Ende

Es ist so weit.
Mit dem „Fernen Gestade“ endet meine Arbeit auf dem „Zeilenportal“. Ich hoffe, die Geschichte hat euch, zum Abschluss, gut unterhalten.

So schön ich, bis heute, den Titel finde, so konnte das „Zeilenportal“ doch nie halten, was ich mir davon versprochen habe: eine Plattform zu bilden, auf der verschiedene Autoren ihre Texte kostenfrei oder -pflichtig anbieten können.
Die Idee habe ich ziemlich schnell (vielleicht zu schnell) aufgegeben und das „Zeilenportal“ wurde stattdessen zu einem Blog, auf dem ich einen Teil meiner Geschichten und schließlich, mehr durch Zufall, die Joe-Geschichten, teilweise veröffentlicht und am Ende beworben habe. Bis Band 4 die „Noosphäre“.
Das Vorstellen meiner Geschichten und eure Rückmeldungen waren sehr schön. Deshalb hat sich die Arbeit am „Zeilenportal“ am Ende gelohnt.

Ich bin es von Skripten gewohnt, dass sie oft einen anderen Verlauf nehmen, als ich es mir vorstelle. Dass Figuren, aus der Reihe tanzen und wichtiger oder bedeutungsloser werden, als es mein Plan war. Es ist gut, dass wir nie „volle Kontrolle“ haben. Das „Zeilenportal“ hatte ebenso sein Eigenleben.

Ich habe ja öfter darüber resümiert, wie ich mit dem Bloggen weiter mache, ob eine andere Plattform, die bessere Wahl wäre.
Ich bin zum Ergebnis gekommen, dass es Sinn macht, weiter zu bloggen und die Alternativen zu WordPress, zu mir nicht passen. Deshalb starte ich zwei neue Blogs, von denen einer eher als Homepage zu verstehen ist, mit einiger Aktivität am Anfang, die dann vor sich hin keimt. Und ein zweiter Blog, auf dem, vermutlich wöchentlich, Beiträge stattfinden. Dieser Rhythmus hat sich bewährt, dauerhaft täglich posten, passt nicht zu meinem Real-Life.

Beide Blogs sind vorbereitet und werden, in den nächsten Tagen, freigeschaltet. Das Zeilenportal wird, in Kürze, nach diesem Beitrag schließen.

Ihr findet mich zukünftig auf diesen beiden Blogs und ich würde mich freuen, wenn ihr mir, auch dort folgt.

https://literaturamsee.wordpress.com/

Nehmen Sie Platz

Für den Austausch, eure Likes, Kommentare, die Cover-Votings, eure Beiträge und den Austausch eurer Ideen, sage ich herzlichen Dank!
PGF

Am fernen Gestade (8)

8.
In der Hütte war es kalt.
Der Winter hatte die Welt fest im Griff, auch das Gestade, sodass selbst der Kies, am Rande der Brandung gefror und die Wege sich starr dem Schritt entgegenstemmten. Bis in seine Hütte hinein drängte sich die Kälte, siedelte mit Eis-Inseln entlang der Fensterkreuze, nahm den Wänden die letzte Restwärme und legte sich, wie ein feuchtes Siechtum in sein Bettzeug. Sodass er ihr nirgends entfliehen konnte.
Außer er machte sich früh am Tag ein Feuer und sah zu, dass er es, den ganzen Tag, in Glut hielt, was ihm mehr und mehr die Holzvorräte raubte.
Heute fiel es ihm besonders schwer, Feuer zu machen und sich darum zu kümmern, dass es warm wurde. Die Kälte und die Schwermut gemeinsam lähmten ihn, bedingten einander, wie sich die Bettlägerigkeit und der Tod bedingten, die Einsamkeit und die Verzweiflung, die Lieblosigkeit und die Enttäuschung.
Er wusste, diese Verbindungen waren wie Wölfe, die ihn verschlingen würden, wenn er sie nicht mit einem warmen Feuer, aus seinem Herzen und aus der Hütte vertrieb. Das war der einzige Weg, wieder in Frieden mit sich und der Welt zu gelangen.
Wie gerne hätte er die Sehnsucht aus seinem Herzen vertrieben, die seine Besucherin, in ihm entfacht hatte. Es würde dauern, bis es so weit war.
Es war Menschensehnsucht, die er fühlte, dies wusste er allzu genau. Es war die Sehnsucht, nach dem fernen Glück jener, die sich miteinander verbinden, die den Mut haben zusammenzuleben, auch, wenn sie sich am Ende verlieren müssen.
Ihm war das nicht beschieden. Ihm blieben nur die Besucher seiner Einsamkeit. Hier draußen, am fernen Gestade, wo das Meer unaufhörlich seufzte und rauschte und alte Lieder sang, wo der Wind unruhig auf und abging und heulte und unheimliche Geschichten mit sich trug, wo die Wolken heimatlos, über den Himmel trieben, in ein tristes Grau verschmolzen und glutrot in der Dämmerung eines neuen morgens lagen.
Das war sein Platz, in der Welt. Hier an ihrem Rand, wo sein Leben, zwischen Traum und Wirklichkeit, wie Wellenspiel schwankte.
Aber er wollte darüber nicht klagen, weil auch aus einem einzelnen, einsamen Samen ein Baum, hervorgehen und sich vielfach verzweigen konnte.
Wenn jeder der kam, nur ein bisschen von dem, was er hier mitnahm, in die Welt hinaustrug, dann sollte ihm das genügen.
Endlich brannte ein wenig Reisig in seinem Ofen. Das genügte noch nicht, damit sich die Wärme gegen die Kälte durchsetzen konnte, aber es genügte, um einen neuen Scheit aufzulegen.
Als das erste dickere Holzstück brannte, nahm er seine Teekanne, füllte sie mit Wasser, welches er aus Schnee schmolz und stellte die Kanne auf den Ofen.
Als das Wasser kochte fügte er Kräuter hinzu und wartete, bis sie ihren Duft, an das Wasser abgegeben hatten.
Mit der ersten Tasse Tee setzte er sich an den Ofen, sah ins Feuer und trank die Tasse Schluck um Schluck.
Und draußen in der Welt ging das Leben weiter, von dem er gelegentlich hörte. Hier draußen am fernen Gestade, wo an manchen Tagen, das Meer und der Himmel, ein Grau und manchmal ein Blau waren.

Ende

01/23 PGF