Der Älteste / The eldest (38)

38.

Wir verloren keine Zeit. Nach einem herzlichen Abschied zwischen Lily und der Alten und einem kühlen mit mir, fuhren wir los in Richtung der Little Brush Creek.
Über Vernal war es eine Fahrt von einer Stunde.
Wir kamen gut voran. Ein glühender Nachmittag lag auf dem Land und ich war froh, dass die Klimaanlage von Lilys kleinem Japaner sie draußen hielt.
„Denkst du wir finden ihn?“ Fragte sie in das gleichmäßige Summen des Kühlaggregats.
Um ihre Frage nicht unbeantwortet zu lassen, reagierte ich, obwohl ich keinen Sinn darin sah, mir darüber jetzt Gedanken zu machen.
„Ich denke schon. Die glauben ja alle an ihre Visionen und, wenn er eine hatte wird er sich auf den Weg gemacht haben.“
„Du hältst das alles für Einbildung oder?“
Ich zuckte mit den Schultern.
„Nein, ich glaube nicht und ich zweifle nicht. Ich beschäftige mich mit dem was ich sehe und greifen kann. Und du?“
„Ich fand die alte Indianerin schon sehr geheimnisvoll. Vielleicht haben die Indianer noch mehr Verbindung, weil sie näher der Natur leben.“
Ich winkte ab.
„Und näher dem Gesetzesbruch.“
Wir erreichten einen kleinen Parkplatz, der auf einem Schild, den Weg zur Höhle auswies.
„Sie haben Ihr Ziel erreicht“, trötete das Navi.
Der Weg zum Eingang der Höhle war kurz. Wir liefen vielleicht zehn Minuten einen Schotterweg hinauf, nach dem sich, in einer Senke, der Eingang zur Höhle befand. Die Senke war etwa knöchelhoch mit Wasser gefüllt.
„Sollte das nicht staubtrocken sein?“ Dachte ich laut.
„Nein“, erklärte Lily, „das Eis hält im Winter das Wasser oben in den Bergen. Vermutlich haben wir Glück, dass es trocken genug ist, damit wir überhaupt die Höhle betreten können.
Gemeinsam näherten wir uns dem Eingang. Ich warf einen kurzen Blick hinein.
„Stockfinster. Wirkt nicht gerade touristisch erschlossen.“
„Vermutlich hat Skyler sie deshalb für die Trommel ausgesucht.“
„Und die Feuchtigkeit schadet ihr nicht?“
„Keine Ahnung, Joe. Manchmal fragst du zu viel.“
Wir nahmen unsere Smartphones heraus, aktivierten die Taschenlampe und betraten die Höhle.
Sie war nicht für Amateure gemacht. Von der Decke ragten dicht, unzählige Stalaktiten, wie die Zähne eines Raubfisches und in die engen Felspassagen waren querliegende Holzstämme gepresst, entweder vom Wasser in die Höhle getragen und dort verkeilt oder vergebliche Versuche, eine Holzkonstruktion zu bauen, um die Decke zu stützen.
Wir kamen nur mühsam voran. Auf Abschnitte, in den wir einigermaßen aufrecht gehen konnten, folgten solche, in denen wir am Boden kriechen oder über Felsen hinweg klettern mussten.
Dann änderte sich die Deckenhöhe und wir bekamen mehr Platz um aufrecht zu gehen. Dafür zeigten sich jetzt am Boden, immer wieder, kleine Pools in denen sich abgestandenes Regenwasser befand. Weder Lily´s noch meine Füße blieben trocken, aber immerhin erreichten wir eine erste Kammer. Hier gab es etwas Tageslicht, welches durch einen vertikalen Schacht, von oben, in die Höhle fiel.
„Brauchst du eine Pause“, fragte ich Lily, die nicht weniger schwer schnaufte, wie ich.
Sie winkte ab.
„Nein, ich will nur schnell wieder hier raus.“
„Platzangst?“
„Ein wenig.“
Ich sah ihr an, dass es etwas mehr war.
Wir setzten unseren Weg fort und erreichten nach drei Passagen die jemand, mit Holztafeln als „No Name“, „Bone“ und „Huming“ gekennzeichnet hatte, einen großen, stockfinsteren Raum. Das Atrium der Höhle.
Der Raum war gefüllt mit unserem Atmen und dem Tropfen der Wände. Ich konnte nicht absehen, ob er 25 oder 75 Meter Durchmesser besaß.
„Lass uns sehen, wo es, von hier aus, weitergeht.“
Ich glitt mit dem Licht meiner Smartphone-Taschenlampe über die Wände, auf der Suche nach dem nächsten Durchgang. Lily folgte meinem Beispiel und fast zeitgleich kreuzten sich, unsere Lichter, über einem, am Boden liegenden Körper und erstarrten.
Dort lag ein Toter und er lag noch nicht lange dort.

PGF 09/20

38.

We lost no time. After a hearty farewell between Lily and the old lady and a cool one with me, we drove off towards Little Brush Creek.
Via Vernal it was a one hour drive.
We made good progress. A glowing afternoon lay on the countryside and I was glad that the air conditioning of Lily’s little Japanese kept her out.
„Do you think we’ll find him?“ she asked into the steady hum of the AC.
So as not to leave her question unanswered, I reacted, although I didn’t see any point in worrying about it now.
„I think so. They all believe in their visions and, if he had one, he will have set out on his journey.“
„You think it’s all in their head, don’t you?“
I shrugged my shoulders.
„No, I don’t think so and I don’t doubt. I am preoccupied with what I can see and touch. And you?“
„I found the old Indian woman very mysterious. Maybe the Indians are more connected because they live closer to nature.“
I waved.
„And closer to breaking the law.“
We reached a small parking lot with a signpost indicating the way to the cave.
„You have reached your destination,“ the GPS sounded.
The path to the entrance of the cave was short. We walked up a gravel path for maybe ten minutes, after which, in a hollow, the entrance to the cave was located. The depression was filled with water about ankle-high.
„Shouldn’t that be dust-dry?“ I thought out loud.
„No,“ Lily explained, „the ice keeps the water up in the mountains in winter. We’re probably lucky that it’s dry enough for us to enter the cave at all.
Together we approached the entrance. I took a quick look inside.
„Pitch-black. Does not seem to be developed for tourists.“
„Probably why Skyler picked it for the drum.“
„And the humidity’s not harmful?“
„I don’t know, Joe. Sometimes you ask too much.“
We took out our smartphones, activated the flashlight, and entered the cave.
It was not made for amateurs. From the ceiling protruded densely, countless stalactites, like the teeth of a predatory fish, and into the narrow rock passages were crosswise logs pressed, either carried by the water into the cave and wedged there, or futile attempts to build a wooden construction to support the ceiling.
We made only slow progress. Sections where we could walk upright were followed by sections where we had to crawl on the ground or climb over rocks.
Then the ceiling height changed and we got more space to walk upright. But now, on the ground, there were small pools with stale rainwater in them. Neither Lily’s nor my feet remained dry, but at least we reached a first chamber. Here there was some daylight, which fell through a vertical shaft, from above, into the cave.
„Do you need a break,“ I asked Lily, who was panting no less heavily than I was.
She waved away.
„No, I just want to get out of here quickly.“
„Claustrophobic?“
„A little.“
I could tell by looking at her that it was a little more.
We continued on our way and after three passages that someone had marked with wooden boards as „No Name“, „Bone“ and „Huming“, we reached a large, pitch-black room. The atrium of the cave.
The room was filled with our breathing and the dripping of the walls. I could not tell whether it was 25 or 75 meters in diameter.
„Let’s see where it goes from here.“
I glided over the walls with the light of my smartphone flashlight, looking for the next passageway. Lily followed my example and almost simultaneously our lights crossed over a body lying on the floor and froze.
There was a dead man lying there and he had not been lying there for long.

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (DeepL pro)
Note: Subsequent corrections in inverse front

09/20 PGF

2 Kommentare

  1. Wenn ich etwas lese, das mich grundsätzlich interessiert, wie diese Geschichte, dann merke ich einen guten Erzählstil daran, dass mir kein bestimmtes Wort und keine bestimmte Wendung als sperrig oder unangenehm auffällig ins Auge fällt, sondern ich mit dem Text durch die Geschichte gleite. Im Fall von diesem Teil, war sogar das Gefühl der Platzangst schon spürbar, bevor ich las, dass Lily sich so fühlte. Das nenne ich gekonnt 🤗

    Gefällt 3 Personen

    Antworten

    1. Liebe Marion, sehr schön.
      Ich lese noch viel Unfertiges und frage mich, wo es sich in die Länge zieht oder Aspekte unklar sind.
      In dieser Phase, in der der innere Kritiker pedantisch kommentiert, ist Zuspruch von Außen extrem wichtig, um dran zu bleiben.
      Schönen Abend
      Peter

      Gefällt 1 Person

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