Indigo (20)

20.

Millards Satz schwebte ein Weilchen im morgendlichen Waldlicht und verflüchtigte sich dann, zwischen Vogelgezwitscher und knisternden Ästen. Mich würde Crunchy grillen, die Army Aline und Hope uns beide.
»Wenn Sie mich entschuldigen. Ich würde im Labor versuchen, exakte Ergebnisse zu erhalten.« Bat der Forensiker, nahm seinen schweren, schwarzen Koffer auf und verabschiedete sich in Richtung seines Fahrzeugs.
Wir blieben schweigend zurück. Die Stimmung war frostig, während keiner den ersten Schritt, beim Zusammenpacken machen wollte.
Millard hat uns versichert, alles sei, auch für die Spezialisten der Army ausreichend dokumentiert. Es wäre in Ordnung, vielleicht sogar sicherer, alles zusammen zu packen, damit niemand nachträglich Spuren verändern konnte.
»Ihre Leute werden erst schimpfen, dass ich das gesagt habe«, erklärte er in Richtung Aline, »aber sie werden sich beruhigen, wenn sie meine Dokumentation erhalten. Fußabdrücke waren weder in Richtung des Zeltes, noch im Umfeld von zwanzig Quadratmeter zu finden. Das wird noch spannend zu erforschen, wie die Entführer zum Zelt kamen und, wie sie Lennon abtransportieren konnten. Dokumentiert ist es: dass da nichts ist.«
Mit dieser Information blieben wir zurück.
»Ich gehe nicht weg, bevor Lennon nicht wieder da ist. Er kann sich irgendwo verlaufen haben.« Erklärte Hope plötzlich mit fester Stimme, als habe sie eben entschieden eine Neufassung der 10 Gebote zu proklamieren. »Ihr könnt ihn im Stich lassen, ich bleibe hier.«
Aline ging auf sie zu.
»Hope, es macht keinen Sinn zu bleiben. Millards Analyse ist stimmig. Wir waren alle drei heute Morgen, wie verkatert. Ich bin sicher, in unserem Blut lässt sich ein Betäubungsgas nachweisen.«
»Das hat der aber nicht gemacht. Oder wurde euch Blut abgenommen?«
Das verneinten wir beide.
»Der Nachweis auf der Zeltplane wird genügen.«
»Gut, aber Lennon kann immer noch hier sein.«
Ein schönes Beispiel, wie irrational, Gefühle das Denken machen.
»Hope, was für ein Sinn sollte das haben.«
»Wir wissen doch gar nicht, wer sein Entführer ist. Vielleicht irgend so ein Wald-Hippie, der ihn in einer Höhle gefangen hält.« Sie redete sich in Fahrt. »So ein Pazifist, der gehört hat, dass Lennon für die Army arbeitet und ihn und mich davon abbringen will.«
»Das ist doch schon mein Job«, versuchte ich sie von dem Gedanken abzubringen.
Sie sah misstrauisch nach mir, als hätte ich sie, auf einen Gedanken gebracht.
Aline versuchte wieder ihr Glück.
»Hör mal Hope: Ich werde jetzt packen und du machst dir deine Gedanken. Ich brauche jetzt deine Unterstützung. Die habe ich am besten, wenn du zu Hause bist und auf die Entführer reagieren kannst, wenn die, Kontakt aufnehmen. Ich befürchte, dass wirklich eine Entführung dahintersteckt. Es wäre wichtig, dass wir, falls es sich um eine Erpressung handelt, in einen Austausch mit den Entführern kommen.«
»Und was, wenn es keine Erpressung ist? Wenn sie ihn mir einfach nur wegnehmen wollen?«
Ja Aline, was dann? Dachte ich.
Dorset versuchte die Situation zu retten.
»Warum sollte man ihn einfach entführen, ohne etwas dafür zu verlangen?«
Hope starrte Aline zornig an.
»Weil er etwas Besonderes ist! Weil er ein Indigo ist!«
Aline gab sich nicht geschlagen.
»Dann sollten wir umso mehr bereit sein, zu signalisieren, dass wir alles dafür tun, jeden Preis zahlen, wenn er dir zurückgegeben wird.«
Damit knackte sie Hope.

06/21 PGF

4 Kommentare zu „Indigo (20)

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