Der Älteste / The eldest (41)

41.

Auch vor der Höhle, wartete Lily nicht. Ich fand sie erst oben, beim Parkplatz, neben ihrem Wagen.
„Was war da drin los?“ Fragte ich, nicht unbedingt in einem sehr einfühlsamen Ton.
„Ich hatte keine Lust mehr, auf deine blöden Sprüche.“
„Ich wollte dir helfen.“
„Du hilfst aber niemand, mit deiner herzlosen Art.“
„Ärgerst du dich, weil du schwach warst? Weil dem hippen „modern Girl“, das Selbstverständnis in den Matsch gefallen ist.“
„Nein, ich ärgere mich nicht, weil ich schwach war, sondern weil du dich deshalb stark gefühlt hast.“
„Aber das musste ich doch.“
„Musstest du nicht!“
„Doch! So ist das immer: Einer führt, einer geht. Muss ja nicht immer der gleiche sein, der führt. Aber da drin, war ich es.“
Ich zeigte hinter mich in Richtung der Höhle.
„Darum habe ich dich nicht gebeten!“
„Nein, aber was war in der Kammer? Luft! Luft!“ Ich äffte ihre Atemlosigkeit nach.
„Ja und, was gibt dir das Recht, dich überlegen zu fühlen?“
„Habe ich gar nicht. Ich habe nur versucht, ein Halt für dich zu sein.“
„Aber“, schrie sie, „das wollte ich nicht.“
Ich winkte ab.
„Hör zu Lily, aus diesem Grund habe ich nie geheiratet. Es gibt nichts Sinnloseres, als mit jemand zu streiten, den man liebt.“
„Doch“, beharrte sie, „aus Liebe muss man manchmal streiten.“
Ich schüttelte den Kopf.
„Nein, muss man nicht. Nicht darüber, wer stark und wer schwach ist.“
„Aber du hast dich doch da drin aufgespielt.“
„Wir sollten fahren.“
„Nein, ich bin noch nicht fertig. Ich will noch reden.“
„Lass es!“
„Nein, ohne mich würdest du gar nicht mehr leben.“
„Wegen Verordnung 7 oder was?“
Ich lachte amüsiert.
„Ja, was hättest du denn geantwortet?“
„Gar nichts. Hätte ich auf dich nicht Rücksicht nehmen müssen, hätte ich mir Brendan geschnappt. Durch dich war ich angreifbar. Und ich bin sicher, dass du mir auch bei der Verfolgung im Weg sein wirst.“
Sie sah mich fassungslos an.
„Es reicht.“
„Sagte ich ja.“
„Du hast viel zu viel gesagt.“
„Mag sein. Du blutest.“
„Was?“
„An der Stirn. Du hast dir den Kopf an dem Stalakding angeschlagen.“
„Stalaktit.“
Sie fasste sich an die Stirn und verzog das Gesicht, als sie die Wunde berührte. Es war eine Platzwunde, etwa einen Finger breit.
„Solltest du klammern lassen, wird sonst eine unschöne Narbe. Außer du brauchst eine, für dein Heldinnen-Image.“
Mein innerer Zyniker war außer Kontrolle geraten, ich spürte, dass ich seinen Amoklauf nicht bremsen konnte.
„Ich brauche dein Heldengetue nicht. Du säufst so viel, dass du nicht mal Auto fährst.“
Wie nannten das Kommunikationsforscher? Eskalationsspirale?
„Aber ich brauche niemand, der mich an der Hand nimmt, wenn ich mich in einer dunklen Höhle verlaufe.“
Sie wandte sich ab und stieg in den Wagen.
Da sie nicht gleich losfuhr, nahm ich an: Sie nahm mich diese Strecke noch mit.
Das tat sie auch.

09/20 PGF

41.

Even in front of the cave, Lily did not wait. I only found her upstairs, by the parking lot, next to her car.
„what was going on in there?“ I asked, not necessarily in a very sensitive tone.
„I’ve had enough of your stupid comments.“
„I wanted to help you.“
„You’re not helping anyone with your heartless ways.“
„Are you angry because you were weak? Because the hip „modern girl“, the self-conception has fallen into the mud.“
„No, I’m not angry because I was weak, but because it made you feel strong.“
„But I had to.“
„You didn’t have to!“
„That’s the way it always is: One leads, one follows. Doesn’t have to be the same one who leads. But in there, it was me.“
I pointed behind me towards the cave.
„I didn’t ask you to do that!“
„No, but what was in the chamber? Air! Air!“ I imitated her breathlessness.
„Well, what gives you the right to feel superior?“
„I don’t. I was just trying to be a support for you.“
„But,“ she screamed, „I didn’t mean to.“
I waved it off.
„Listen, Lily, this is why I never got married. There’s nothing more pointless than fighting with someone you love.“
„Yes,“ she insisted, „sometimes you have to fight for love.“
I shook my head.
„No, you do not. Not about who’s strong and who’s weak.“
„But you were acting up in there.“
„We should leave.“
„No, I’m not finished. I still want to talk.“
„Leave it.“
„No, without me you wouldn’t be alive at all.“
„Is it regulation seven or what?“
I laughed with amusement.
„What would you have said?“
„Nothing. If I didn’t have to worry about you, I would have gone after Brendan. You left me vulnerable. And I’m sure you’ll be in my way when I go after him.“
She looked at me stunned.
„Enough.“
„That’s what I said.“
„You’ve said way too much.“
„Maybe so. You’re bleeding.“
„I’m bleeding?“
„On your forehead. You hit your head on that stalacthing.“
„Stalactite.“
She grabbed her forehead and pulled her face when she touched the wound. It was a laceration about the width of a finger.
„If you have staples attached, it will not leave a nasty scar. Unless you need one for your heroine image.“
My inner cynic was out of control, I felt I couldn’t stop his rampage.
„I don’t need your heroism. You drink so much, you don’t even drive.“
What did communication scientists call that? Escalation spiral?
„But I don’t need someone to hold my hand when I get lost in a dark cave.“
She turned away and got into the car.
Since she did not drive off immediately, I assumed She was still taking me that distance.
And so she did.

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (DeepL pro)
Note: Subsequent corrections in inverse front

09/20 PGF

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