf tatsächlich leben konnte. Jetzt musste ich mir nur noch Gedanken machen, wie ich in den nächsten fünf Tagen die Trommel finden und Wang übergeben konnte.
Stille senkte sich über mich.
Wie die Trommel finden? Das war die eigentliche Frage! Hypothesen waren nett. Aber sie waren nicht mehr, als ein Antrieb, die Gründe für Kho´s Tod ernst zu nehmen. Wirklich der Sache näher, kam ich nur, wenn ich auch die Trommel fand. Wobei mir Lily gut geholfen hätte. Die ich gründlich verärgert hatte.
Plötzlich fühlte ich mich müde. Klar, ich konnte die Aufträge von meinem Anrufbeantworter annehmen, gutes Geld verdienen, damit ein paar coole Monate machen und weiterziehen. Aber machte das wirklich Spaß – und von Sinn war am besten gar nicht zu reden – wenn mein Leben sich nur immer mich selbst drehte? Wie fühlte sich der Tag an, ohne Whiskey und ohne Lily? Wie würden die nächsten Monate werden, ohne einen Freund, wie Kho? Tagein tagaus jeden Abend im Brew? Keine Perspektive. Ich hatte keine Perspektive. Ich soff und verbitterte und tröstete mich mit Blödsinn über meine Schwächen hinweg.
Jetzt kam der Durst. Nicht nach Wasser. Nein, Wasser war nicht das Thema. Ein Schluck Wasser des Lethe, danach verlangte mich. Am besten zwei Flaschen davon eisgekühlt.
Ich nahm mein Handy und wählte Lilys Nummer aus. Ich ließ es solange klingeln bis sie dran ging. Das dauerte eine Weile.
„Was willst du, Joe?“ Sie klang frostig wie erwartet.
„Mich entschuldigen.“
Stille.
„Für was?“
„Meine Bosheit, dafür dass ich – ach scheiße! Weil ich dich verletzt habe. Dafür möchte ich mich entschuldigen.“
Sie schwieg.
„Vielleicht hattest du recht.“
Meinte sie nach einer Weile.
„Wie meinst du?“
„Ja, dass wir doch nicht zusammenpassen. Vielleicht bin ich zu weich, du zu rau.“
Der Gedanke schmerzte mich. Aber ich blieb tapfer.
„Könnte sein. Ich meine, ich habe es geahnt. Aber irgendwie.“
„Zieht es dich zu mir.“
„Ja.“ Gestand ich.
Ich hörte sie leise atmen und fragte mich, ob sie weinte.
„Mir geht es nicht anders.“ Sagte sie in mein Nachdenken hinein. „Warum auch immer.“
Mein Herz und mein Magen machten irgendetwas was ich nicht kannte, aber es fühlte sich schön an.
„Wollen wir uns treffen?“
„Ja, ich komme zu dir.“
Einen Moment war ich versucht „nein“ zu sagen, aber dann begriff ich, dass auch das ein Teil davon war, jemand in mein Leben hinein zu lassen.
„Schön. Ich freue mich, wenn du da bist.“ Sagte ich und fühlte es nicht.
Ich wusste nicht, was ich fühlte. Aber ich wollte versuchen, es herauszufinden.

09/20 PGF

32.

32.

It turned out to be a nice evening with the professor who was able to drink more than I had expected. He left the next day, which I basically spent sleeping for a few hours at a stretch.
The next morning I sent Lily a SMS: „Hi Lil‘ thanks again for everything. Maybe soon at the Brew.“
There was no reply.
I sat down at the computer and used the search engines to list what an „old creature“ on earth could mean.
The results were astonishing. I discovered an article about a shark that was over 400 years old, that is, it had been swimming the oceans since 1617. With that I was not yet at 1000 years. However, these were quickly topped, if I included all organisms in the age: In Finland there was a group of trees that were proud 9550 years old and there were sponges with an age of over 10000 years. So, toad man, as I called the oldest, could at least theoretically be around 1000 years old.
The principle was: little oxygen consumption results in high age.
Satisfied, I closed the laptop. I had my clues, I had the next hypothesis that a very old creature could actually live. Now I only had to think about how I could find the drum and hand it over to Wang in the next five days.
Silence fell upon me.
How to find the drum? That was the real question! Hypotheses were nice. But they were nothing more than a motivation to take the reasons for Kho’s death seriously. Really closer to the matter, I only came closer if I found the drum as well. Which Lily would have helped me a lot. Who I had thoroughly annoyed.
Suddenly I felt tired. Sure, I could take the orders from my answering machine, earn good money, make a few cool months and move on. But was it really fun – and it was best not to talk about sense at all – when my life was just always revolving around me? How did that day feel, without whiskey and without Lily? What would the next months be like without a friend like Kho? Day in, day out every evening at the Brew? No perspective. I had no perspective. I drank and became bitter and consoled myself with nonsense about my weaknesses.
Now came the thirst. Not for water. No, water was not the issue. A sip of water of the Lethe, that’s what I was longing for. Best of all two bottles of it ice-cold.
I took my cell phone and dialed Lily’s number. I let it ring until she answered it. That took a while.
„What do you want, Joe?“ She sounded frosty as expected.
„Apologize.“
Silence.
„Apologize for what?“
„My wickedness, for being – oh shit! For hurting you. For that I apologize.“
She remained silent.
„Maybe you were right.“
She said after a while.
„What do you think?“
„I know we’re not right for each other. Maybe I’m too soft, maybe you’re too rough.“
It hurt me to think about it. But I remained brave.
„Maybe you are. I mean, I suspected it. But somehow.“
„You are drawn to me.“
„Yes.“ I confessed.
I heard her breathing softly and wondered if she was crying.
„I feel the same.“ She said into my thinking. „For whatever reason.“
My heart and stomach were doing something I didn’t know, but it felt beautiful.
„Shall we meet?“
„Yes, I’ll come to you.“
For a moment I was tempted to say „no“, but then I realized that this was also part of letting someone into my life.
„Fine. I’m glad you’re here.“ I said it and I didn’t feel it.
I didn’t know what I was feeling. But I wanted to try to figure it out.

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (DeepL pro)
Note: Subsequent corrections in inverse front

09/20 PGF

5 Kommentare

  1. Tja… Ja… Was soll ich sagen. Menschlich. Nachvollziehbar. Eine Seite der Geschichte. Ein sympathischer Anti-Held 😉 dieser Joe.

    Wobei mir einfällt, mit Joe’s hatte ich es auch schon zu tun. Der Name passt. Sehr eigene Typen 😉

    Gute Nacht, Peter ✨

    Gefällt 1 Person

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