Damals / Once upon a time

Weißt du noch, damals im Corona-Winter,
wie einsam wir waren,
wie jedem der Mut und die Geduld ausging?
Wie wir mürbe wurden,
noch länger die Stille –
ja uns selbst zu ertragen?
Wie wir zurück wollten
zum Spiel,
nicht zum Sinn …

Was waren das für Tage?
Wir waren satt
und doch nicht froh,
wir fühlten uns frierend
in warmen Zimmern.
Wir fühlten was wir waren
und das war nicht viel.
Aber mit irgendwas
mussten wir ja beginnen.

01/21 PGF

Do you remember, back in the Corona winter,
how lonely we were,
how everyone ran out of courage and patience?
How we grew weary,
to bear the silence –
even ourselves?
How we wanted to go back
to the game
not to the sense …

What were those days?
We were full
and yet not happy,
we felt cold
in warm rooms.
We felt what we were
and that was not much.
But with something
we had to start.

01/21 PGF

Ein Geschenk für dich / A gift for you

Ein Geschenk für dich

 

Nun schrieb ich doch kein Gedicht für dich,

ich träume nur, du denkst an mich,

es sind meine Träume

die ich dir schenke –

 

und am Ende werde ich denken:

Es wäre schön gewesen –

hätten wir mehr gesagt als:

„Wäre doch nicht nötig gewesen.“

Und: „Doch, na klar.“

 

Du weißt sicher nicht,

wie ich die Momente,

still durch die Tage trage,

bis sie ganz leise werden

und fast nur noch, wie eine Sage,

aus weit entfernten Zeiten klingen.

 

PGF 12/20

 

A gift for you

 

Now I didn’t write a poem for you after all,

I only dream, you think of me,

It’s my dreams

that I’m giving you –

 

and in the end I will think:

It would have been nice –

if we had said more than:

„You shouldn’t have.“

And, „Sure I did.“

 

You probably don’t know

how I carry the moments

…quietly through the days..,

until they become very quiet

and almost only, like a legend,

from distant times.

 

12/20 PGF

Corona Jahr / Corona Year

Und dann geht glutrot still die Sonne auf
und alle sagen: „Ach, wie schön.“
und alles ist, wie´s immer war –
und jeder denkt: Das war ein schweres Jahr
und fragt nicht, ob es je viel anders war –
denn sterben ist nie schön
und nichts war je, so richtig klar –
nur unbequem –
vielleicht?
Und wie ein Wendepunkt?
Doch wer weiß schon: Was ist denn wahr?
Am Ende geht die Sonne auf
glutrot und still,
leuchtend in diesem, wie in jedem Jahr.

PGF 12/20

And then the sun rises glowing red
and everyone says, „Oh, how nice.“
and everything is as it always was –
and everyone thinks: This was a difficult year
and does not ask if it was ever much different –
because dying is never beautiful
and nothing was ever, really clear –
just uncomfortable –
maybe?
And like a turning point?
But who knows: what is true?
At the end the sun rises
glowing red and quiet,
shining in this one, like every year.

12/20 PGF

Unvollständiger Satz / Incomplete sentence

Es ist in diesen Tagen wenig Licht, als hätten sie nicht die Kraft, länger durchzuhalten, als dieses kurze Stück von Dämmerung zu Dämmerung. Ohne Sterne gehen die Nächte dahin und der Mond zeigt nur eine feine Sichel.

Ich denke viel und spreche es nicht aus, weil mein Kopf zu voll, während mein Herz zu leer, ist. Manchmal ist der Weg so weit und der Sinn – der Sinn liegt achtlos am Wegrand.

Still sind diese Tage, wie ein langes, tiefes Schweigen, welches jedem schweren Abschied nachklingt. Man hört das Blut, das endlich, durch die eigenen Adern rast.

Und – ach so, da bist du … ich kann den Satz nicht weiter erweitern, weil ich nicht weiß, was das Schicksal mir durch dich sagt.

11/20 PGF

 

There is little light these days, as if they did not have the strength to last longer than this short stretch from dusk to dawn. Without stars, the nights go by and the moon shows only a fine sickle.

I think a lot and do not say it, because my head is too full, while my heart is too empty. Sometimes the way is so long and the sense – the sense lies carelessly on the wayside.

These days are silent, like a long, deep silence that echoes every difficult farewell. One hears the blood rushing finally, through one’s own veins.

And – oh so, there you are … I cannot extend the sentence any further, because I do not know what fate is telling me through you.

11/20 PGF

November / November

November

Jetzt werden alle Dinge langsam verblühen
und, wie die Blätter von den Bäumen fallen –
die Nächte werden kalt,
die Tage grau
und die Vögel werden nach Süden fliehn …

Der Wind wird bald
Schnee durch die leere Welt treiben;
und der Abend wird,
in Decken gehüllt,
das letzte bisschen Wärme bleiben.

11/20 PGF

November

Now all things will slowly fade away
and, as the leaves fall from the trees –
the nights get cold,
the days gray
and the birds will flee to the south …

The wind will soon
Driving snow through the empty world;
and the evening becomes,
wrapped in blankets,
the last bit of warmth.

11/20 PGF

Ein flüchtiges Gefühl/ A fleeting feeling

Ein flüchtiges Gefühl

Ein blauer Tag
und jedes Blatt ein Zauber
die Felder kahl,
die ersten Gipfel weiß;
ein Vogelschwarm,
voll Sehnsucht
auf dem Weg nach Süden,
ein Feldweg
schlängelt sich ins Weit.
Die Hände gut verpackt,
in warme Taschen,
den Blick vertieft
und suchend
ohne Ziel –
Was ist nun Traum
was ist nun echt,
an dieser Welt?
Was ist es mehr,
als ein flüchtiges Gefühl?

10/20 PGF

A fleeting feeling

A blue day
and every leaf is magic
the fields are bare,
the first peaks white;
a flock of birds,
full of longing
on the way south,
a field path
winds its way into the distance.
Hands well packed,
in warm pockets,
deepens the view
and searching
without goal –
What is now dream
what is real now,
in this world?
What is it more,
as a fleeting feeling?

10/20 PGF

Totentanz/Dance of Death

Totentanz

Der Wind treibt mich,
durch seltsame Zeiten,
immer tiefer
streckt das Dunkel
seine Finger in den Tag
blauer Himmel
wirft müde
bunte Blätter in die Weite
und nachts
tropft ein Traum
durch die Einsamkeit.

10/20 PGF

Dance of Death

The wind drives me,
through strange times,
deeper and deeper
stretches the dark
his fingers in the day
blue sky
throws tired
colorful leaves into the vastness
and at night
drips a dream
through the loneliness.

10/20 PGF

Mitternacht

Vielleicht ist es die Hitze?
Die Hitze ist es nicht!
Die Erde taumelt –
nein, die Erde taumelt nicht.
Die Menschheit schwankt,
wie altes Leben,
nein – Leben ist das nicht!
Es ist ein träges
sich alles einverleiben –
oder hungern
oder stummes Warten,
dass irgendwas, wie Leben, geschieht.

Und über uns,
das Schweifen der Perseiden:
die Sterne fallen
durch die Dunkelheit.
So gehen alle Dinge,
wie Zeichen
durch die Zeiten,
nur wir, wir taumeln,
und finden keinen Weg,
denn jeder Weg scheint uns zu weit.

08/20 PGF

Nachdem du gingst / After you left

Nachdem du gingst

Einige Dinge blieben noch,
wie ein vergessener Schirm im Regal,
andere gingen davon,
wie plaudernde Passanten in der Abenddämmerung.

Die Tage blieben blau und grau
und Lieder klangen tiefer, wenn es Abend wurde.

Nur die Liebe brach in tausend Scherben …
die nie mehr
ein Stück,
ein Leben,
ein Vertrauen,
werden würden.

07/20 PGF

 

After you left

Some things remained,
like a forgotten umbrella on a shelf,
others left,
like chatty passers-by at dusk.

The days remained blue and grey
and songs sounded deeper as the evening wore on.

Only Just love broke into a thousand pieces shards
who never again
a piece,
a life,
a trust,
would be could be built with.

07/20 PGF

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Hinweis: Nachträgliche Korrekturen durch Streichung und Blockschrift.

Note: Subsequent corrections by deletion and block capitals.