Indigo (37)

37.

Es war Zeit für den Faktencheck.
»Wenn ich Ihnen helfen soll. Spielen wir mit offenen Karten.«
Aline war entsetzt: »Was redest du da, Joe?«
»Tut mir leid, Aline. Meine Mission ist schon die ganze Zeit, mich um Lennon zu kümmern. Nicht um dein Programm. Ich tue das, was in Lennons Sinn ist.«
»Verdammt! Dann rette ihn vor diesen Leuten.«
»Was wollen Sie wissen?« Fragte der Russe und ignorierte Aline.
»Wer Sie sind? Und woher kommen sie plötzlich?«
»Spielen echte Namen eine Rolle?«
»Der Name ist mir egal, wenn der Inhalt stimmt.«
Er nickte.
»Dann ist mein Name Georgi. Ich arbeite in einer Spezialeinheit des russischen Abschirmdienstes. Mein Auftrag bezieht sich auf »Mitarbeiter« im weiteren Sinn. Ich rekrutiere eigene Leute, Doppelagenten und eliminiere Überläufer. Ich halte mich normalerweise nicht auf amerikanischem Territorium auf, das ist die Arbeit meiner beiden Mitarbeiter, aber, in diesem Fall, sind meine medizinischen Fachkenntnisse gefragt, um die Mission erfolgreich abzuschließen.«
Aha, der Neurochirurg, dachte ich.
»Ich werde verhindern, dass Sie Lennons Kopf aufschneiden.« Protestierte Aline mit einer drastischen Darstellung, um Lennon zu beunruhigen. Aber sie lag falsch.
»Hier wird niemand aufgeschnitten. Sie haben den Sender in Lennons Kopf implantiert, nicht wir. Ich helfe nur ihn zu beseitigen.«
»Und, wie wollen Sie das machen, ohne Hilfe eines Neurochirurgen?« Fragte ich beschwichtigend, ohne, dass Lennon, durch Alines Bemerkung verunsichert gewirkt hätte.
»Schafft sie weg!« Befahl Georgi, den beiden anderen.
Aline spannte ihren Oberkörper, als könne sie damit Widerstand leisten, aber mit auf dem Rücken gefesselten Händen, hatte sie keine Chance gegen die beiden Russen.
Es gab ein kurzes Gerangel. Dann stellten die beiden Männer sie, samt Stuhl, in eine kleine Kammer, die sich an den großen Gemeinschaftsraum anschloss. Dumpf hörte man sie von drinnen protestieren.
»Sie muss nicht alles hören.« Bemerkte Fake-Georgi.
Mit ungutem Gefühl nickte ich. Ein Thema war, mich für Lennon auszusprechen, ein anderes Aline im Stich zu lassen. Ein bisschen mehr Loyalität durfte sie durchaus von mir erwarten – vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt.
»Soll Lennon das mithören?«
Georgi lächelte.
»Er weiß, was wir vorhaben. Bis zu ihrem überraschenden Eintreffen, war das der Plan für den Abend eigentlich klar … und keine Sorge, wir benötigen kein Skalpell.«
Ich war gespannt.
»Das was wir verwenden nennt sich Transkranielle Magnetstimulation. Es ist ein Verfahren, dass zunehmend in der Neurologie an Bedeutung gewinnt. Kurz gesagt, verstärkt es den Stoffwechsel, in dem ausgewählten Gebiet, in dem, sehr punktgenau ein magnetisches Feld erzeugt wird.«
»Aber dem Sender bläst es das Licht aus.«
»Ohne ein Tröpfchen Blut, ohne das Lennon etwas merkt.«
»Und du bist, damit einverstanden?« Wollte ich von Lennon wissen.
Der musste über die Antwort nicht nachdenken: »Klar. Dann bin ich frei.«
Ich musste nachdenken.
»Ich möchte mit Lennon allein sprechen.«
Georgi betrachtete mich prüfend. Er schien kein Problem zu sehen.
»Okay. Wie sie wollen. Sie haben zwanzig Minuten. Dann müssen wir uns dem Sender widmen.«
Damit war ich einverstanden.

07/21 PGF

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