Der Älteste / The eldest (50)

50.

Professor Milton war begeistert, von der Flöte, als ich sie ihm zwei Tage später überreichte. Lily hatte ihn informiert, dass wir vielleicht einige interessante Entdeckungen gemacht hatten, die er bewerten sollte. Drei Stunden später war er bei uns. Begutachtete zuerst die Flöte und dann die Kammer in der Danger Cave.
Bis zu diesem Abend, konnte sein Glück nicht fassen, was, in den nächsten Tagen, in der bis dahin versteckte Kammer alles zum Vorschein gekommen war. Während wir im „Brewski“ zusammenfeierten, ließ er uns immer wieder wissen, was für eine Bedeutung dieser Fund, für die Geschichte der Indianer hatte. Eine versteckte Kammer, wie bei einer Pyramide, erst 50 Jahre später entdeckt, dass sei so spektakulär, als hätten wir die Grabkammer der Nofretete entdeckt.
Nachdem der Tod der drei Leichen, die man in der Kammer gefunden hatte untersucht und abgeschlossen war bekam Milton mit seinem Team, die Freigabe die Kammer näher zu untersuchen.
Wang und seine beiden Begleiter, wurden als Grabräuber klassifiziert, die, so legte der Pathologe fest, an Gaseinschlüssen, die sich entflammt hatten, gestorben waren.
Der Professor und sein Team verbuchten in den nächsten Tagen erheblichen Erfolg: Sie fanden nicht nur Alltagsgegenstände vieler Epochen, sondern auch weitere indianische Relikte, von unschätzbarem Wert.
Den Ältesten fanden sie nicht. Die Gerichtsmediziner entdeckten in der Höhle eine schleimige Substanz, von großer Menge, die sie nicht zuordnen konnten. Zugerufene Biologen ordneten den Fund einem Schwamm oder Pilz zu, der durch den Einstrom von Sauerstoff und der veränderten Luftqualität, in kurzer Zeit in den Verwesungsprozess geraten sei.
Lily und ich waren uns zuvor schon einig gewesen, dass wir alles tun würden, die wahren Hintergründe zu verschleiern. Aber die waren so unwahrscheinlich, dass wir nur schweigen und zu den falschen Thesen nicken mussten.
Somit war ich der letzte, der die Geschichte des Ältesten vernahm. Nicht in einem Dialog, nicht in einem dezidierten Bericht, sondern in traumhaften Sequenzen, die ich in Trance erlebte, während ich die Flöte spielte.
Tausend Jahre hat der Älteste allein auf der Erde gelebt. Bis dahin hatten er und sein Volk, die Erde oft besucht. Aber sein Volk hatte das Interesse verloren. Es gab immer mehr Menschen, zu viele Kriege, zu viel Gier und so blieben ihre Besuche blieben aus. Nur der Älteste blieb freiwillig zurück und setzte die Kontakte, die es zuvor mit den Inka, den Maya, noch weiter zurückliegend mit den Ägyptern gegeben hatte, mit den Pueblo fort.
Die verehrten sein universelles Wissen und bauten ihm die erste Kiva, damit er länger überleben konnte. Das war vor etwa 1100 Jahren. Die Kiva wurde zum Versammlungsraum, Gebetsraum, Zeremonie-Raum für ihre Treffen.
Er lehrte sie Substanzen nutzen zur Erkenntnis, entwickelte ihr Bewusstsein, half ihnen Einblick in die Transzendenz zu gewinnen und lehrte sie ein Leben der Grundversorgung und Erkenntnis. Ein Leben friedlicher Weisheit.
Soviel konnte ich noch erfassen, ehe der Älteste starb und ich zu Boden fiel. Mit rasenden Kopfschmerzen, als hätte ich eine Hirnblutung erlitten. Ich wusste nicht wo ich war und konnte die Augen nicht öffnen. Aber Lily war in der Nähe. Sie kniete sich neben mich, gab mir etwas zu trinken und brachte uns aus der Höhle.
Es folgten turbulente Tage, mit Angst man könnte die wahre Geschichte entdecken, mit Presseterminen und der Schlagzeile: „Laien finden einen Indianerschatz“ und einem Treffen mit dem Bürgermeister von Ogden und dem von Neola, die uns eine Auszeichnung verliehen.
Jetzt feierten wir mit Milton, seinen Studenten, Freunden von Lily und Freunden von Kho im „Brewski“ unseren Erfolg und während ich meinen Platz an der Theke, in der Nähe des Whiskeys verteidigte. Saß Lily bei einem jungen Studenten von Michael und war angeregt mit ihm ins Gespräch vertieft.
Ich wusste welche Zeit gekommen war. Schmerzhaft war – wie immer –zu akzeptieren, dass die Augen, die mich angestrahlt hatten, nun mit dem gleichen Interesse, sich dem nächsten Mann zu wandten. Als wäre „Lily und ich“ nie etwas Besonderes gewesen. Sondern, nichts anderes als die Begegnung zweier Schauspieler, die ihren Text und ihre Mimik abspielen. Nicht miteinander verbunden, sondern austauschbar mit neuen Gesichtern.
Ich glaubte, dass es für mich anders war: Ich würde nie mehr lachen, wie mit Lily und mich nie mehr, in einem Liebesspiel, wie mit Lily verhalten, das Einmalige der Liebe war mein Zauber. Für Lily schien der Zauber darin zu bestehen, mit dem nächsten Mann, das gleiche Spiel der Verführung zu spielen.
Ich freute mich, für sie, dass sie dabei glücklich wirkte.
Meine Zeit in Ogden ging zu Ende. Das war offensichtlich. Heute Nacht, zu Hause, würde ich mich, mit einer Flasche Van Winkle, die ich mir, mit der Prämie für den Fund der indianischen Relikte, geleistet hatte, über den Schmerz hinwegtrösten.
Und dann? Ja, dann? Wer wusste schon, was morgen kam.

Ende

10/20 PGF

50.

Professor Milton was delighted with the flute when I presented it to him two days later. Lily had informed him that we might have made some interesting discoveries that he should evaluate. Three hours later he was with us. Inspected first the flute and then the chamber in Danger Cave.
Until that evening, his luck couldn’t believe what, in the next few days, had come to light in the chamber that had been hidden until then. While we celebrated together in the „Brewski“, he let us know again and again what significance this find had for the history of the Native Americans. A hidden chamber, like in a pyramid, only discovered 50 years later, that was as spectacular as if we had discovered the burial chamber of Nefertiti.
After the death of the three bodies found in the chamber had been investigated and completed, Milton and his team were given the go-ahead to investigate the chamber further.
Wang and his two companions were classified as grave robbers, who, the pathologist determined, had died from gas pockets that had ignited.
The professor and his team achieved considerable success in the following days: they found not only everyday objects from many eras, but also other Indian relics, of inestimable value.
They did not find the eldest. The forensic doctors discovered a slimy substance in the cave, of large quantity, which they could not assign. Biologists assigned the find to a sponge or fungus, which had been putrefied in a short time by the influx of oxygen and the changed air quality.
Lily and I had already agreed before that we would do everything possible to hide the true background. But they were so unlikely that we only had to remain silent and nod to the wrong theses.
So I was the last to hear the story of the elder. Not in a dialogue, not in a determined report, but in dreamlike sequences that I experienced in a trance while playing the flute.
For a thousand years the Elder lived alone on earth. Until then he and his people had visited the earth often. But his people had lost interest. There were more and more people, too many wars, too much greed, and so their visits did not happen. Only the eldest stayed behind voluntarily and continued the contacts with the Pueblo, which had existed before with the Inca, the Maya, even further back with the Egyptians.
They revered his universal knowledge and built him the first Kiva so that he could survive longer. That was about 1100 years ago. The Kiva became a meeting room, prayer room, ceremony room for their meetings.
He taught them how to use substances for cognition, developed their consciousness, helped them gain insight into transcendence, and taught them a life of basic care and cognition. A life of peaceful wisdom.
This much I could grasp before the elder died and I fell to the ground. With a raging headache, as if I had suffered a brain haemorrhage. I did not know where I was and could not open my eyes. But Lily was close by. She knelt down next to me, gave me something to drink and took us out of the cave.
Turbulent days followed, with fear of discovering the true story, with press meetings and the headline: „Laymen find an Native American treasure“ and a meeting with the Mayor of Ogden and the Mayor of Neola, who gave us an award.
Now we celebrated our success with Milton, his students, friends of Lily and friends of Kho at the „Brewski“ and while I defended my place at the bar, near the whiskey. Lily was sitting with a young student of Michael and was animatedly engaged in conversation with him.
I knew what time had come. Painful was – as always – to accept that the eyes that had shone at me were now with the same interest in turning to the next man. As if „Lily and I“ had never been anything special. Rather, nothing more than the encounter of two actors playing their lines and facial expressions. Not connected with each other, but interchangeable with new faces.
I believed that it was different for me: I would never laugh again, as with Lily and me, in a love play, as with Lily behaving, the uniqueness of love was my magic. For Lily, the magic seemed to consist in playing the same game of seduction with the next man.
I was happy, for her, that she seemed happy in this.
My time in Ogden came to an end. That was obvious. Tonight, at home, with a bottle of Van Winkle that I had afforded myself, with the reward for finding the Indian relics, I would console myself for the pain.
And then? Yes, then? Who knew what was coming tomorrow.

End

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (DeepL pro)
Note: Subsequent corrections in inverse front

10/20 PGF

3 Kommentare

  1. Puh, das ist es also, das Ende. Ernüchternd, traurig, menschlich, folgerichtig. Dem Helden hätte ich einen anderen Verlauf gönnen mögen, aber der Whiskey hat ihn nun mal am Bändel. Und hält ihn in den gewohnten, vermeintlich sicheren Strukturen am Laufen. Es ist sein Leben, so ist es immer. Er kann damit machen was er möchte.

    Eine wirklich bemerkenswerte Geschichte, die ich mit Staunen, Überraschung, Spannung gelesen habe und mich jetzt bei diesem letzten Teil erinnern musste an deine Aussage, dass Geschichten sich selbst schreiben. Hier kann ich es sehr deutlich spüren. Wow…

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    1. Liebe Marion, zuerst herzlichen Dank fürs Mitverfolgen und Kommentieren, das war für mich von unschätzbarem Wert und ist nicht zu erwarten.
      Freut mich sehr, dass die Geschichte, bis zum Ende, deinen Geschmack getroffen hat. Ich hatte meine Freude sie zu erzählen.
      Das Ende hat sein Positives: Ich habe Gefallen an dem Protagonisten gefunden und sah zwei Möglichkeiten: Happy end mit Lily und John und wie erklärt sich die Weiterexistenz des Ältesten? Oder der Älteste verschwindet, wie so viel Schönes, unbemerkt von der Erde. Lily wird mit einem Mann glücklich, der Zukunft verkörpert und John bleibt zurück, weil es noch nicht der letzte mysteriöse Fall ist, der er klären muss und der Whiskey nicht die letzte Antwort bleibt. 🙂
      Hab einen schönen Abend
      Peter

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      1. Verstehe, lieber Peter. Nun, du hast das Ende geschrieben, das für dich in dem Moment am stimmigsten war. Ich nehme es an, so wie es ist.
        Wenn der Whiskey nicht die letzte Antwort bleibt, na dann bin ich ja beruhigt. Der Typ hat mehr verdient, so wie es sich las 😉

        Danke, dir auch einen schönen Abend.

        LG
        Marion

        Gefällt 1 Person

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