Corona dominiert / Corona dominates

Wenn ich ehrlich bin hat Corona in meinem Leben wenig verändert. Gut, ich muss mehr arbeiten und die Arbeit ist belastender geworden. Aber zurückgezogen lebe ich schon länger und gerne. Meine Reisen hatte ich. Kontakte sind für mich, in ihrer Qualität, nicht von persönlichen Treffen abhängig, der Einfluss von Krankheit und Tod, auf das Leben, mir schon zuvor täglich bewusst.
Aber, dass sich die Welt verändert hat, das verändert mein Beobachten und Betrachten und damit das Schreiben. Die Welt hat an Farbe und Kontraste verloren. Es ist ein Narrativ, dass alle Kollektive, alle Biografien, alle Geschichten dominiert. Es wird zunehmend schwer zu erzählen, ohne das Corona darin vorkommt. Ich bin ein wenig froh, mit „Alphavirus“, das Thema für mich, mehr oder weniger, abgearbeitet zu haben.
Ich glaube, es wird zunehmend wichtig, Corona zu nivellieren. Ihm die Kraft zu nehmen, in dem man ihm die Vormacht nimmt. Ähnlich wie beim Autofahren: Irgendwann hat man gelernt wo die Gefahren liegen und entsprechend angepasst fährt man, aber man hat den Blick wieder frei für die Welt und ihre Möglichkeiten. So muss man wohl auch, neben Corona und seine Maßnahmen, Freiräume, Chancen und neue Möglichkeiten suchen und entdecken, damit irgendwann wieder ganz andere Geschichten entstehen können.

PGF

If I’m honest, Corona has made little difference in my life. Well, I have to work more and the work has become more stressful. But I have lived a secluded life for a long time and I like it. I have had my travels. Contacts are for me, in their quality, not dependent on personal meetings, the influence of illness and death, on life, I already before daily aware.
But, that the world has changed, that changes my observing and viewing and thus writing. The world has lost color and contrast. It is a narrative that dominates all collectives, all biographies, all stories. It is increasingly difficult to tell without Corona being in it. I’m a little glad that with „Alphavirus“ I’ve more or less worked through the issue.
I think it’s becoming increasingly important to level Corona. To take away his power by taking away his supremacy. Similar to driving a car: At some point, you’ve learned where the dangers are and you drive accordingly, but you’re free again to look at the world and its possibilities. So one must probably also, beside Corona and its measures, free spaces, chances and new possibilities look for and discover, so that sometime again completely different stories can develop.

PGF

Corona, Capitol und Catastrophen / Corona, Capitol, Catastrophe

Die 2. Geschichte mit Joe, ist eine hohe Klippe: ein ordentlicher Plot, aber ein komplexes Thema, bei dem die Gefahr besteht, dass die Geschichte nicht plausibel wird.
Das ist, wie ich finde, bei Mystery- und Fantasie-Geschichten der entscheidende Punkt, dass sie innerhalb ihrer Logik plausibel sein müssen.
Bei der Aurumer-Reihe gab es eine Kritik, sie sei viel zu unrealistisch – joa, geht halt um Aliens.
Deshalb traf mich das nicht.
Die gesetzten Parameter in einer Geschichte, müssen zueinander plausibel sein. Das ist entscheidend. Dann ist auch jede Kritik in Ordnung, die sich an diesen Parametern stört.

Also drückt mir die Daumen, dass am Ende der 2. Teil plausibel wird. 🙂

Das ist ein Vorteil, des für sich Schreibens: keiner merkt es, wenn es schief geht und man muss nicht öffentlich erklären: „Leute, bis hierher leider alles Stuss! Denkt euch ein Ende aus, dass euch gefällt.“
Trotzdem werde ich mich mit dem 3. Teil vermutlich hier auf den Blog wagen. Ich hoffe ihr habe in eurem Kalender den 9./10. notiert. Streicht den 9. könnte auch 10. oder 11. werden. Soll ja keine „Stopp! Blödsinn!“-Veranstaltung werden. 😉

Also ich groove mich ein, zwischen die zwei Geschichten, wie in die Woche zwischen den Jahren und bin sehr gespannt, ob der 3. Teil in die Gänge kommt.
Muss ja noch etwas anderes geben, wie Corona, Capitol und Catastrophen.

Schönen Abend
PGF

The 2nd story with Joe, is a high cliff: a neat plot, but a complex theme that risks making the story implausible.
That, I think, is the crucial point with mystery and fantasy stories, that they must be plausible within their logic.
With the Aurumer series, there was a criticism that it was far too unrealistic – yup, it’s about aliens.
That’s why it didn’t hit me.
The parameters set in a story have to be plausible to each other. That is crucial. Then, any criticism that is bothered by these parameters is okay, too.

So keep your fingers crossed that in the end the 2nd part will be plausible. 🙂

That’s one advantage of writing for yourself: no one notices when it goes wrong and you don’t have to publicly declare: „Guys, up to here, unfortunately, all bullshit! Think of an ending that you like.“
Nevertheless, I will probably venture here on the blog with the 3rd part. I hope you have the 9th/10th noted in your calendar. Scratch the 9th could be 10th or 11th. It’s not supposed to be a „Stop! Bullshit!“ event 😉

So I groove me one, between the two stories, as in the week between the years and am very curious whether the 3rd part gets going.
Must be something else going on, like Corona, Capitol and Catastrophe.

Have a good evening
PGF

Kollektiver Burnout / Collektive Burnout

Ein Burnout entsteht, wenn bei maximaler Belastung, minimale Wertschätzung erfolgt. Wenn trotz immer wieder erbrachter Leistung, weder sichtbar noch artikuliert, ein Erfolg der Anstrengung wahrgenommen wird.
Und so senken sich, wie ein schwerer Abend, die nächsten Corona-Maßnahmen über das Land und es gibt kein Ende ihrer Zeit – als käme der Tag nicht zurück – und es gibt auch keinen Dank oder eine Erfolgsmeldung, für das bislang Erreichte.
Dafür werden die gescholten, die nicht konform gehen wollen. Aber, wieso sollten sie, wenn man es versäumt sie zu überzeugen, mit Zahlen und Erfolgen?
Natürlich, nicht gestorbene Tote kann man nicht zählen und mit ein bisschen Verstand rechnet man sich selbst aus, wie es ohne Maßnahmen aussehen würde.
Aber den Verstand höhlen gerade, dauernder Verzicht, ständige Maßregelung und Gleichschaltung der Sichtweise, die Basis aus. Denn der Verstand ist ein kritisches Tier und er lässt sich nicht gerne diktieren, was er für richtig halten soll. Das ist eben seine Neugier: es selbst herauszufinden.
Man stiehlt den Kindern Bildung und Sozialisierung, ja so kann man es auch formulieren. Und vielleicht ist Jobsicherheit und Kurzarbeitergeld allein nicht selig machend, wenn Sinn und Ausgleich verloren gehen. Ja und vielleicht retten wir, während wir ertrinken lassen; und setzen ein medizinisches Wissen und epidemiologisches Denken voraus, dass von denen gar nicht geleistet werden kann, die nicht wissen, wie das zu verstehen ist.
Es bräuchte also täglich nicht nur Drohung und Inzidenz, sondern auch Zeiträume und Verlässlichkeit. Das Fahren auf Sicht war vor einem Jahr zu verzeihen, jetzt wirkt es eher, wie ein Fahren ohne Fahrerlaubnis. Schon im Frühjahr waren sich die Fachleute klar: Pandemien kommen in 3 Wellen, damit sollten alle rechnen, dementsprechend wird das Bildungssystem, das Gesundheitssystem, die Freizeitgestaltung vorbereitet. Alles versäumt, alles zu heikel.
Und jetzt? Jetzt sind die Menschen müde, weil die Bevölkerung einen überragenden Job macht, der nicht gewürdigt wird, weil ihr kein Rahmen angeboten wird, der das To-Do ausmacht und die Schräge zu einem Weg Richtung Gipfel.
Der Krug geht so lange …, wie alt ist dieser Satz?

01/21 PGF

Burnout occurs when maximum stress is accompanied by minimal appreciation. When, despite repeated performance, neither visible nor articulated, a success of the effort is perceived.
And so, like a heavy evening, the next Corona measures sink over the land and there is no end to their time – as if the day would not come back – and there is also no thanks or a success message, for what has been achieved so far.
For this, those who do not want to conform are scolded. But, why should they, if you fail to convince them, with numbers and successes?
Of course, you can’t count the dead who haven’t died, and with a little bit of common sense you can calculate for yourself what it would look like if no measures were taken.
But the intellect hollows out straight, permanent renunciation, constant measure regulation and equalization of the view, the basis. Because the mind is a critical animal and it does not like to be dictated what it should consider right. That is just its curiosity: to find out for itself.
You steal education and socialization from the children, yes you can put it that way. And maybe job security and short-time allowance alone is not beatific if meaning and balance are lost. Yes, and maybe we save while we let drown; and presuppose a medical knowledge and epidemiological thinking that cannot be done at all by those who do not know how to understand.
So it would take daily not only threat and incidence, but time frames and reliability. Driving on sight was forgivable a year ago, now it seems more like driving without a license. Already in spring the experts were clear: pandemics come in 3 waves, everybody should expect that, accordingly the education system, the health system, the recreational system is prepared. Everything was missed, everything was too delicate.
And now? Now people are tired because the population is doing a superior job that is not appreciated, because it is not offered a framework that makes the to-do and the slope to a path towards the top.
The jug goes so long …, how old is this phrase?

01/21 PGF

3,2,1 … deins / 3,2,1 … yours

Also! Bitte in einer Reihe aufstellen! Nicht drängeln! Denken Sie an die Corona-Regeln. Jeder kann eines bekommen. (Na ja, nicht jeder, muss ja irgendwie zur ersten Million kommen).
Füllen Sie einfach das Formular unten aus.

So. Please line up in a row! Do not push! Remember the Corona rules. Everyone can get one. (Well, not everyone, gotta get to the first million somehow).
Just fill out the form below.

So / So

So! Ich hoffe, ihr seid gut ins neue Jahr gestartet und nehmt die Stille der Welt ebenfalls eher, wie ein Geschenk, denn als Strafe.

Corona hat uns, auch bezüglich des Jahreswechsels bewusst gemacht, dass sich der Jahreswandel schlicht als kalendarische Spielerei darstellt, während die tief im Leben verborgenen Prozesse weitergehen, egal, ob wir 2020 oder 2021 sagen, wir könnten auch ab morgen 1. Semester ab Corona sagen und das Jahr aus 730 Tagen bestehen lassen, da sind wir vollkommen frei. Warum muss ein Jahr aus einer Sonnenumrundung bestehen? Alles willkürlich gewählt.

Aber – und darauf kommt es ja an – das Leben in Epochen zu teilen und nicht in einen endlosen Fluss, des ewig Gleichen, tut gut und es hebt die Stimmung, eine Epoche, als abgeschlossen zu betrachten und die nächste mit neuem Mut zu starten.
Da hier – schwerpunktmäßig – nur der Epochen-Anteil am Literarischen zur Sprache kommt, eine kleine Übersicht, damit ihr euch das in den Kalender eintragen könnt 🙂

* Die Probeleser-Exemplare sind im Anflug. Die ersten sind gebucht – ich sage nur Playstation 5, für alle zu spät Vorbesteller …
* Den 2. Fall von Joe habe ich bald abgeschlossen, vermutlich bis Mitte Januar.
* Und, wenn die Musen es großherzig mit mir meinen, werde ich einen 3. beginnen und den mehr oder weniger live hier vorstellen. (Könnt ihr im Kalender für den 9./10.1 vormerken 😉 )
* Ansonsten ist es gerade still, Innen und Außen, sodass dieser Blog, ähnlich wie die Welt draußen, blüten- und schneelos, im Grau liegen wird.

Ich wünsche einen gemütlichen Sonntag in die Runde
PGF

So! I hope you have started well into the new year and take the silence of the world also rather, like a gift, than as punishment.

Corona has made us aware, also concerning the change of the year, that the change of the year is simply a calendrical gimmick, while the processes hidden deep in life continue, no matter whether we say 2020 or 2021, we could also say from tomorrow 1st semester from Corona and let the year consist of 730 days, there we are completely free. Why does a year have to consist of one round around the sun? Everything arbitrarily chosen.

But – and this is what matters – to divide life into epochs and not into an endless flow of the eternally same, does good and it lifts the mood to consider one epoch as completed and to start the next one with new courage.
Since here – with emphasis – only the epoch portion of the literary comes up, a small overview, so you can mark it in the calendar 🙂

* The proof reader copies are inbound. The first ones are booked – I’ll just say Playstation 5, for all you late pre-orderers …
* I’ll have Joe’s 2nd case finished soon, probably by mid-January.
* And, if the muses are generous with me, I’ll start a 3rd one and present that one more or less live here. (You can mark your calendar for 9/10/1 😉 )
* Otherwise, it is just quiet, inside and outside, so that this blog, much like the world outside, blossom and snowless, will lie in the gray.

I wish a cozy Sunday in the round
PGF

Metaebene und etwas mehr / Meta level and something more: Rundgang / Round

Auch, wenn die Geschichte, eher aus Versehen entstanden ist, will ich das liebgewonnene Ritual nicht versäumen und die Zahlen zum Text präsentieren. Die Zahlen stammen nur vom Zeilenportal:

Jeder Beitrag hatte 11 bis 39 Besucher
Die Zahl der Likes schwankte zwischen 11 und 24
Die Zahl der Worte, pro Beitrag, lag bei etwa 500. Es waren 9 Kapitel in 9 Beiträgen.
Der Überarbeitungslevel lag wieder bei 2, also niedrig.
Ich schrieb die Texte, auf wenig Grundlage, am Tag der Veröffentlichung.
Der Hidden Point kam nie in Frage, weil ich wusste, dass die Kurzgeschichte eine kurze Geschichte wird 🙂 .

Hintergründe:
Tatsächlich wollte ich eigentlich nur eine Szene, ein Stimmungsbild gestalten. Aber dann kam die Idee mit dem Schmetterlingsgeschöpf und der Zuruf und da dachte ich: „Sind ja gerade Feiertage“, da kann man auch an zwei Geschichten schreiben. Denn im Hintergrund habe ich tapfer weiter am nächsten Fall von Joe gearbeitet. „Rundgang“ habe ich vor allem nach dem Prinzip des Gegensteuerns geschrieben: wenn sie mir zu lieblich wurde, mit der Frage: Welche Wendung wäre herb? Und, wenn sie zu bitter wurde, mit der Frage: Was wäre schön?

Fazit:

Lowlights:
Nichts! Keine Erwartung, keine Enttäuschung.

Highlights:
– Die Rückmeldungen die ich zur Geschichte bekam.
– Der SchwippSchwapp-Moment zwischen literaturfrey und zeilenportal
– Dass ich den Plot geschlossen bekam

Ich sage wieder: Herzlichen Dank für euer Aufmerksamkeit!

Und gebe schon mal einen kleinen Ausblick auf die literarische Befindlichkeit.

Auf der Frustseite stand am Ende dieses Jahres:
– Zu viel liebloses Gelike
– Von Sympathie kann man sich keine Brötchen kaufen
– Es ist alles zu viel.

Auf der Lustseite stand:
– Es macht Spaß Geschichten zu entwickeln, während sie gelesen (Auch, wenn niemand den Mega-Plotfehler beim „Ältesten“ bemerkt hat 😉 )
– Ein Buch geht auf Reisen („Alphavirus“) hat mich echt demütig gemacht: „Sei mal nicht so anspruchsvoll. Guck mal, wie gelesen und kommentiert wird.“
– Kreativität ist frei und entfaltet sich dann am Besten, wenn sie Ergebnis und Buchhaltung anderen überlässt.

Und so wird das Konstrukt:
Zeilenportal bleibt und bleibt Hauptblog und literaturfrey kann parallel bestehen.
Ich werden meine Texte – so mir welche einfallen – und meine Geschichten – so mir welche einfallen, hier zum lesen anbieten, solange es den Lesenden und dem Schreibenden Spaß macht. Wenn das nicht mehr so ist oder, wenn die Zeit und die Kraft und die Lust frisst, dann mache ich den Laden dicht, ohne großes Pipapu und schreibe wieder weiter im Stillen.

Für dieses Jahr sage ich: Danke an allen die mich unterstützt haben und mir das Gefühl gaben: Weitermachen! Weitermachen! Weitermachen!
Das ist ein tolles Gefühl.

Habt einen guten Start ins neue Jahr!
PGF

Even if the story startet, rather by accident, I do not want to miss the cherished ritual and present the numbers to the text. The numbers come only from the „zeilenportal“:

Each post had 11 to 39 visitors
The number of likes varied between 11 and 24
The number of words, per post, was around 500. There were 9 chapters in 9 posts.
The revision level was again 2, so low.
I wrote the texts, on little basis, on the day of publication.
The Hidden Point was never an option, because I knew the short story would be a short story 🙂 .

Backgrounds:
In fact, I really just wanted to create a scene, a mood piece. But then came the idea with the butterfly creature and the acclamation and then I thought: „It´s holidays“, there you can also write one or two stories. Because in the background, I bravely kept working on Joe’s next case. I wrote „Rundgang“ primarily on the principle of countering it: if it became too sweet for me, with the question: which twist would be bitter? And, when it became too bitter, with the question: what would be nice?

Conclusion:

Lowlights:
Nothing! No expectation, no disappointment.

Highlights:
– The feedback I got on the story.
– The SchwippSchwapp moment between literaturfrey and zeilenportal
– That I got the plot closed

I say again: Thank you very much for your attention!

And I give you a little preview of the literary state of mind.

On the frustration side stood at the end of this year:
– Too much loveless likes
– You can’t buy bread from sympathy
– It’s all too much.

On the pleasure side it said:
– It’s fun to develop stories while someone is reading them (Even if nobody noticed the mega-plot error with the „oldest“ 😉 )
– One book goes on the road („Alphavirus“) really humbled me: „Don’t be so demanding. See how people read and comment.“
– Creativity is free and unfolds best when it leaves result and accounting to others.

And so the construct:
Zeilenportal remains and will remain main blog and literaturfrey can exist in parallel.
I will offer my texts – if I can think of any – and my stories – if I can think of any – here for reading, as long as it is fun for the reader and the writer. If that is no longer so or if the time and the strength eat the desire, then I close the store, without big Pipapu and write again in silence.

For this year I say: Thanks to all who supported me and gave me the feeling: Keep going! Keep going! Keep going!
That is a great feeling.

Have a good start into the new year!
PGF

Rundgang / Round (9)

9.
Ich weiß nicht, wie lange ich auf dem Weg stand. Jedenfalls senkte sich die Sonne im Westen zum Horizont, als ich wieder zu mir kam und von meinen Füßen stieg mir die Kälte bis in die Schenkel.
Ich sah mich um und einen Moment, dachte ich die Schmetterlingsfrau sei verschwunden. Aber das war sie nicht. Sie hielt nur ein wenig Abstand von mir und sie wirkte etwas blasser, als seien ihre Farben plötzlich aus Pastell.
Ich rief nicht nach ihr, sondern trottete los und erreichte noch ehe der Abend dämmerte meine Hütte.
Ich fühlte mich seltsam, als wäre mir ein Wirbel eingerenkt worden oder, als hätte ich eine Wunde versorgt, die noch da war, aber nun heilen konnte.
Ich war froh heim zu kommen und ich war froh, den Abend für mich zu haben, aber ich war auch froh nicht allein zu sein, denn die Schmetterlingsfrau war mir in etwas Abstand gefolgt.
Vermutlich würde ich in den nächsten Wochen, öfter mal ins Dorf gehen. Es war doch nicht schlecht, manchmal mit anderen zu reden und ein bisschen mehr zu sehen von der Welt.
Als ich die Tür zu meiner Hütte öffnete, blieb die Schmetterlingsfrau zurück.
„Was ist los? Habe ich dich erschreckt?“
Sie umkreiste mich elegant.
„Nein, dass hast du nicht. Aber es ist Zeit für den Abschied.“
Das verstand ich nicht.
„Aber wieso? Jetzt sehe ich doch wieder klar. Weshalb willst du gehen?“
„Weil du mich nicht mehr brauchst, du brauchst Menschen. Das ist gut. Und, wenn ich zurück will, muss ich die heutige Nacht nutzen. Es ist Vollmond und der Vollmond ist wie ein Tor zwischen den Welten. Heute Nacht steht es vollständig offen und ich will hindurch schlüpfen ehe es sich langsam wieder schließt.“
Ich war enttäuscht.
„Aber ich dachte du bleibst noch. Ich dachte“.
„Das ich hier mit dir leben kann? Nein, in seiner Fantasie kann keiner leben. Dafür ist sie nicht gemacht.“
Ich nickte. Schob die Tür ganz auf und ging in meine Hütte, ohne mich nochmals umzusehen.
Als es endgültig dunkel draußen war, entschloss ich mich, noch eine Runde zu drehen. Ich zog meine Stiefel an und den Mantel über und ging nach draußen.
Hoch über meiner Hütte stand der Vollmond, strahlend und klar. Keine Wolke in der Nähe.
Komm gut zurück in deine Welt, dachte ich.
Ich lief los und kontrollierte zuerst, ob der Schuppen mit dem Feuerholz verriegelt war. Es war alles in Ordnung. Und, wenn jemand fror, dann konnte er klopfen, in meiner Hütte war Platz für zwei oder auch drei, wenn nötig. Es waren unruhige Zeiten, das musste man zusammenrücken, damit jeder etwas haben konnte, wenn die Dinge knapp wurden. Nicht jeder dachte rechtzeitig daran, für ein Dach über dem Kopf, einen satten Magen und gesunde Glieder zu sorgen. Es war schön, für jemand da sein zu können.
Ich setzte meinen Rundgang fort und erreichte den Hühnerstall. Ich rüttelte fest an der Tür und sie hielt. Pech für den Fuchs, Glück für die Hühner.
Jetzt musste ich nur noch die Rückseite des Hauses kontrollieren, dann konnte ich zurück in meine Hütte und an den warmen Ofen. Ich würde meine Füße gegen die Wärme strecken und vielleicht, ja vielleicht, sogar einen Becher warmes Honigwasser trinken.

Ende

12/20 PGF

9.
I don’t know how long I stood on the path. Anyway, the sun was sinking to the horizon in the west when I regained consciousness and from my feet the cold went up to my thighs.
I looked around and for a moment, I thought the butterfly woman had disappeared. But she wasn’t. She just kept a little distance from me and she seemed a little paler, as if her colors were suddenly made of pastel.
I didn’t call out to her, but trotted off and reached my hut before the evening dawned.
I felt strange, as if a vertebra had been put back in place, or as if I had tended to a wound that was still there but could now heal.
I was glad to get home and I was glad to have the evening to myself, but I was also glad not to be alone, because the butterfly woman had followed me at some distance.
Probably in the next few weeks, I would go to the village more often. It wasn’t bad to talk to others sometimes and see a little more of the world.
When I opened the door to my hut, the butterfly woman stayed behind.
„What’s the matter? Did I scare you?“
She circled me elegantly.
„No, you didn’t. But it’s time to say goodbye.“
I didn’t understand.
„But why? I can see clearly now, can’t I? Why do you want to leave?“
„Because you don’t need me anymore, you need people. That’s good. And, if I want to go back, I have to use tonight. It’s a full moon and the full moon is like a gateway between worlds. Tonight it’s completely open and I want to slip through before it slowly closes again.“
I was disappointed.
„But I thought you were staying. I thought.“
„That I could live here with you? No, no one can live in his fantasy. It’s not made for that.“
I nodded. Slid the door all the way open and went into my cabin without looking back again.
When it was finally dark outside, I decided to go for another walk. I put on my boots and coat and went outside.
High above my cabin was the full moon, brilliant and clear. Not a cloud around.
Come back to your world well, I thought.
I walked off, first checking to see if the shed with the firewood was locked. Everything was in order. And, if someone was cold, he could knock, there was room in my hut for two or even three if necessary. It was troubled times, that had to move together so that everyone could have something when things got scarce. Not everyone thought in time to provide a roof over their heads, a full stomach and healthy limbs. It was nice to be able to be there for someone.
I continued my walk and reached the chicken coop. I shook the door firmly and it held. Bad luck for the fox, good luck for the chickens.
Now all I had to do was check the back of the house, then I could get back to my cabin and the warm stove. I would stretch my feet against the warmth and maybe, yes maybe, even drink a cup of warm honey water.

End

12/20 PGF

Plot Hole / Plot Hole

Jetzt hat sie begonnen: die große Impfung und wieder geistern krude Theorien durch die Welt, die den denkenden Geist beleidigen.
Nicht, dass man nicht kritisch sein müsste, nicht, dass man nicht hinterfragen dürfte, aber bitte doch mit etwas Esprit.
Wir werden geimpft, um unsere Genetik zu manipulieren und Superkampfmaschinen aus uns zu machen, ist ein schönes Beispiel.
Ja, deshalb beginnt man mit den 80ig-Jährigen ohne Fortpflanzungspotential und Pflegekräfte, die von Haus aus zu den Waffen greifen …
Die unter 16jährigen schließt man von der Impfung aus, weil die ja kaum eine Rolle spielen in der kommenden Genetik.
Jeder Roman käme ins Altpapier, der auf einem solchen Plot aufbaut, aber als Erklärung realer Gefahr findet so etwas Anhänger.
Dabei gäbe es gute Geschichten, rund um die weltweite Impfung, auf ganz Banalem beruhend: der Datenerfassung aller Erdenbürger/innen. Aber daraus Zusammenhänge konstruieren und eine Geschichte spinnen, hat weniger Action-Anteile und würde erfordern sich ernsthaft mit der Thematik zu beschäftigen und wer will das schon!
Impfen oder nicht? Genau genommen ist es nichts anders, als die Frage: Hat dich das Buch gut unterhalten oder überzeugt oder nicht? Nur die Konsequenzen sind etwas heftiger.
Deshalb sollte sich hier, das Urteil, für die Geschichte entscheiden, welche die wenigsten Logikfehler aufweist.
Aber das ist so sexy wie Mathematik.

PGF

Now it has begun: the great vaccination and again crude theories are spreading through the world, insulting the thinking mind.
Not that one should not be critical, not that one should not question, but please with some esprit.
We are being vaccinated to manipulate our genetics and make super fighting machines out of us is a fine example.
Yes, that’s why you start with the 80-somethings with no reproductive potential and caregivers who inherently take up arms …
One excludes the under 16 year olds from the vaccination, because they hardly play a role in the coming genetics.
Any novel based on such a plot would be discarded, but as an explanation of real danger such a thing finds supporters.
There would be good stories about the worldwide vaccination, based on something quite banal: the data collection of all earth citizens. But to construct connections and spin a story out of it, has less action parts and would require to deal seriously with the topic and who wants that!
To vaccinate or not? Strictly speaking, it is nothing else than the question: Did the book entertain or convince you well or not? Only the consequences are somewhat more violent.
Therefore, here, the verdict should go for the story that has the fewest logic flaws.
But that’s as sexy as mathematics.

PGF

Wow! / Wow!

Liebe Bea, ich sage herzlichen Dank, natürlich auch allen die sich an, ein Buch geht auf Reisen, beteiligt haben! Denn der „Alphavirus“ ist pünktlich zurück, begleitet von erfreulichen vielen und erfreulich positiven Rückmeldungen.
Gäbe es nicht jene Action-Figur die ich Weihnachten 1976 erhalten habe, nebst einem Netz wohlschmeckender Clementinen, würde ich sagen „Bestes Weihnachtsgeschenk ever“ 😉

Vielen Dank für die Zeit, die ihr euch fürs Lesen und für die Kommentare genommen habt, dass ist Autorenglück 🙂 Zu den am häufigsten bedauerten Punkten: „zu kurz“ und „das Ende“ kann ich nur nicken, es sind rein ökonomische Aspekte, die dies bedingen. Mit dem ersten Lotto-Gewinn gibt es die Kurzgeschichte ausformuliert als Roman oder Fortsetzungsgeschichte. Auch mit minutiös beschriebenem Ein- und Ausschleusen auf einer Risiko-Station, dass zu beobachten ich täglich, vielfach die Gelegenheit habe.

Herzlichen Dank!
Habt schöne, friedliche Weihnachten

Peter

Dear Bea, I say thank you very much, of course also to all who have participated in, a book goes on the road! Because the „Alphavirus“ is back on time, accompanied by gratifyingly many and gratifyingly positive feedback.
If it were not for the action figure I received at Christmas 1976, along with a net of tasty clementines, I would say „Best Christmas gift ever“ 😉

Thank you very much for the time you took for reading and for the comments, that’s authors luck 🙂 To the most regretted points: „too short“ and „the end“ I can only nod, it’s purely economic aspects that condition this. With the first lottery win there is the short story formulated as a novel or serialized. Also with meticulously described in and out on a risk station that I have the opportunity to observe daily, many times.

Many thanks!
Have a nice, peaceful Christmas

Peter

Ja, iss denn schon Weihnachten? / Yes, is Christmas already?

Den Älteren unter euch wird der Satz noch in den Ohren klingen und da es nicht nur um die Älteren geht, sondern heute sogar um den „Ältesten“, bin ich sehr zufrieden mit dieser Einleitung. 🙂

Für alle die noch Weihnachtsschmuck suchen:

Habt einen schönen Abend 🙂

(Und ganz vielleicht habe ich, für „Rundgang“ eine Idee zum weiterspinnen. Dazu morgen mehr.).

PGF 12/20

For the elders among you the sentence still ring in the ears and since it is not only about the elders, but today even about the „eldest“, I am very satisfied with this introduction. 🙂

For all those who are still looking for Christmas decorations:

Have a nice evening 🙂

(And quite maybe I have, for „Round“ an idea to continue spinning. More about that tomorrow).

PGF 12/20