Eine beliebige Nacht

Ein Gewitter, das ist immer auch ein wenig Zorn und Blitz, Regen und Traurigkeit, Erlösung und Abkühlung.
Nach einem Gewitter, geht es bereinigt und beruhigt weiter, weil alles was angestaut war, sich entladen konnte.
So zumindest ist es heute Nacht: entladend und abkühlend und, in weiterem Sinn, vorbereitend.

Die Entstehung einer Geschichte – und das kann man durchaus, als mit Pathos überladen betrachten – ist auch so eine gewittrige Angelegenheit, obwohl ich glaube, dass jede Geschichte, ihre ganz eigene Entstehung erlebt. Manche ist, wie ein Kuss, eine innige Berührung, die man erfahren darf und die inspiriert; eine andere entsteht, wie die Berührung mit dem Feuer, vor dem man eilig die Hand wegzieht, entschlossen andere zu warnen.

Daneben gibt es diese Geschichten, die in der schwülen Hitze eines Sommers entstehen, eigentlich der Worte gar nicht zugänglich, aber dann kommt so ein Abend, an dem sich aller Zorn, alle Traurigkeit und alle Einsicht entladen und ein langer, schwerer Prozess zu Wort kommt.

Dann ist es nur eine Frage, ob der Atem reicht, um, als wäre es nur ein Satz, mit einem Atem, eine ganze Geschichte zu erzählen. In der sich Kälte und Hitze, Regen und Blitz, Sehnsucht und Hoffnung widerstrebend und zu einander hingezogen begegnen, um aus einer beliebigen Nacht, eine besondere Atmosphäre zu erschaffen.

07/22 PGF

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