Ein flüchtiges Gefühl/ A fleeting feeling

Ein flüchtiges Gefühl

Ein blauer Tag
und jedes Blatt ein Zauber
die Felder kahl,
die ersten Gipfel weiß;
ein Vogelschwarm,
voll Sehnsucht
auf dem Weg nach Süden,
ein Feldweg
schlängelt sich ins Weit.
Die Hände gut verpackt,
in warme Taschen,
den Blick vertieft
und suchend
ohne Ziel –
Was ist nun Traum
was ist nun echt,
an dieser Welt?
Was ist es mehr,
als ein flüchtiges Gefühl?

10/20 PGF

A fleeting feeling

A blue day
and every leaf is magic
the fields are bare,
the first peaks white;
a flock of birds,
full of longing
on the way south,
a field path
winds its way into the distance.
Hands well packed,
in warm pockets,
deepens the view
and searching
without goal –
What is now dream
what is real now,
in this world?
What is it more,
as a fleeting feeling?

10/20 PGF

Totentanz/Dance of Death

Totentanz

Der Wind treibt mich,
durch seltsame Zeiten,
immer tiefer
streckt das Dunkel
seine Finger in den Tag
blauer Himmel
wirft müde
bunte Blätter in die Weite
und nachts
tropft ein Traum
durch die Einsamkeit.

10/20 PGF

Dance of Death

The wind drives me,
through strange times,
deeper and deeper
stretches the dark
his fingers in the day
blue sky
throws tired
colorful leaves into the vastness
and at night
drips a dream
through the loneliness.

10/20 PGF

Mitternacht

Vielleicht ist es die Hitze?
Die Hitze ist es nicht!
Die Erde taumelt –
nein, die Erde taumelt nicht.
Die Menschheit schwankt,
wie altes Leben,
nein – Leben ist das nicht!
Es ist ein träges
sich alles einverleiben –
oder hungern
oder stummes Warten,
dass irgendwas, wie Leben, geschieht.

Und über uns,
das Schweifen der Perseiden:
die Sterne fallen
durch die Dunkelheit.
So gehen alle Dinge,
wie Zeichen
durch die Zeiten,
nur wir, wir taumeln,
und finden keinen Weg,
denn jeder Weg scheint uns zu weit.

08/20 PGF

Nachdem du gingst / After you left

Nachdem du gingst

Einige Dinge blieben noch,
wie ein vergessener Schirm im Regal,
andere gingen davon,
wie plaudernde Passanten in der Abenddämmerung.

Die Tage blieben blau und grau
und Lieder klangen tiefer, wenn es Abend wurde.

Nur die Liebe brach in tausend Scherben …
die nie mehr
ein Stück,
ein Leben,
ein Vertrauen,
werden würden.

07/20 PGF

 

After you left

Some things remained,
like a forgotten umbrella on a shelf,
others left,
like chatty passers-by at dusk.

The days remained blue and grey
and songs sounded deeper as the evening wore on.

Only Just love broke into a thousand pieces shards
who never again
a piece,
a life,
a trust,
would be could be built with.

07/20 PGF

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Hinweis: Nachträgliche Korrekturen durch Streichung und Blockschrift.

Note: Subsequent corrections by deletion and block capitals.

Kröten in der Nacht

Ich habe nur, im Moment keine Träume …
weil der Sommer mich ablenkt, von mir
ich spaziere, als wäre ich ständig draußen
und bringe nichts zu Papier.

Das Papier braucht, zum Schreiben, nicht Tinte,
es schreibt sich nur liebend leicht,
ohne Liebe fehlen Sinn und Worte,
alles beliebig, alles bedeutungslos gleich.

Es ist nur schön, den Kröten zu lauschen.
Auch, wenn ich nicht weiß,
was sie schreien,
was sie reimen, in ihren seltsamen Lauten …
ich höre es und es hüllt mich ein –

sie sind die Stimmen der Nacht –
es wird wohl,
von Liebe und Sehnsucht handeln.
Ich schließe die Augen
und was war wird leicht:
es kommt alles und geht
und nichts wird bleiben.

07/20 PGF

Das Ich

Ich hielt nie fest,
ich kam nie Heim,
ich schritt nur durch die Zeit.
Ich liebte leicht,
ich liebte vergeblich,
ich fand zum Lieben niemand bereit.
Ich löschte Kerzen,
ich lauschte im Dunkel,
ich fühlte, wie ein Stern in der Ewigkeit.
Ich trieb wie Blätter,
ich verstummte wie Lieder,
ich fühlte und litt, alle Vergänglichkeit.

05/20 PGF

Sommer werden

Und doch steht es uns frei, wie diese Sommer zu werden: die hell und klar und warm, dem Leben Licht und Farbe geben.
Vielleicht braucht es einen Sturm, um den Himmel zu klären, vielleicht ein Gewitter, um sich gegen die Kälte zu wehren.
Verzweigen, entfalten, vermehren, Frucht werden, einen Sommer lang – so zahlen wir dem Leben unser Leben zurück.
Und sehnen uns, in farbenreichen Abendröten, nach Dauer, für diesen lang errungnen Augenblick.

05/20 PGF

Unkommentiert

Und so gehen die Tage vorüber: unkommentiert.
Kein Wort zu unserer Distanz.
Kein Wort zu den Wolken am Himmel.
Kein Wort über den Frühling.
Kein Wort zwischen dir und mir.
Längst verwelkt was war,
wie Blätter wortlos welken.
Kein Satz wird Gedanke
und schreitet durch das Jahr –
alles stumm, alles Stille
ein Himmel ohne Licht,
eine Liebe ohne Fülle,
ein Sein ohne Kommentar …

05/20 PGF

Zwischenzeit

In der Zwischenzeit lieg ich in der Sonne und träume …

Die Tage sind still und blau, aber nicht friedlich,
dem Gehorsam gilt das Lob,
doch die Kritik missfällt –

ich liege schweigend, in der Sonne und träume …

Ob alles wieder wird?
Das wird es nie!
So ist die Welt, sie dreht sich,

auch, wenn ich träumend in der Sonne lieg und zweifle …

Es wird, so vieles nicht geschehen,
von dem ich träume,
und mancher Zweifel wird nur, meine Träume, stör´n

die ich, in der Sonne liegend, träume.

05/20 PGF

Zeiten

Die Welt ist wie träumend,
verworren in Bildern,
erschreckend klar, in ihrem Sinn.

Der Frühling treibt
aus allen Bäumen,
aber die Wege führen nirgends hin …

Wie Vogelstimmen
durcheinander zwitschern
scheint kein Gedanke mit dem andern vereint

es kräht ein Rabe,
die Blätter zittern:
Zeiten in denen die Zeit, zu Ende scheint.

PGF 05/20