Indigo (10)

10.

Den Freitag besuchte ich Lennon nicht und ließ ihn Miss Dorsets Aufgaben erledigen. Pünktlich um 8.00 am Samstagmorgen, kam ich, wie vereinbart, um unseren Ausflug zu starten.
Hope war dabei den Proviant zusammenzustellen und Lennon war noch beim Zähneputzen, während Miss Dorset den schwarzen Jeep Cherokee inspizierte, der uns, wie sie mir erklärte, von der Army zur Verfügung gestellt wurde.
»Sie scheinen ja, im Ankündigen besser zu sein, als beim Machen. Wir stellen die Mittel für das was wir anbieten.«
Ich ignorierte die Bemerkung.
»Ist das ein »Night Eagle«?«
»Nein ein »Trailhawk«. Ich wusste ja nicht, wohin Sie uns bringen wollen.«
»Kommt noch. Bei der Gelegenheit: Wollen Sie mir nicht Ihren Vornamen verraten. Miss Dorset klingt, wie soll ich sagen -«.
»Altmodisch.«
»Wenn Sie es sagen.«
»Aline.«
»Aline Dorset. Ja das klingt besser. Ich bin -«.
»Joe. Ich weiß. Sie geizen nicht mit ihrem Vornamen.«
In diesem Moment erschienen Lennon und Hope vor dem Haus.
»Wir sind so weit.« Rief Hope und schaukelte eine Kühlbox neben sich.
Lennon trug einen Rucksack, aus dem ein Bündel Kabel heraushing, dass ihn vermutlich mit seinem Tablet verband.
»Schön, dann alle in die Kiste.« Verkündete Aline und setzte sich auf den Fahrersitz.
Ich nahm den Beifahrersitz.
»Und, worauf soll ich das Navi einrichten?«
»Yachats.«
Sie gab den Ort ein.
»Gute drei Stunden. Wir müssen durch Portland. Dann können wir vor Tigard nach Westen und das letzte Stück die Küste entlang oder wir halten uns Richtung Tigard nach Süden. Haben in Salem allerdings eine Baustelle. Kurz nach Albany geht es dann zur Küste.«
»Nehmen wir die, am Ende dürfte es, über die Interstate immer kürzer sein.«
Damit begann die Fahrt.
Dorset konzentrierte sich auf die Strecke und Hope versuchte, sich im Rückraum mit Lennon zu unterhalten, der aber lieber mit seinem Tablet beschäftigt war.
Der erste Teil der Strecke bis Wilsonville führte uns durchgängig durch das Stadtgebiet von Portland. Dann lockerte sich die Besiedlung, für eine Weile. Von Woodburn, säumten durchgängig, bis nach Salem, Wälder die Strecke. In Salem mussten wir wieder ein gutes Stück durch Stadtgebiet, hatten aber Glück an der Baustelle, an der sich gerade kein Stau bildete. Kurz nach Albany wechselten wir in Richtung der US-20, die uns durch Corvalis führte.
Danach wurde das Land wieder weit und grün. Im Süden lag ein großer Tierpark und im Norden nur vereinzelte kleine Städte.
Gegen 11.00 erreichten wir Newport, an der Pazifikküste. Jetzt führte die Straße nach Süden. Über Holiday Beach, Seal Rock, Bayshore, bis schließlich nach Yachats, dass wir um halb 12 erreichten.
Der Ort war klein, kaum 700 Einwohner, galt aber, als eine der attraktivsten Kleinstädte der USA mit gewaltigem Tourismuspotential. Weshalb es unverhältnismäßig viele Restaurants und Hotels gab.
»Na! Irgendjemand Hunger?« Fragte ich, in Erwartung ein Restaurant aufzusuchen.
»Ich habe doch die Lunchbox dabei.« Erinnerte Hope.
»Gibt es irgendwo Pizza?« Wollte Lennon wissen.
Dorset bremste ab.
»Ja«, erklärte sie, »ich habe Hunger.« Sie zeigte über das Lenkrad nach vorne rechts. »Das sieht gut aus.«
Sie lenkte den Wagen zum Parkplatz des »Adobe Restaurant and Lounge«.
So kann man auch entscheiden, dachte ich.
»Sind wir deshalb hierhergefahren? Um Mittag zu essen?« Hakte Lennon missmutig nach.
»Nein.« Beruhigte ich. »Keine Sorge.«
»Und wo geht es hin?«
»Zum »Thors Well«. Direkt nach dem Essen, versprochen!«

06/21 PGF

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