Indigo (39)

39.

Während Georgi den Apparat bereit machte, um den Sender in Lennons Kopf zu deaktivieren, zog ich den Neopren-Anzug aus und ein paar Kleider an, die mir die Russen ausgeliehen hatten.
Während ich die Hose hochzog, fragte der Russe, fast nebenbei: »Wie seid ihr eigentlich hierhergekommen, du und Miss CIA?«
Ich hatte mit der Frage gerechnet, wie ein guter Schachspieler, mit einem Zug rechnet, der sich genau in die Züge fügt, die seiner eigenen Taktik zu Grunde liegen.
»Ein Boot von Alines Einheit hat uns abgesetzt, dass war wohl der Moment, in dem ihr uns gehört habt.«
Georgi stand auf und startete, auf einem Bildschirm die Betriebssoftware, die zu dem Transkraniellen Magnetstimulationsgerät gehörte.
»Ja, da war ein Motorengeräusch. Das hörten wir.«
Er verglich etwas mit dem Bildschirm und dem Sitz der Halterung auf Lennons Kopf.
»Und wann kommen sie zurück?«
»Wer?«
»Die CIA-Leute.«
»Nach unserem Plan, wenn wir euch überwältigt haben und Lennon außerhalb des Gebäudes ist, so dass sein Standort gescannt werden kann. Aber dazu kommt es ja nicht.«
»Und, wie lautet der Plan für diesen Fall?«
»Verhören Sie mich?«
»Nein, Joe, ich interessiere mich.« Er sah zu mir. »Und Sie wissen bestimmt, dass ihr Leben, für mich, keine Bedeutung hat. Ich müsste Ihnen nicht erklären, nichts zeigen. Aber ich weiß, dass Lennon das wichtig ist – und er ist mir wichtig.«
Ich tat, als gäbe ich mich geschlagen.
»Ein Hubschraubereinsatz, sobald, ihr die Insel verlassen wollte. An der Küste stehen zwei Militärhubschrauber, mit Seals, bereit, die sobald ihr die Insel verlassen wollt, zuschlagen werden.«
Er sah rasch wieder zum Bildschirm.
»Haben sie keine Sorge, was wir Lennon antun könnten?«
»Nein, sie gehen davon aus, dass wir drei tot sind, wenn wir uns nicht melden.«
Meine kleine Lügengeschichte begann ihn zu beschäftigen. Ich hatte keine Ahnung, wie sie planten die Insel zu verlassen, aber zwei Hubschrauber, mit Seals war keine Kleinigkeit, als Gegenwind.
Er wandte sich Lennon zu.
»So Junge, jetzt geht es gleich los.«
Georgi hielt etwas in die Höhe, was wie ein plumper kurzer Tennisschläger aussah.
»Damit wird das Magnetfeld erzeugt. Es ist, was man eine Spule nennt. Auf dem Bildschirm sehe ich, einen Kopf vergleichbar deinem und den Ort, wo sich der Sender vermutlich befindet. Ich werde die Spule jetzt erst über einen Bereich halten, der für deinen Daumenmuskel zuständig ist. Wenn ich richtig bin, wird dein Daumen zucken. Ansonsten wirst du nichts spüren. Bist du bereit?«
Lennon nickte kurz.
Georgi platzierte die Spule seitlich von Lennons Scheitel, etwas in Richtung Hinterkopf und startete das Gerät. Im nächsten Moment zuckte der Daumen des Jungen. Es war eine Bewegung als hätte er etwas zu greifen versucht.
»Hat es weh getan?«
Lennon zeigte sich tapfer.
»Kein bisschen.«
»Siehst du! Wie ich gesagt habe. Dann würde ich jetzt den Sender ausschalten?«
Fast ungeduldig sagte Lennon: »Kann los gehen.«
Georgi hielt die Spule etwas tiefer und etwas weiter hinten.
Ich sah auf Lennons Hand, als müsse dort wieder ein Finger zucken. Aber nichts in der Art geschah.
Die Spule landete dort, wo mutmaßlich der Sender implantiert war.
»O!« Machte Lennon. »Das fühlt sich jetzt seltsam an.«
Georgi wirkte angespannt.
»Ist gleich vorüber, das ist nur, weil der Sender, jetzt ins Magnetfeld geraten ist.«
Und ich dachte, daran was Magnete mit Metall machen und hoffte, dass dies nicht mit dem Sender und Lennons Hinterkopf geschah.

07/21 PGF

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