Ein verschriftlichtes Leben

Keine Zeit mehr den Regen und das herannahende Gewitter zu hören.
Auch das ist wieder ein Satz.
Der Beginn der Jagd nach einer Geschichte, einer Erkenntnis, einem erzählbaren Augenblick –

der vom Zauber der Existenz handelt, den ich zu halten versuche,
ehe er verrinnt …

Der Zauber jenes bitter-süßen Sein, welches uns allen zu Teil wird,
über welches wir erstaunen, welches wir ohnmächtig erleiden.

Hält man ihn fest, verliert man ihn.
Nimmt ihn jemand?
Oder fällt er ins Nichts?

Weshalb verschriftlicht man ein Leben,
wenn Papier verfällt
und Sprache, analog und digital, in Vergessenheit gerät?
Nicht heute, aber sicher irgendwann …

Wenn der Leser, nicht nur den Inhalt, vielleicht nicht versteht
oder in seinem Sinn missdeutet,
sondern die Zeichen nicht, mehr entziffern kann.

Ist es da nicht viel schöner,
am Fenster zu sitzen und dem Regen zu lauschen –
und dem herannahenden Gewitter –
der in einen friedlichen, stillen Nachmittag fällt?

PGF

2 Kommentare zu „Ein verschriftlichtes Leben

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