Missverständnis / Misconception

Was nicht verstanden wird: Die Kunst ist für den Künstler, kein Zustand der Fülle. Sie ist seine letzte Bastion, sie ist sein letzter Rückzugsort, der Bergfried vor dem Kampf mit dem Leben; das einzig kontrollierbare, heimatliche, freundlich Zugewandte.
Man irrt immer, wenn man sich vorstellt, wie der Künstler, aus einem erfreulichen Lebensglück, mit ein wenig Handwerkskunst, seine Werke erschafft.
Aber das Bild, welches die Wirklichkeit eher trifft, ist jenes des Verdurstenden in der Wüste, der mit einer letzten Träne, seinen Durst stillt. Nicht mal das. Der seine letzte Träne teilt, während er versucht, mit dem mageren Rest seinen Durst zu stillen.
Die Kunst, das Werk, ist nicht der Anfang, eines langen, glücklichen Weges, der von Erfolg gekrönt ist, sondern das Ende eines langen, schmerzlichen Pfades voller Niederlagen, auf dem alles verloren ging, alles vernichtet wurde, alles infrage gestellt wurde, was normalerweise Menschen mit dem Leben versöhnt.
Am Ende bleiben dem Künstler Buchstaben, also Laute, bleiben ihm Farben, Töne, Formen, als letzte Freunde, als Heimstätte, die ihn vor der Verzweiflung schützen.
Es ist also nie erstrebenswert ein Künstler zu sein und es ist peinlich Kunstwerken Bewunderung zu zollen. Besser wäre, etwas beschämt, an diesem sonderbaren Menschen vorüberzugehen, der offensichtlich im Leben nie seinen Platz gefunden hat und ihm etwas Mitgefühl und ein Versprechen in den Hut zu werfen. Nämlich dieses: dass das Werk anregt, die Welt etwas besser, etwas leichter zu machen.
Dann weiß der Künstler, dass er noch immer nicht verstanden wurde, aber zumindest kann er hoffen, dass seine Leiden, nicht vergeblich waren.

What is not understood: Art is for the artist, not a state of abundance. It is his last bastion, it is his last retreat, the keep before the struggle with life; the only controllable, homely, kindly turned.
One is always mistaken when one imagines how the artist, out of a joyful happiness in life, with a little craftsmanship, creates his works.
But the image that is more true to reality is that of the thirsty man in the desert, quenching his thirst with a last tear. Not even that. The one who shares his last tear while trying to quench his thirst with the meager rest.
The art, the work, is not the beginning, of a long, happy path crowned with success, but the end of a long, painful path full of defeats, on which everything was lost, everything was destroyed, everything was questioned that normally makes people happy with life.
In the end, the artist is left with letters, i.e. sounds, he is left with colours, sounds, shapes, as his last friends, as a home that protects him from despair.
So it is never desirable to be an artist and it is embarrassing to admire works of art. It would be better to be a little ashamed to walk past this strange person, who has obviously never found his place in life, and to throw some compassion and a promise into his hat. Namely this: that the work stimulates to make the world a little better, a little lighter.
Then the artist knows that he has still not been understood, but at least he can hope that his suffering was not in vain.

07/20 PGF

Translation: DeepL

Flutter

What a strange process it was, from the first person who wanted to give a name to the flight of the butterfly, until at the end there was „fluttering“.
It probably began with a sound, a sound that described the butterfly’s hectic wing beat, a sound that described the butterfly standing restlessly in the air, just as restless, just as unstable.
What a moment of observation it was, so that the word „born“ could be „born“? What kind of inner silence, what kind of contemplation, to get involved with the creature, its being, its movement, was necessary for this?
What was the intention behind naming the process? The joy in the beauty of the movement? The joy of observation? The need to capture transient beauty, a moment?
What bridges did this first sound cross until it set the impulse in a language to turn the sound into a word. What innumerable ways did he it take to realize himself itself until he it ended up in fluttering.
How right and appropriate does the sound seem to us, who have learned to use the word naturally? But how limited is this thought, since every language has its own „flutter“, which seems appropriate.
„A white butterfly has just fluttered past the purple dream catcher blossoms.“
Every word in this sentence has a similar long complex story behind it, so I can form this sentence.
Comes from a wordless consciousness that wanted to signify the world around it, that wanted to escape the prison of its own thoughts…

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (free version)

 

Hinweis: Nachträgliche Korrekturen durch Streichung und Blockschrift.

Note: Subsequent corrections by deletion and block capitals.

Flattern

Was war das wohl für ein sonderbarer Prozess, vom ersten Menschen, der dem Flug des Schmetterlings einen Namen geben wollte, bis am Ende „flattern“ stand.
Vermutlich begann es mit einem Laut, einem Laut der ebenso unruhig, ebenso instabil den hektischen Flügelschlag, das unruhig in der Luft stehen des Schmetterlings beschrieb.
Was war das für ein Moment des Beobachtens, damit das Wort „geboren“ werden konnte. Welche innere Stille, welche Betrachtung, sich auf das Geschöpf, sein Wesen, seine Bewegung einzulassen, waren dazu nötig?
Welche Intention verbarg sich dahinter, den Vorgang zu benennen? Die Freude an der Schönheit der Bewegung? Das Glück der Beobachtung? Das Bedürfnis vergängliche Schönheit, einen Augenblick, zu bannen?
Über welche Brücken ging wohl, dieser erste Laut, bis er in einer Sprache, den Impuls setzte, aus dem Laut ein Wort werden zu lassen. Welche zahllosen Wege nahm er, sich zu verwirklichen, bis er bei flattern endete.
Wie richtig und treffend erscheint uns der Klang, die wir es gelernt haben, das Wort selbstverständlich zu verwenden. Aber wie begrenzt ist dieser Gedanke, da jede Sprache ihr eigenes „Flattern“ hat, das treffend erscheint.
„Eben ist ein weißer Schmetterling, an den lila Traumfängerblüten vorbei geflattert.“
Jedes Wort, in diesem Satz, hat eine ähnliche, lange komplexe Geschichte hinter sich, damit ich diesen Satz bilden kann.
Entstammt einem wortlosen Bewusstsein, welches die Welt um sich her bezeichnen wollte, welches dem Gefängnis der eigenen Gedanken, entfliehen wollte …

07/20 PGF

Ein Glück welches keines ist

Der Sommer verspricht ein Glück, welches keines ist. Zu nah ist ihm schon der Herbst; zu drückend sein Licht, zu monoton sein blauer Himmel.
Worauf man sich im Frühjahr freut, was man im Herbst erntet, das scheint nur, im Sommer seine Blüte zu haben, aber die Frucht birgt Fäulnis und unreif sättigt sie nicht.
Er ist nicht leicht, er ist schwermütig; wie klar und rein, ist dagegen der Winter.
Träg und fahrig wird der Geist, unter der drückenden Last der Hitze des Sommers – und nur manchmal, wenn der milde Abendwind, in den Blättern spielt, bekommen die Gedanken wieder etwas Luft und Sehnsucht, wie der Wind mit den Wolken, mit Ideen zu spielen.

07/20 PGF

Zaubern

Jetzt sind die Abende lang. Was zu tun war ist getan, eine neue Geschichte beginnen mag ich nicht und an einer aus der Schublade arbeiten lohnt sich nicht.
Der Anfang einer Geschichte ins Blaue, läge bereit, aber ihre Stimmung ist schwer und drückend und wo will man damit hin, wenn einer solchen Geschichte nicht ein trotziges Darum! innewohnt, um dessentwillen sie erzählt werden will.
Geschichten leben vom richtigen Moment und sie leben von der Abwechslung und Variation.
Corona ist ein schönes Beispiel, wie Menschen reagieren, wenn eine Geschichte zu lang wird, wenn sie das immer gleiche Thema endlos wiederholt und in jeder Figur sich das gleiche Drama abspielt. Der ein oder andere hat mehr Geduld oder er freut sich, sich in einem Thema festsetzen zu können. Auch Chaos mag Kontinuität besitzen, aber die meisten sind schnell an einer Sache satt, wie nach der vierten Pizza am Stück.
Corona raubt das Individuelle.
So sitze ich nun und warte, bis die Arbeit an der Veröffentlichung weitergeht und schnitze an dem Anfang aus dem keine Geschichte entstehen mag, nur eine schwere, drückende, die ich nicht erzählen will und die immer wieder zurückdrängt zu einem vor Corona, nach Corona, während Corona.
Das ist die eigentliche Kunst: das alles beherrschende Thema, mit etwas Fantasie weg zu zaubern.

05/20 PGF

Seele eines Menschen

Einen Menschen lieben, bedeutet ja auch, nicht zu denken: Jeder leidet! Sondern sein Leiden zu empfinden und etwas darin zu sehen, dem man sich annehmen mag.
Es sind, neben dem Schein und den Farben, die zur Zuneigung führen, jene Schatten, jene Stille, denen man sich vorsichtig zuwendet, mit dem unausgesprochenen Gedanken, da zu sein, wenn es nötig ist.

05/20 PGF

Was wird?

Es bleiben die Dinge im Unklaren. Wir spüren es alle. Wie bei substanzlosem Glück, welches auf Lügen beruht, die undurchsichtig bleiben, bis die Zeit sie entlarvt.
Wie dem begegnen? Wie den vielen Wahrheiten begegnen, die alle nur Lügen sind. Wie unterscheiden: wer liebt und wer lügt?
Schlicht ist die Antwort, schlicht und schwer: Es gibt keinen Schutz und keine Sicherheit. Wer nicht hofft, wer nicht das menschliche Herz verkennt, für den geht es nur noch um Wahrscheinlichkeiten.
Wenn … wird wahrscheinlich X: So folgert er und betrachtet die Liebe und die Ziele und die Welt.
Das Unklare ist nicht mehr länger ein Hindernis, das Unklare ist essenziell. Die Wahrheit eine sehr persönliche Angelegenheit, mit dem einen Reiz: dass sie vorwärts bringt, wenn man bereit ist, den Preis zu zahlen, falls man irrt.
Bleiben die Dinge nicht nur deshalb unklar, weil wir lieber zweifeln, als zahlen?

05/20 PGF

Zum Ausgang der Woche

Vielleicht benötigt man zum Corona-Virus gar keine Meinung, weil er nur sichtbar macht, was jedem achtsamen Menschen, zu jedem Zeitpunkt bewusst ist: Unsere Welt ist fragil. Die Systeme haben keine Dauer, daran erinnern uns die Pyramiden, die Akropolis, das Kolosseum. Es ist naiv darin die Apokalypse zu wittern. Was es gibt, sind Phasen besserer Versorgung und Phasen schlechterer Versorgung, Chancen zum Aufbau und Risiken zum Chaos hin. Die Menschheit ist schon viel länger angezählt, als es dieses Virus gibt. Das Werden und Vergehen ist permanent, das war vor dem Corona-Virus so und wird danach so bleiben und die Alten die man jetzt rettet, werden in den nächsten 5 bis 10 Jahren an anderen Gebrechen sterben. Was nun sichtbar wird – und mit Drama kaschiert werden soll – ist ein jahrelang vernachlässigtes Gesundheitssystem, allein in meinem näheren Umfeld gab es in den letzten zwei Jahren 3 Krankenhausschließungen wegen Überkapazität, ist eine vollkommen pervertierte Wirtschaft, die am Tag 1 einer Krise bereits die Pleite erklärt und staatliche Hilfe benötigt. Haben diese Firmen keine eigene Substanz? Wie überleben die vom 23.12 bis 6.1? Und es entblößt eine Gesellschaft die Mund-Nasen-Masken leerkauft, die ihr nix nutzen und die dann in den Krankenhäusern fehlen, die eine Regelversorgung aufrechterhalten müssen. Die anderen Krankheiten werden ihre Arbeit, wegen dem Virus nicht einstellen.

Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann wäre das, dass am Ende dieser Krise, die Fans mit relativiertem Enthusiasmus in die Stadien strömen, mit dem Wissen: ich werde hier unterhalten, eine Religion ist das nicht. Dass bei der nächsten angekündigten Bettenreduktion in Krankenhäuser (weil wir wirtschaftlich sein müssen), die Bevölkerung ihre kommunalen Politiker an die Kandare nehmen, weil das Gesundheitssystem keine Luxus-Industrie ist, sondern Grundlage unserer zivilen Ordnung. Und der ein oder andere, beim Betreten des Supermarktes, in dem nun alle Regale mit Toilettenpapier gefüllt sind, kurz innehält und sich fragt: Was frisst denn dieses System im Hintergrund, um mich täglich über zu versorgen? Wem wird was weggenommen, damit ich so viel habe? Muss ich das alles haben? War das nicht eine Lehre, als ich mich während der Krise fragen musste: Wie viel Blatt ziehe ich von der Rolle.

Wir schnuppern nur ein wenig, an dem, was für einen Großteil der Menschheit ständiger Alltag ist. Die leben immer in Sorge, um ihre medizinische Versorgung, die geben immer ihr Geld für Reis statt für Netflix aus und die geben sich immer die rechte Hand, weil die linke, wenn Wasser vorhanden ist, auf der Toilette gebraucht wird, weil es nie Toilettenpapier gibt und schon gar keine Kanalisation.

Und vielleicht schalte ich jetzt den Computer aus, als kleine Übung, falls ich mal für ein paar Tage lernen muss, ohne Strom und ihn auszukommen und mache mir ein paar Gedanken, ob etwas verloren ginge, wenn ich nicht, an einem stillen Freitagabend, da die Schulen geschlossen werden und in den Stadien Stille ist, meine Gedanken mit der Welt teilen würde – wenn sie davon wissen will …

03/20 PGF

 

Grenzländer

Und so sind Künstler immer an die Grenzen gebaut, dorthin wo sich das Leben schnell verlieren kann, aber eben noch möglich ist. Sie stehen nicht in den kargen Einöden, die farb- und leblos im Staub versinken und nicht in Mitten fruchtbarer Vielfalt, niemals bedroht von Entbehrung.
Nein, sie ziehen manchmal mit den Karawanen in die Wüste und sammeln dort, was es an Hunger, an Durst, an Weh und Tränen zu sammeln gibt. Sie werden manchmal eingeladen, an vollen Tischen zu feiern, bei lauter Musik zu lachen und Lust und Glück, als zeitlos zu erleben, wenn man nur klug genug ist es zu versuchen.
Aber am Ende sitzen sie wieder im Schatten der Grenzsteine und kratzen mit dürren Stiften Zeichen in den Staub und pinseln mit trockenen Farben Bilder in die Luft und gehören niemals ganz zu einem Ort und seinen Menschen.

03/20 PGF

Schreibblockaden Master-Tool

Ich glaube, ich habe es gefunden: das absolute Master-Tool gegen Schreibblockaden:
Sein Name? Finanzierungsnot.
Sobald man als Autor weiß, dass man eine bestimmte Zahl an Seiten nicht überschreiten darf, weil das Manuskript sonst nicht zu finanzieren ist, sprudelt man, wie eine texanische Ölquellen in „Giganten“.

Es gibt nur eine Gefahr für dieses Tool: Dass man davon erzählt – und schon werden die Zeilen blass … 😉

03/20 PGF