Corona-Notiz / Corona Note

Für einen nicht geringen Teil der Bevölkerung scheint sich weiterhin die Frage zu stellen, was der Spuk eigentlich soll. Vielleicht ist die Frage sogar berechtigt, wenn man die Dynamik nicht kennt, die eine Pandemie im Gesundheitssystem auslöst. Ich versuche es mal mit einem Beispiel. Der Reisende in einen Hotspot im September (letzte Ferienwoche in Bayern), hat den Virus wieder „eingeführt“. Der hatte vier Wochen Zeit sich vor Ort zu etablieren und zu potenzieren, sodass Anfang Oktober ein erstes „Geschehen“ sichtbar wurde, welches bis Mitte Oktober explosiv wurde.
Falls nun eine Kontaktperson, unwissend, einen Angehörigen im Krankenhaus besucht und den Patienten ansteckt, beginnt das Problem. Überträgt sich der Virus auf Mitarbeiter müssen diese in einer Umgebungsuntersuchung getestet werden. Das kann, je nach Stationsgröße mal 50 aber auch 150 Personen betreffen (auch Servicekräfte). Diese Personen können, je nach Kategorie, ihren Dienst am Patienten nicht mehr verrichten. Aber die haben ja schon zuvor gefehlt (Fachkräftemangel im Gesundheitssystem ist ja schon etwas älter). Also knickt jetzt die Regelversorgung noch mehr ein und die zusätzliche Versorgung von Corona-Patienten (mit deutlich erhöhtem Aufwand) kommt noch dazu.
Also: der Stress der schon bestand wird gesteigert und macht seine Schritte in Potenzen. Personalausfall kombiniert sich mit Mehrversorgung zur Regelversorgung. Jeder neue Falle steigert diese Zahl!

Diskutiert wird Partylaune und Freiheitsrechte.
Das kann man ja machen, aber welche Rechte sind den wirklich eingeschränkt? Karneval, 14-Tage Mallorca allinkl. und Komasaufen beim Jugendtreff. Mir macht das eher den Eindruck, als würde der Frust langsam steigen, weil die Ablenkung fehlt und, wenn die Ablenkung fehlt, dann wird die innere Leere spürbar, die in der immer Vorwärts-Konsumgesellschaft wachsen konnte. Aber jetzt geht es nicht mehr vorwärts, jetzt herrscht Lockdown-Angst.

Am meisten wundert mich deshalb die Hippie-Paranoia, die sich in den Protest mischt. Eigentlich sollte jeder, der ökologisch denkt, froh, um die aktuellen Maßnahmen sein. Ganz ehrlich, beim Lockdown im Frühling erschien mir die Welt, wie ich sie an jedem Wochenendtag, meiner Kindheit, in Erinnerung habe: stiller, entspannter, entschleunigt.

Natürlich, wir müssen unser Wirtschaftsleben aufrecht erhalten. Menschen müssen ihrer Arbeit nachgehen können, um ihre Lebensgrundlagen zu sichern, Kinder und Jugendliche müssen ihrem Recht auf Bildung nachgehen dürfen. Aber wer sich oder Angehörige, nicht irgendwann „triagiert“ haben will, der muss mithelfen, diese Phase zu überwinden.

Das ist alles. Das ist ganz einfach.

PGF 10/20

For a significant portion of the population, the question of what the haunting is actually about continues to arise. Perhaps the question is even justified if one does not know the dynamics that a pandemic triggers in the health system. Let me try an example. The traveller to a hotspot in September (last week of vacations in Bavaria), has „introduced“ the virus again. That had four weeks time to establish itself locally and to potentiate, so that at the beginning of October a first „happening“ became visible, which became explosive until in the middle of October.
If now a contact person, unknowingly, visits a relative in hospital and infects the patient, the problem begins. If the virus is transmitted to employees, they have to be tested in an environmental examination. Depending on the size of the ward, this can affect 50 or 150 people (including service staff). Depending on the category, these persons can no longer perform their service for the patient. But they have been missing before (shortage of skilled workers in the health care system is already a bit older). So now the standard care is collapsing even more and the additional care of corona patients (with significantly increased effort) is added to this.
So: the stress that already existed is increased and makes its steps in potencies. Loss of staff is combined with additional care for standard care. Every new case increases this number!

Party mood and freedom rights are discussed.
You can do that, but which rights are really restricted? Carnival, 14 days Mallorca allinkl. and coma drinking at the youth club. It seems to me that the frustration is slowly rising because the distraction is missing and, if the distraction is missing, then the inner emptiness becomes noticeable, which could grow in the always forward consumer society. But now it is no longer going forward, now there is lockdown fear.

So what surprises me most is the hippie paranoia that is mixed into the protest. Actually, everyone who thinks ecologically should be happy about the current measures. Honestly, during the lockdown in spring, the world appeared to me as I remember it on every weekend day, my childhood: quieter, more relaxed, decelerated.

Of course, we have to keep our economic life going. People must be able to do their jobs to secure their livelihoods, children and young people must be allowed to pursue their right to education. But if you don’t want to „triage“ yourself or your relatives at some point, you have to help to overcome this phase.

That is all. That is quite simple.

PGF 10/20

31 Kommentare

  1. Party, feiern und Co … das ist oberflächlich intonierte Symptomatik und Neckermann Konsum Ballermann Niveau, womit da beid – aber dennoch einseitig argumentiert wird. In der Tiefe brodelt es, und dort geht es zur Sache, da nicht so offensichtlich, dass es um rechtgläubig und fremdbestimmte, soziale Dezentralisierung und Destabilisierung geht. Was seit zirka 25 Jahren in den großen Städten an architektonischer Stadtplanung-Strategie begann, indem ganze Sozialstrukturen durch Abriss von ganzen Vierteln, zwecks Bau von Versicherung und Banken Kathedralen, nebst teuren Büro und Apartment Eigentumskapazitäten zerstört wurden und wird, findet hierbei seine Fortsetzung. Das ist der Punkt, gepaart mit Alpträumen des Transhumanismus und der sognt. KI, sind wir auf dem Wege eines algorithmisch gepuschten Krypto-Faschismus.

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    1. Lieber Arkis, geschätzt sei die gegensätzliche Meinung, aber in Bezug auf Covid-19 gerät mir das gerade zu viel, in die Büchse der P. Wir hatten mit SARS und MERS schon die gleichen Themen, medizinisch, mit dem gleichen Aufwand, aber eben im nicht gleichen Verbreitungsgrad.
      Was du ansprichst, sind bedenkliche Entwicklungen, die man gerne vor, neben und nach Covid beackern und diskutieren kann, aber nicht mit einem realen Virus, der sich real verbreitet, vermischen sollte.
      Viren, Impfungen und Ähnliches zu nutzen, um uns genetisch zu verändern, halte ich für einen hervorragenden Plot, um eine tolle Geschichte zu schreiben. Die Beschäftigung mit Embryologie, Genetik, Epigenetik zeigt allerdings sehr schnell, dass eine reale, praktische Umsetzung weit (also weit, weit, weit) entfernt ist.
      Also: Ja, man muss alles kritisch diskutieren: Transhumanismus, digitale Überwachung, Entmenschlichung der Arbeitswelt, aber das hat nichts mit Covid zu tun. Es geht mir um MNS tragen und Hände desinfizieren. That´s all.

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      1. „Viren, Impfungen und Ähnliches zu nutzen, um uns genetisch zu verändern, halte ich für einen hervorragenden Plot, um eine tolle Geschichte zu schreiben. “

        Das weiters infolge deiner Antwort, ist inhaltlich nicht das Anliegen meines Kommentares Peter. Alles hat mit allem zu tun, in der Tiefe, denn von nichts kommt nichts. Es braucht z B. keine Angst vor Viren geschürt werden und das auch noch briet unter der Fahne von Lobbyismen mit Schein-Vorlagen zum angebl. Schutzblabla instrumentalisiert, wobei andere Ansichten dazu hin als V.T. verprellt und denunziert werden. Realität Peter, ist phänomenologisch relativ, und da haben unsere Ahnen schon ganz andere Sachen überstanden, sonst gäbe es uns nicht.

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      2. Lieber Arkis, phänomenologisch berühren sich nur zwei Materie-Konfigurationen, wenn ich mir in den Finger schneiden, de facto blutet es und tut weh.

        Unsere Vorfahren haben, unter dem Druck der Selektion nach Heilverfahren geforscht und ich wäre sehr gespannt wer beim „Survival of the fitest“ auf die moderne Medizin verzichtet, wenn er sie benötigt.

        Aber was mich selbst sehr stört ist, dass tatsächlich jede kritische Meinung zu den aktuellen Maßnahmen unsachlich abgewertet wird. Es muss selbstverständlich sein, dass man es anders sieht und mögliche Konsequenzen trägt und verantwortet. In die eine wie die andere Richtung. Die Zeit wird zeigen, welche Hysterie unbegründet war.

        Schönen Nachmittag!

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      3. Jepp! Noch eines, diese heilkundigen Vorfahren haben nicht geforscht, im Sinne neuzeitlicher Vorstellungen eines Paradigmas von „Survival of the fitest“ , sondern haben gewusst und verstanden, durch lange Zeiten der Beobachtung der Natur und ihrer impliziten Kräfte. Da brauchte es keine Pharmazie Fabriken, die Absatz und wieder nur Absatz orientiertes Monopoly im Sinne haben, anstatt den Menschen.
        Schönen Sonntag!

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      4. hm … hab ich schon gehört, sicher weißt du nicht, dass dies ehemaliges Nazi-Jargon ist, tja! Es geht eben da explizit nicht um Recht, das wäre oder ist dann ein kategorialer Irrtum. 😉

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      5. warum soll er denn keiner Gewesen sein, auch dann, wenn es diesen Begriff noch gar nicht gab. Abgesehen davon, wussten jene sehr gut und geschickt zu instrumentalisieren, was ihnen ideologisch konform gehend ins Konzept passte. Da geb ich mir keinerlei Romantik hin.

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      6. Da bin ich doch ein wenig überrascht, wir heilen uns alle durch unseren inneren Heiler, ist eine sehr romantische Vorstellung.

        Ich wüsste niemand der noch nie Rat, per Buch, Mensch, Medikament oder medizinisch Leistung benötigt hätte ob Fencheltee oder Herz-Op.

        Sehr schwarz, sehr weiß – das überrascht mich doch …
        Doch nix „oben wie unten“.

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      7. Teils konform und teils lieber Peter, ich hab da eher den Eindruck, dass du das in dir selbst hast, dies schwarz-weiß und eben nicht wahrhaben möchtest. Du liest meine Kommentare wohl gar nicht wirklich, sondern fabulierst nicht nur Vorurteile, du verwechselst völlig unreflektiert die Kategorien. Dies hier ist real und keine Fantasy-Story.

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      8. Lieber Arkis, da die Diskredierung der Urteilsfähigkeit eine beliebte Stilfigur ist, um das Thema von der Sache zur Person zu lenken, mir aber die Sache wichtig ist: eine Leben mit Mundschutz und Händehygiene ist vorübergehend möglich, würde ich den nicht mehr zielführenden Austausch bei Seite legen.
        Hab einen schönen Abend.

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      9. Ich habe COPD, bin schwer krank und OHNE Angst. Wie gesagt, die Maske kann tragen wer will, es geht nicht nur um mich oder dich, mann, hab den Eindruck, da hast keine Ahnung und laberst rechtgläubig und schön konform herum!

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      10. bla bla 😉 Hippokrates: „Wer heilt hat Recht“ muss wohl heißen: „Wer heilt tut Recht“ Bei exakter Übersetzung des von Hippokrates (griech. Arzt, 460-370 v. Chr.)25.04.2018

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  2. Lieber Peter,

    danke für diese Perspektive.
    Es gibt so vieles, was mich diesbezüglich bewegt…

    Wenn du schreibst: „… was der Spuk eigentlich soll. Vielleicht ist die Frage sogar berechtigt, wenn man die Dynamik nicht kennt, die eine Pandemie im Gesundheitssystem auslöst.“ – dann springt mich sofort an, dass es natürlich nicht fair ist, wenn hier ein Teil der arbeitenden Bevölkerung über Gebühr belastet wird, während ein anderer Teil lautstark darum kämpft, möglichst in keiner Hinsicht eingeschränkt zu werden.

    Die Ursache der Überlastung von Gesundheitspersonal scheint ja aber nicht in erster Linie bei jenen zu liegen, die gedankenlos und selbstbezogen einfach so weiterleben möchten wie bisher [die Konsequenz wäre, dass wir jegliche menschlichen Kontakte derartig herunterfahren, bis der Virus keinerlei Chance mehr hat weiter zu springen, aber was wenn ein neuer anderer Virus kommt, insofern wäre das aus meiner Sicht keine langfristig sinnvolle Lösung], sondern bei Entscheidungsträgern, die nur den Faktor Kosten im Auge haben und übersehen, was es an menschlicher Energie, gutem Willen, (Opfer-) Bereitschaft und Herz braucht bzw. diese Faktoren vom Gesundheitspersonal als selbstverständlich voraussetzen.

    Dieses Ding Corona hat viele Gesichter, nicht zuletzt macht es (System-) Schwächen und himmelschreiende Ungerechtigkeiten sichtbar, die so überfällig sind, dass überdeutlich wird: So geht es auf keinen Fall noch lange weiter.

    Ich kann mir jedoch sehr gut vorstellen, dass wenn man in einem entsprechenden Bereich arbeitet wie du und an seine Grenzen gerät, die sogenannte Spaßgesellschaft und ihren Ruf nach uneingeschränkter Freiheit als ziemlichen Hohn empfinden mag.

    Dieses Thema macht, wie viele andere, die momentan als Brandherde irgendwo auf der Welt vor sich hinwüten, deutlich: Wir brauchen einander, wir können es nur mit gemeinsamem Willen und gemeinsamer Anstrengung schaffen.

    Und ja, die Veränderungen, die die erste Welle mit sich gebracht hat, hat bereits animiert zum tiefer Schauen und Nachdenken, wie wir eigentlich leben und was wir eigentlich mit unseren Lebensgrundlagen im Ruf nach höher weiter und mehr beständig tun, nur sind daraus noch viel zu wenige Konsequenzen gezogen worden.

    Du fragst, welche Rechte denn wirklich eingeschränkt werden? Nun, ich erlebe Menschen in meinem Umfeld, die bereits mit der Frage einer Maskenpflicht in eine persönliche Krise geraten, die sie erst mal seelisch umwirft. Nicht übertrieben! Auch das mag aus deiner Perspektive wie Hohn klingen, ist aber eine Realität, die ich so mitbekomme. Natürlich ist die Ursache solcher Schwierigkeiten nicht wirklich die Maskenpflicht; sie macht nur etwas sichtbar, was vorher schon nicht in Ordnung war. Aber Menschen kämpfen tatsächlich ob solcher Veränderungen mit ihren größten Schatten.

    Der andere Punkt, dass unsere bisherige Lebensweise viele Menschen in eine Leere geführt hat und dass manche daran knabbern, dass Ablenkung jetzt nicht mehr im üblichen Sinne möglich ist, so dass die Leere sicht- und fühlbar wird, trifft natürlich auch zu.

    Es ist vielschichtig, es ist ein großes Thema. Ein kleines Ding (der Virus), an dem die großen Fragen sichtbar werden.

    Ich hoffe, du findest persönlich einen halbwegs verträglichen Weg, durch diese Zeit zu kommen und findest immer wieder Oasen zur Erholung und schöpfst weiterhin Energie aus dem Wissen, auf der richtigen Seite zu stehen.

    Von Herzen
    Marion

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