Rituale und Überlegungen

Wie meist nach Abschluss einer Veröffentlichung, erfreue ich mich auch dieses Mal, an einer Erkältung, so als kleines Bonbon für die Mühen, ein wundervolles Ritual …
Gut, es mag auch daran liegen, dass ich meist im Winter veröffentliche, dass um diese Zeit alle „Dinge“ dicht sind und Stress und Viren eine krachende Vorweihnachtszeit-Fete feiern, bei denen wir/ich/er/sie/es die Glühweinstände sind.
Sei es, wie es will! Ich bin verschnupft und rätsle über die großen und kleinen Zusammenhänge der Welt.
Nebenbei und mit dem Pathos des Krankenbettes, verteile ich Autorenexemplare. Wer bei den letzten 3 Joe-Bänden dabei war, hat schon eine Mail bekommen (und ich bedanke mich für die Rückmeldungen 🙂 ), für alle anderen ist hier und heute die letzte Chance, sonst werde ich dem Diktat, meines inneren Kapitalisten folgend, nur noch Ware gegen Cash vertreiben.
Die Autorenexemplare bestelle ich morgen. Dann dauert es etwa 5 Tage bis zur Auslieferung, sodass mein Versand noch vor Weihnachten ankommen sollte und unter den Weihnachtsbaum gelegt werden kann 🙂

Während sich all diese Dinge ereignen, habe ich Zeit, mit roten Augen und dickem Kopf, am Kamin zu sitzen und zuzusehen, wie die Holzscheite Feuer fangen. Das mag banal klingen, ist es aber nicht! Weil ich, drei Jahre lang, dafür keine Zeit gefunden habe, also zum Innehalten. Alleinerziehend, im Vollzeitjob, bei Corona-Lockdowns, welche die Arbeit im Gesundheitssystem gesteigert statt gebremst haben, mit Autoren-Ambitionen und Weltkrisen im Orchester, habe ich das getan, was man tun sollte, wenn man im offenen Meer nicht ertrinken will: ich habe mich bewegt und bin geschwommen, bis ein Ufer in den Blick kommt.
Diese mit dünnen Flammen züngelnden, leicht rußigen, plötzlich aufflammenden und dann in wundervolle, rote Glut verfallenden Holzscheite, sind so ein Ufer, im weiten, kühlen Wintermeer.

Aber das ist nicht alles was ich beobachte. Ich beobachte auch euch und eure Blogs. Nicht, dass jetzt jemand hektisch wird und sich besorgt über die Schulter blickt: ich komme zum Besuch vorbei, meist ohne Like und ohne Kommentar, sondern forschend und erfreut was ihr so macht und mit der Frage, ob WordPress noch lebt oder nicht. Erscheint mir schon so. Weshalb daraus weitere Überlegungen erwachsen.
Das Thema „wie mache ich weiter“ habe ich ja schon hinlänglich erörtert und es soll hier keine unschöne Redundanz dazu geben, sondern nur der Abschluss des Gedankens, mit einer an sich logischen Schlussfolgerung: Ich scheine Blogs zu betreiben, wie ich Bücher schreibe. Manchmal konzentriere ich mich auf eines, manchmal beschäftigen mich ein paar Skripte, aber bei allen strebe ich das Ende an. Deshalb ist es nur logisch, dass ich meine Blogs, wie meine Bücher abschließe und neue beginne (falls die Musen mir ihre Gnade erweisen). Ob sich, für die Fortsetzung, jemand interessiert, ob sich neue Leser finden, ob jemand den neuen Band aus dem Regal nimmt, weil er den alten ganz gut fand, tut hier erstmal gar nichts zur Sache, weil es letzten Endes, um die innere Stimmigkeit geht.
Versteht ihr? Ich denke. Also wer bis hierher noch im Text ist 😉

Und die „Noosphäre“?
Ich würde sagen die liegt noch im Dornröschenschlaf und wartet auf den Prinzen der sie wach küsst oder die Prinzessin, um ein bisschen woke zu sein.
Ist aber eigentlich das gleiche Thema, wie beim Bloggen: tut gar nichts zur Sache! Mein Gefühl, bei den Joe-Geschichten stimmt: man muss eigene Vorurteile ablegen, um seine Vorurteile verstehen zu lernen, dafür gibt es ein bisschen unterhaltsames Spiel mit Fakten und Möglichkeiten.

So, jetzt habe ich euch aber ordentlich zu getextet. Ich bräuchte wohl öfter eine Schnupfen-Bremse, um Zeit zu finden …

Habt ein schönes Wochenende
PGF

11 Kommentare zu „Rituale und Überlegungen

  1. Da kann ich mich Gerd nur anschließen: Finde deinen Weg! Ich liege nicht krank im Bett, von daher hier ein kleiner Energieschub von mir, damit du schnell wieder auf die Beine kommst …🌪🔥🌬🌊🌞🍀㋛
    Viele Grüße Bea

    Gefällt 3 Personen

  2. Lieber Peter,
    ich habe dein Zutexten genossen, da liegt Klarheit drin und tiefe Gedanken, die ich mag.
    Leider bin ich allzu solidarisch und lag diese Woche auch darnieder, bin auch noch nicht wieder ganz hergestellt.
    Mögen wir beide zu neuer Energie finden, sobald das Innehalten vorbei ist.
    Herzlich
    Marion

    Gefällt 1 Person

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