Der Älteste / The eldest (48)

48.

Die Fahrt dauerte etwas über vier Stunden und ich hätte tatsächlich erheblich mehr Zeit verloren, hätte ich versucht mit dem Greyhound über Salt Lake ins Bassin zu kommen. Vermutlich hatte Wang mit seinen Leuten, und dem Kontakt über die Trommel, den Ältesten längst entdeckt, aber ich war nicht bereit aufzugeben, solange der Mörder von Kho nicht gebüßt hatte.
Mit Lily fühlte ich mich vertraut, wie immer und als hätte es unseren kleinen Höhlendisput nicht gegeben. Ich war immer noch überzeugt, dass sie überreagiert hatte, aber – und das war ein fettes, schwitziges Aber mit Fäusten wie Abrissbirnen – es hatte mir auch nicht zugestanden, sie wie ein Hindernis zu behandeln. Jeder war dem anderen, in irgendeinem Kontext mit seinen Schwächen ein Hindernis. Und Schwächen nahmen nicht ab, wenn man einem Menschen kein Vertrauen schenkte.
Wenn Lily und ich einander aber gelten ließen, wenn die Schwingung im Schweigen des einen, sich mit der Schwingung im Schweigen des anderen abglich, dann waren wir einander – Alter egal, Geschlecht egal, Biografie egal – sehr ähnlich. Wir schwiegen und schauten in der gleichen Art in die Welt; und nie ist man sich näher, wie im Schweigen. Wer das nicht versteht, glaubt auch, dass es nur ein Grau gibt.
Jedenfalls, als wir Danger Cave erreichten, lagen alle alten Streitereien vergessen zurück, wie Handschuhe, die im Sommer in der Schublade liegen, bei kühlen Temperaturen allerdings durchaus in Erinnerung geraten können …
Vom Parkplatz aus stieg man einige Meter über nackten Felsen in Richtung der Höhle. Wir waren noch ein gutes Stück entfernt, als ich entdeckte, dass der Eingang mit einem massiven breiten Eisengitter versperrt war.
„Scheiße!“ Fluchte ich.
Lily meinte wegen der Hitze.
„Ja, wir hätten nicht um 14.00 herkommen sollen.“
„Mir ist nicht heiß. Wir kommen da nicht rein.“
Lily sah hoch.
„O! Sieht geschlossen aus. Schauen wir uns das doch mal aus der Nähe an.“
Mit diesem Vorsatz stiegen wir, auch das letzte steile Stück hinauf und jetzt sah man, dass das Gitter nicht durchgängig war, sondern eine Tür, einen Durchgang besaß und als wir noch näherkamen, dass der Durchgang aufgebrochen worden war.
Aus dem Inneren der Höhle waren Stimmen zu hören. Mehrere Stimmen, die hitzig diskutierten. Was die Männer diskutierten war nicht zu verstehen.
„Wir sollten da rein gehen.“ Stellte Lily fest.
Ich war gar nicht dafür, aber es war ihr Wille und nicht meine Aufgabe, sie vor dem zu schützen, was sie sich zutraute.
„Okay, Lady nach ihnen.“
Das machte sie doch etwas unsicher.
„Klingt nach mehreren Männern.“
Ich zog meine 44er aus dem Halfter.
„Für 6 Personen könnte ich ein passendes Arrangement anbieten.“
„Ich hoffe nicht, dass es so weit kommt.“
„Nun, wenn da drin Wang, Brendan und wer auch immer ist. Werden sie uns nicht freundlich empfangen.“
Aber davon war im nächsten Moment ohnehin nicht mehr auszugehen, denn die unverständlichen Wortgefechte in der Höhle, gingen über in furchtbare, alptraumhafte Schreie, die ich nie mehr vergaß.
„Los! Schnell!“ Forderte Lily.
Wir schlüpften durch die Gittertür und betraten die Höhle, die aus einer gewaltigen Kammer bestand, in die noch immer ausreichend Tageslicht fiel.
Lily schaltete unsere Taschenlampe ein. Ich hielt die Pistole schussbereit. Die Schreie die nicht nachließen, sondern erstickten nur an Atemlosigkeit. Sie kamen von weiter innen. Sie lockten uns tiefer in die Höhle, während mein Überlebensinstinkt ganz klar proklamierte: „Raus hier! Haut ab!“
Wir folgten dem Geschrei, dass jetzt wieder mit undeutlichen Warnungen durchsetzt war und drangen vor bis zu einem engen Gang, der am Ende der vorderen Höhle ziemlich versteckt lag und sehr schmal war. Wir zwängten uns hinein. Ich vorne weg und Lily hinter mir, die mir den Weg ausleuchtete.
Die Strecke die wir zurücklegten, war nicht sehr lange. Vielleicht 25 oder 30 Meter, aber die Enge und die Schreie brannten sich in meine Sinne, als würde ich direkt hinab in die Hölle steigen.
Für manche war die Kammer, die wir erreichten, genau das geworden.

10/20 PGF

48.

The trip took a little over four hours and I would have lost a lot more time if I had tried to get the Greyhound over Salt Lake into the basin. Probably Wang with his people, and the contact via the drum, had discovered the elder long ago, but I was not ready to give up until the killer of Kho had atoned.
I felt familiar with Lily, as always and as if our little cave dispute had never happened. I was still convinced that she had overreacted, but – and this was a fat, sweaty but with fists like wrecking balls – it had not allowed me to treat her like an obstacle either. Each was an obstacle to the other, in some context of their weaknesses. And weaknesses did not diminish if you did not trust a person.
But if Lily and I accepted each other, if the vibration in the silence of one person was in line with the vibration in the silence of another, then we were very similar to each other – age didn’t matter, sex didn’t matter, biography didn’t matter. We were silent and looked into the world in the same way; and never are we closer to each other than in silence. Those who do not understand this also believe that there is only one gray.
Anyway, when we reached Danger Cave, all the old arguments were forgotten, just like gloves that are in the drawer in summer, but in cooler temperatures can be remembered…
From the parking lot you climbed a few meters above bare rocks towards the cave. We were still a good distance away when I discovered that the entrance was blocked with a massive wide iron grid.
„Shit!“ I escape.
Lily thougt because of the heat.
„Yeah, we shouldn’t have come here at 2:00 in the afternoon.“
„I’m not hot. We can’t get in there.“
Lily looked up.
„O! Looks closed. Let’s take a closer look.“
With this in mind, we climbed up, even the last steep part, and now we could see that the grating was not continuous, but had a door, a passageway, and when we got closer, that the passageway had been broken open.
Voices could be heard from inside the cave. Several voices that were heatedly discussing. What the men were discussing could not be understood.
„We should go in there.“ Lily noted.
I wasn’t in favor, but it was her will and not my job to protect her from what she was about to do.
„Okay, lady after you.“
That made her a little insecure.
„Sounds like more than one guy.“
I pulled my.44 out of my holster.
„…and I think I can come up with an arrangement for six.“
„I hope it doesn’t come to that.
„Well, if there’s Wang, Brendan and whoever’s in there. they won’t give us a friendly welcome.“
But that was not to be expected the next moment anyway, because the incomprehensible verbal fights in the cave turned into terrible, nightmarish screams I never forgot.
„Go! Quick!“ demanded Lily.
We slipped through the barred door and entered the cave, which consisted of an enormous chamber into which there was still enough daylight.
Lily turned on our flashlight. I held the pistol ready to fire. The screams that didn’t subside but only choked on breathlessness. They came from further inside. They lured us deeper into the cave, while my survival instinct proclaimed quite clearly: „Get out! Get out of here!“
We followed the shouting that was now again interspersed with vague warnings and advanced to a narrow passage that was quite hidden and very narrow at the end of the front cave. We squeezed ourselves in. Me in front and Lily behind me, who illuminated the way.
The distance we covered was not very long. Maybe 25 or 30 meters, but the narrowness and the screams burned into my senses as if I was going straight down into hell.
For some, the chamber we reached had become just that.

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (DeepL pro)
Note: Subsequent corrections in inverse front

10/20 PGF

3 Kommentare

  1. Das war unglaublich spannend zu lesen. Habs unterwegs während meines Aufenthalts am Bodensee getan. Nur funktionierte das Kommentieren nicht. Angeblich war ich nicht in WP eingeloggt, muss ich mal schauen…

    Gefällt 1 Person

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