Col du Tourmalet / Col du Tourmalet

Nicht das mich Radsport im Besonderen interessiert, aber meist, während der Bergetappe, werfe ich einen Blick auf die Tour de France und habe dabei diese steilen Anstiege in Erinnerung, an denen sich die Athleten abstrampeln, um sich unsterblich zu machen und dabei von einer Menschenmenge angefeuert werden, damit die Kraft von außen kommt, wenn die Kraft von innen langsam ausgeht.

Aktuell mache ich die Erfahrung, beim Schreiben der nächsten Kurzgeschichte, dass ich in den Phasen, in denen das Reallife sehr zehrt, das abendliche Veröffentlichen auf dem Blog, sehr hilfreich fand, wenn da der ein oder andere Stern, zum Weitermachen ermunterte. Ich glaube, man kann es mit dem „öffentlichen“ Schreiben übertreiben und vermutlich würde keiner jeden Tag am Col du Tourmalet stehen wollen, um anzufeuern. Mal: Ja. Dauernd: Nein.

Die meisten meiner Skripte sind in der stillen Kammer entstanden und einige liegen auch noch dort, weil sie so am sichersten sind. Aber diese Stille ,die man zum Schreiben benötigt, während vieler Tage und Monate, während manchmal wochenlang ausbleibender Resonanz (in einem absurden Universum …)  die muss man schon aushalten wollen. Sonst schiebt man irgendwann die Tastatur oder das Papier beiseite und lässt es sein. Weil es zu still und fraglich war, um weiterzumachen.

PGF 11/20

Not that I am particularly interested in cycling, but mostly, during the mountain stage, I take a look at the Tour de France and remember those steep climbs where the athletes struggle to make themselves immortal and are cheered on by a crowd of people so that the power comes from outside when the power from inside slowly runs out.

Currently I am making the experience, while writing the next short story, that in the phases when real life is very draining, I found the evening posting on the blog very helpful, when the one or other star encouraged to continue. I think you can overdo it with „public“ writing and probably nobody would want to stand at the Col du Tourmalet every day to cheer. Someday: Yes. Constantly: No.

Most of my scripts were written in the silent chamber and some are still lying there because it’s the safest place for them. But this silence, which you need to write, during many days and months, during weeks of lack of resonance (in an absurd universe …) you have to want to endure. Otherwise, at some point, you will push the keyboard or the paper aside and let it go. Because it was too quiet and questionable to continue.

PGF 11/20

4 Kommentare

  1. und noch ein Zusatzsternchen dazu: ja, es braucht den langen Atem, ja, es fehlt manchmal der Wille zum Weitermachen und:
    Ja, es gibt die Überraschung, (wenn es gut geht,) dass auf einmal die Außenwelt mitzieht und eine/n beschenkt mit dem, was einer/einem am Herzen liegt, Das ist dann wie Weihnachten:-)

    Gefällt 2 Personen

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  2. Ja, auch solche Stimmungen wollen ausgehalten werden. Ohne sie zu verändern. Da sein lassen. Weiter ziehen lassen. Es kommen neue Tage. Neue Stimmungen. Neue Ideen oder Inhalte. Alles zu seiner Zeit.

    Liebe Grüße an den Bodensee

    Gefällt 1 Person

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