Der Älteste / The eldest (40)

40.

„Wir müssen hier raus.“ Stellte ich, nach einem Moment Stille, entschlossen fest.
Ich empfand unsere Situation, ähnlich der, wie nach ein oder zwei Whiskey Sour zu viel, wenn ich auf wackligen Beinen und mit eingetrübten Sinnen, den Weg nach Hause angetreten hatte. Auch nicht immer ganz orientiert und Herr der Lage.
Lily reagierte nicht.
„Lily?“
„Luft!“ keuchte sie. „Luft!“
Sie benötigte nicht mehr, als diese zwei mal vier Buchstaben, um mir klar zu machen, dass sie gerade eine absolute Panikattacke erlebte.
„Lily, ich bin bei dir.“
Ich fuchtelte lautlos durch die Dunkelheit und versuchte sie zu fassen, ohne, dass sie mir dabei helfen musste.
„Luft!“
Sagte sie wieder.
Es kam von rechts. Nicht weit entfernt.
Ich machte einen Schritt dort hin und fuchtelte wieder.
Jetzt hörte ich sie, schon ganz nah, um Luft ringen.
„Lily, wir kommen hier raus.“
Ich machte noch einen Schritt und noch einen und dann streifte ich ihren Oberarm.
„Hier bin ich.“
Ich fasste sie zart am Arm und sie drückte sich mir entgegen.
„Ich muss hier raus.“
Sie klang atemlos.
„Ja, komm.“
Ich wählte wahllos eine Richtung und zog sie mit. Mit meiner Rechten fuchtelte ich im Dunkeln vorwärts, mit der linken hielt ich Kontakt zu Lily. Ich spürte, dass sie zu viel Nähe nicht ertrug.
Nach endloser Zeit, tastete meine Hand schließlich die Felswand. Auf die Gefahr hin zwei Meter weiter links, den Durchgang zu erreichen, tastete ich mich trotzdem nach rechts, bis ich ins Leere griff und wusste, dass wir dort angelangt waren, wo wir die Kammer betreten hatten.
„Okay, Lily. Es geht heimwärts.“
Sie war nicht fähig zu antworten.
„Wäre cool, wenn Verordnung 7 tatsächlich in Kraft getreten wäre.“ Versuchte ich, sie aufzuheitern.
Sie lachte schwach.
Es ging mühsam durch die Dunkelheit voran. Ich erinnerte mich, dass wir drei Passagen mit unterschiedlichen Formen, auf dem Weg in die Höhle durchlaufen hatten. Eine sehr eng, eine sehr feucht und eine mit sehr unebenem Boden. Auf dem Hinweg hatte uns das zehn Minuten gekostet, zurück waren wir vielleicht eine Stunde beschäftigt, einen Weg zu finden, ohne uns alle Knochen zu brechen.
Als mein Fuß in einer nassen Senke landete, wusste ich, dass wir alle drei hinter uns hatten. Aber jetzt begann der eigentlich schwierige Teil.
„Wir müssen auf den Boden.“
„Was?“
Lily klang wie jemand der sich gerade von einem Sprint erholt und plötzlich vor einem Tiger davonrennen soll.
„Hier sind zu viele Löcher im Boden. Wir stürzen im Dunkeln. Wir kriechen über den Boden und du hältst dich an mir fest.“
„Ich kann das nicht.“
Ich spürte, wie ich ungeduldig würde.
„Doch das kannst du. Es ist der einzige Weg nach draußen.“
Gegen ihren Widerstand zog ich sie zu Boden und krabbelte los. Schon noch kurzer Zeit waren meine Ärmel und Hosen klatschnass und meine Hände voller Schlamm.
Lily keuchte, als läge sie in den Wehen.
Wir kamen unsäglich langsam voran. Der einzige Vorteil dieser Fortbewegung war, dass wir sie nicht mehr ändern mussten. Wir kamen so gut durch den Teil, den wir auch auf dem Weg in die Höhle, in der Hocke zu gebracht hatten.
Schließlich erreichten wir, schon nahe dem Eingang, den Abschnitt mit den querliegenden Holzstämmen.
Jetzt versagten Lily endgültig die Nerven und Kräfte.
„Ich kann nicht mehr!“ Schrie sie plötzlich. „Es fühlt sich an als wären überall Käfer und Spinnen und Schleim.“
Aber du hast wieder Luft zum Schreien, dachte ich.
„Ja, ist wie bei der Geburt, mit Schleim und Kot durch den engen Schacht.“
„Hör auf, Joe! Ich bin klatschnass. Ich schwitze und friere trotzdem. Meine Hände fühlen sich an, als hätte ich sie mit einer Feile bearbeitet.“
„Aber du hast wieder Luft zum Diskutieren.“
Es rutschte mir raus. Als ich es sagte, wusste ich, ich hätte besser geschwiegen. Aber ich wusste nicht, was sie litt, was ich nicht auch erdulden musste.
Sie stand auf.
„Scheißkerl!“ Fluchte sie.
„Pass lieber auf die Stalagmiten auf.“
„Es sind Stalaktiten.“ Raunte sie mich an.
Machte einen Schritt weg von mir und erwischte den ersten mit der Stirn.
Sie schrie auf vor Schmerz.
„Mensch Lily, warte!“
Aber sie wartete nicht.
Ich hörte, wie sie von mir wegrobbte und plötzlich erkannte ich ihre Silhouette vor mir.
Ich erkannte ihre Silhouette! Da draußen war Licht! Helles, kühles Mondlicht, das vom Eingang in den Vorbereich der Höhle leuchtete.
„Wir sind draußen.“ Rief ich begeistert.
Aber sie wartete nicht.

09/20 PGF

40.

„We have to get out of here.“ I realized, after a moment silence.
I felt our situation, similar to the way I felt after a whiskey sour or two too much, when I had made my way home on shaky legs and with clouded senses. Also not always completely oriented and master of the situation.
Lily did not react.
„Lily?“
„Air!“ she gasped. „Air!“
She needed no more than these two by three letters to make me realize that she was experiencing an absolute panic attack.
„Lily, I’m with you.“
I wavered silently through the darkness and tried to grab her without her helping me.
„Air!“
She said again.
It came from the right. Not far away.
I took a step there and waved again.
Now I could hear her, very close, struggling for air.
„Lily, we’re going to get out of here.“
I took another step and another step and then I grazed her upper arm.
„Here I am.“
I gently grabbed her arm and she squeezed out.
„I got to get out of here.“
She sounded breathless.
„Yes, come.“
I chose a direction at random and pulled her along. With my right hand I waved forward in the dark and with my left hand I kept contact with Lily. I felt she couldn’t stand too much closeness.
After endless time, my hand finally felt the rock face. At the risk of going two meters to the left to reach the passage, I groped my way to the right anyway, until I reached into the void and knew that we had reached where we had entered the chamber.
„Okay, Lily. We’re going home.“
She was not able to answer.
„Would’ve been cool if regulation seven had actually gone into effect.“ I tried to cheer her up.
She had a weak laugh.
It was going hard through the darkness. I remembered that we had passed through three passages with different shapes on the way to the cave. One very narrow, one very humid and one with very uneven ground. On the way there it had taken us ten minutes, back we were busy for maybe an hour to find a way without breaking all our bones.
When my foot landed in a wet depression, I knew that all three were behind us. But now the really difficult part began.
„We have to get down.“
„What?“
Lily sounded like someone who’s just recovering from a sprint and suddenly has to run away from a tiger.
„There’s too many holes in the floor. We’ll fall in the dark. We crawl across the floor and you hold on to me.“
„I can’t do this.“
I felt myself getting impatient.
„Yes, you can. It’s the only way out.“
Against her resistance, I pulled her to the ground and started crawling. Not long my sleeves and pants were soaking wet and my hands full of mud.
Lily gasped as if she was in labor.
We made unspeakably slow progress. The only advantage of this locomotion was that we did not have to change it. We got through the part so well that we had to squat on the way to the cave.
Finally, already near the entrance, we reached the section with the logs lying across.
Now Lily finally lost her nerves and strength.
„I can’t go on!“ she suddenly screamed. „It feels like there are bugs and spiders and slime everywhere.“
But you have air to scream again, I thought.
„Yes, it’s like when you were born, with slime and excrement through the narrow shaft.“
„Stop it, Joe! I’m soaking wet. I’m still sweating and freezing. My hands feel like I’ve been working them with a file.“
„But you’ve got room to argue again.“
It slipped out. When I said it, I knew I should have kept quiet. But I didn’t know what she was suffering, which I didn’t have to endure.
She stood up.
„Son of a bitch!“ She ran.
„Better watch out for the stalagmites.“
„They are stalactites.“ She whispered at me.
Took one step away from me and hit the first one with his forehead.
She cried out in pain.
„Gee, Lily, wait!“
But she didn’t wait.
I heard her crawl away from me and suddenly I recognized her silhouette before me.
I recognized her silhouette! There was light out there! Bright, cool moonlight shining from the entrance to the front of the cave.
„We are outside.“ I shouted enthusiastically.
But she did not wait.

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (DeepL pro)
Note: Subsequent corrections in inverse front

09/20 PGF

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