Der Älteste / The eldest (43)

43.

Kho’s ehemaliger Vermieter war gerade dabei, dass zurück gebliebene Hab und Gut, meines toten Freundes, auf die Straße zu stellen, als mein Taxi hielt. Das meiste war in Kisten verpackt, aber ich erkannte Kholayas Küchenstühle und sein Bücherregal.
Ich steuerte auf den Mann zu, der gerade die letzte Kiste abzustellen schien, so zufrieden, wie er dabei wirkte.
„He! Was machen Sie da?“ Frage ich ungehalten.
Der Mann sah auf. Ich wusste nicht, ob er mich von meinem letzten Besuch wiedererkannte.
„Ich mache meinen Mietraum wieder bezugsfähig. Der Indianer ist tot. Ich brauche den Krempel nicht.“
„Haben Sie versucht, jemand von seinen Verwandten zu erreichen?“
„Nein, aber es gab wohl nur einen Onkel. Sie wissen, wie die Typen sind: gib ihnen Feuerwasser und sie sind zufrieden. Denken Sie da kommt einer mit einem Van und holt Kisten mit Büchern und alten Kleidern ab?“
„Ich nehme die Sachen.“
Der Kerl sah mich groß an.
„Aber ich zahle Ihnen nichts fürs Abtransportieren.“
„Müssen Sie nicht.“
Ich öffnete eine der Kisten.
„Was haben Sie vor?“
„Ich sehe was da drin ist.“
Der Mann hob die Hand und streckte den Zeigefinger aus. Während er den Finger hin und her bewegte meinte er: „Vergessen Sie´s. Das ist hier kein Flohmarkt. Sie nehmen den ganzen Plunder oder mein Neffe Taylor bekommt ihn. Der wollte in einer halben Stunde hier sein und bekommt 100 Dollar, wenn er das Zeug mitnimmt. Ich will keinen Basar, vor meiner Haustür.“
Ich tat einen Schritt auf den Typ zu.
„Hören Sie! Ich muss nur kurz nach ein paar Sachen suchen, die Kho von mir geliehen hat.“
„Was denn? Sind da irgendwo Drogen?“
„Nein, keine Drogen, nix Illegales“, sagte ich und dachte: nur, wenn ich Glück habe, ein magischer Ritualgegenstand.
„Ich weiß nicht.“ Kho’s Vermieter sah mich unschlüssig an. „Nicht, dass Sie mir das einzig wertvolle von dem Zeugs stehlen und Taylor darf den Schrott entfernen.“
„Nein, nichts Wertvolles. Ein, zwei Bücher“, sagte ich zum Schein, „und ein, zwei Instrumente, die ich ihm ausgeliehen habe.“
Ich sah, wie es hinter der Stirn, meines Gegenüber „Klick!“ machte.
„Instrumente können manchmal sehr wertvoll sein.“
„Ja, im ideellen Sinn.“
„Das stimmt, aber das lässt manchen sehr reale Dollars zahlen.“
Ich dachte nach. Der Kerl schien eine Idee zu haben. Vermutlich wusste er sogar, in welche der Kisten er Instrumente gepackt hatte. Es war alles mit buchhalterischer Genauigkeit verpackt und vermutlich auf einer Liste dokumentiert. Theoretisch konnte ich die Fakten aus dem Typen herausprügeln, ehe sein Neffe Taylor eintraf, aber das passte nicht ganz, zu meinem neu erworbenen Vorsatz dem Weg des Buddha zu folgen, beziehungsweise nicht ein ganz so beschissener Dreckskerl zu sein.
„Hören Sie. Ich suche eine Rassel oder eine Flöte. Auch, wenn sie mir eigentlich gehört, gebe ich Ihnen 50 Dollar dafür, weil sie aktuell in Ihrem Besitz ist.“
„500!“ Forderte der Typ dreist.
Man, war das ein Scheiß, mit der Gelassenheit.
„250 und dafür prügele ich Sie nicht windelweich und lasse Sie neben den Kisten ausbluten.“
Okay, für mein Karma-Konto bedeutete das neue Zinslast, aber es wirkte.
„Ist ja schon okay. Warten Sie! Die Flöte müsste dort sein.“
Er nahm eine kleinere Kiste, öffnete sie und nahm eine einfache Flöte heraus, etwa von der Länge eines Unterarms. Sie war übersät mit Zeichen und Ornamenten, die mir nicht unbekannt schienen.
Ich hielt die Hand hin.
„Erst das Geld.“
Ich verdrehte die Augen.
„Wie sie wollen.“
Ich zählte aus meinem Geldbeutel insgesamt 10 Riesen ab und hielt sie hoch.
„Das Geld – ist für die Flöte und dafür, dass ihr Neffe, die Sachen von Kho zu mir bringt.“
Es war mir egal, ob er es tat oder nicht. Das Wichtigste hatte ich. Aber, wenn es eine Chance gab, wollte ich für Kho´s Hinterlassenschaft den richtigen Ort finden.
„Hier meine Adresse.“
Ich gab ihm meine Visitenkarte.
Er warf einen Blick darauf.
„Sie sind Kopfgeldjäger.“
Er wirkte eingeschüchtert.
„Ja, deshalb sollte ich bekommen, wofür ich 750 Dollar bezahlt habe.“
„Aber, wenn noch mehr Wertvolles.“
„Lassen Sie´s.“
Der Kerl nickte.
„Taylor bringt Ihnen die Sachen.“
„Gut.“
„Wissen Sie, wo die nächste Greyhound-Filiale ist?“
„Ecke Wall Avenue und 24ste.“
„Zu Fuß?“
„Sind Sie in zehn Minuten dort.“
„Okay.“
„Und die Sachen?“
„Er soll Sie einfach vor die Tür stellen. Gute Gegend, da schadet es nicht, wenn es vorübergehend, wie bei einem Basar aussieht.“

09/20 PGF

43.

Kho’s former landlord was about to put my dead friend’s leftover belongings on the street when my cab stopped. Most of it was packed in boxes, but I recognized Kholaya’s kitchen chairs and his bookshelf.
I headed for the man who seemed to have just put down the last box, as satisfied as he seemed.
„Hey! What are you doing?“ I ask impatiently.
The man looked up. I wasn’t sure if he recognized me from my last visit.
„I’m getting my rented space back into use. The Indian is dead. I don’t need this stuff.“
„Have you tried contacting any of his relatives?“
„No, but I guess there was only one uncle. You know how these guys are. Give them firewater and they’re happy. Do you think someone would come in a van and pick up boxes of books and old clothes?“
„I’ll take those things.“
The guy looked at me tall.
„But I’m not paying you to take them away.“
„You don’t have to.“
I opened one of the boxes.
„What are you gonna do?“
„I see what’s in there.“
The man raised his hand and stretched out his index finger. As he moved the finger back and forth, he said, „Forget it. This isn’t a garage sale. You take all the junk or my nephew Taylor gets it. He wanted to be here in half an hour and he’ll get $100 if he takes the stuff. I don’t want a bazaar on my doorstep.“
I took a step toward the guy.
„Listen! I just need to look for some stuff that Kho borrowed from me.“
„What kind of things? Are there any drugs?
„No, no drugs, nothing illegal,“ I said and thought: only if I’m lucky, a magic ritual item.
„I don’t know.“ Kho’s landlord looked at me indecisively. „I don’t want you to steal the only valuable thing from me and let Taylor take the junk away.“
„No, nothing valuable. A book or two,“ I said to appearances, „and one or two instruments I lent him.“
I saw it click behind my counterpart’s forehead.
„Instruments can sometimes be very valuable.“
„Yes, in the idealistic sense.“
„That’s true, but it makes some people pay very real dollars.“
I thought about it. The guy seemed to have an idea. He probably even knew which of the boxes he had put instruments in. It was all packed with accounting accuracy and probably documented on a list. Theoretically, I could beat the facts out of the guy before his nephew Taylor arrived, but that didn’t quite fit in with my newly acquired resolve to follow the path of Buddha, or to be a less shitty bastard.
„Listen. I am looking for a rattle or a flute. Even if it’s actually mine, I’ll give you $50 for it because it’s currently in your possession.“
„500!“ The guy insolently asked for it.
Man, that was some bullshit, with the serenity.
„250, and I won’t beat the shit out of you and leave you bleeding out by the crates.“
Okay, for my karma account, that meant new interest, but it worked.
„It’s okay. It’s okay. The flute should be there.“
He took a smaller box, opened it and took out a simple flute about the length of a forearm. It was littered with signs and ornaments that were not unknown to me.
I held out my hand.
„First the money.“
I rolled my eyes.
„As you wish.“
I counted out 10 grand from my wallet and held it up.
„The money – is for the flute and for your nephew to bring the Kho’s things to me.“
I didn’t care if he did it or not. I had the most important thing. But if there was a chance, I wanted to find the right place for Kho’s legacy.
„Here’s my address.“
I gave him my business card.
He took a look.
„You’re a bounty hunter.“
He seemed intimidated.
„Yes, that’s why I should get what I paid $750 for.“
„But, if something more valuable.“
„Leave it.“
The guy nodded.
„Taylor will bring you the stuff.“
„Do you know where the nearest Greyhound branch is?“
„Wall Avenue and 24th.“
„Walk?
„You can get there in 10 minutes.“
„Okay, I’ll be there.“
„What about the clothes?“
„Just have him leave them outside the door. Good neighborhood. It wouldn’t hurt if it looked like a bazaar for a while.“

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (DeepL pro)
Note: Subsequent corrections in inverse front

09/20 PGF

4 Kommentare

  1. Ich bin immer noch begeistert dabei – und muss einfach mal fragen: Fließt das einfach so aus Dir raus, bzw. in Dich rein? Und wie packst Du die Recherche in Dein Zeitkontingent? Oder sind Deine Tage einfach länger als ‚unsere‘ Tage???? Ich bin echt von den Socken……..! 🙂 LG Bea

    Gefällt 3 Personen

    Antworten

    1. Erstmal freue ich mich über „begeistert“ 🙂
      Bei der Geschichte ist es eine Mischung aus: fließt und beflügelt (durch Besucher, Likes und Kommentare).
      Schönen Abend 🌃 liebe Bea

      Peter

      Liken

      Antworten

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