Indigo (18)

18.

Im Rahmen von hoch-gepokert-und-gewonnen, fand ich tatsächlich in Portland ein brauchbares Institut. Das »Ridgeline Forensics« war genau, was wir brauchten. Die boten forensische Untersuchung, Spurenanalyse und -vermeidung, Qualitätskontrolle, auf Expertenstandard, wie wir es suchten.
»Okay, ich kann die per Smartphone kontaktieren und anfordern. Wartet mal. Ich entsperrte mein Handy. Ich habe Empfang. Seid ihr einverstanden?«
Hope nickte.
Aline grummelte: »Wenn du die Kosten übernimmst.«
Das macht Crunchy, dachte ich und sagte: »Klar, kein Problem.«
»Dann los.«
Ich hatte gleich jemand am Telefon, sehr freundlich, mit sehr klugen Fragen, die ich so knapp, ehrlich und genau, wie möglich beantwortete.
Ich legte auf.
»Die brauchen etwa eine Stunde.«
Das war für Hope zu lang, aber Aline ahnte, wie viel Glück wir hatten, dass sie so schnell für den Einsatz bereit waren.
Ich merkte, dass es Zeit war, mit Aline unter vier Augen zu sprechen. Hope war nicht in einem Zustand, in dem man sie, vernünftig einbinden konnte. Deshalb schlug ich vor:
»Hope, ich würde mit Aline die Gegend absuchen. Falls er doch nur Unfug macht und vielleicht nur ein paar Bilder vom Triple Fall schießen wollte.«
»Ich komme mit.« Sagte sie sofort.
»Das ist keine so gute Idee.« Aline stellte sich vor sie. »Jemand muss hier sein, wenn er zurückkommt. Das bist am besten du.«
Ich merkte, dass Aline kurz überlegte, ob wir damit Hope nicht in Gefahr brachten. Aber, wer sollte ihr etwas tun. Wenn Lennon nicht weggelaufen war, sondern entführt, dann hatten die Täter was sie wollten.
»Joe hat recht. Wir suchen nach ihm.«
Damit ließ sie uns ziehen.
Als wir außer Hörweite waren, konnte ich mich nicht länger zurückhalten.
»Aline, wer, zum Teufel war das?«
Sie blieb stehen.
»Die Russen, die Chinesen, Aliens, was weiß ich denn, Joe? Du hast gar keine Ahnung, in was für eine Lage du mich, mit deinem kleinen Ausflug gebracht hast.«
Das sah ich ein.
»Ich hatte ja keine Ahnung.«
Sie winkte ab.
Ich gab mich demütig.
»Könnte er weggelaufen sein?«
»Nein, dafür ist er zu klug. Weißt du, wir trainieren ihn auf Taktik, Orientierung, Problemlösung. Er würde bei dieser dünnen Informationslage, nie so etwas starten. Dafür hätte er sich noch ein paar Ausflüge Zeit gelassen. Falls er das überhaupt plante.«
»Er ist ein Teenager. Man weiß nie, was einen Pubertierenden umtreibt: ist er unglücklich verliebt, sehnt er sich in die Welt und will sein Zuhause nicht verlieren? Versteht er gerade, dass alles was er liebt, zerfällt? Und tut etwas unüberlegtes. Sturm und Drang.«
»Nicht Lennon. Dafür ist er zu rational.«
»Aber seine Hormone.«
Plötzlich sah sie weg.
Sie machte eine Pause, ehe sie sagte:
»Die bremsen wir noch ein wenig.«
Ich meinte mich, verhört zu haben.
»Wie meinst du?«
»Wir regulieren, seine Gefühlausbrüche. Er erhält eine regelmäßige Dosis Östrogen, damit er uns noch nicht so schnell, Testosteron lastig wird.«
Ich konnte es nicht glauben.
»Ihr manipuliert seine Pubertät?«
»Wir helfen ihm, bei der Aufgabe zu bleiben.«
Ich war fassungslos.
»Kein Wunder, wenn er abhaut.«
»Das ist er nicht. Er weiß nichts davon.«
»Wir werden sehen.«

06/21 PGF

4 Kommentare zu „Indigo (18)

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