Abstimmungsprobleme / Coordination problems

Es ist immer schwierig, wenn der Autor sich nicht mit dem Marketing abstimmt und in der ersten Euphorie Neuigkeiten raushaut, die noch gar nicht abschließend besprochen sind.
Als Selbstverleger hat man den großen Vorteil, dass man beides in Personalunion ist und den Vorgang schnell korrigieren kann 🙂

Das Bild mit den Petroglyphen auf der Felswand ist größer, als das im Ausschnitt des ersten Coverentwurfes zu sehen war. Meist wähle ich das Bild schon so aus, dass wenig „Schnittarbeit“ notwendig ist und man links die Rückseite, rechts die Vorderseite denken kann. Beim Bild für das aktuelle Cover, wäre das aber eine Verschwendung. Deshalb habe ich schnippschnapp gestern, das Bild geteilt und den Ausschnitt des ersten Covers, als Rückseite verwendet und der Ausschnitt links wird die Front. Wie der Buchsteg gebastelt wird, verrate ich noch nicht. Muss ja ein bisschen spannend bleiben 😉

Also nach Freigabe durch Autor und Marketing, das Frontcover in neuem Glanz (bitte vorsichtig mit dem Konfettiregen, die Farbe ist noch nicht ganz trocken):

PGF 11/20

It is always difficult when the author does not coordinate with the marketing department and in the first euphoria, news comes out which has not yet been conclusively discussed.
As a self-publisher you have the big advantage that you are both in personal union and can correct the process quickly 🙂

The picture with the petroglyphs on the rock face is bigger than the one in the first cover design. Most of the time I choose the picture in a way that you don’t have to do much „cutting“ and you can think of the backside on the left and the front on the right. However, this would be a waste of time for the picture for the current cover. Therefore I snippschnapp yesterday, split the picture and used the cutout of the first cover as the back and the cutout on the left becomes the front. I will not tell you how the book bridge is made yet. Must remain a bit exciting 😉

So after approval by the author and marketing, the front cover in new shine (please be careful with the confetti rain, the color is not yet completely dry):

PGF 11/20

Mögen die Vorverkäufe beginnen / May the pre-sales begin

Demnächst 🙂

Aber eines nach dem anderen. Ich bin ja nicht ganz sicher, wie ihr durch diese Zeit taucht, ich habe jedenfalls viele Zeiten unter Wasser verbracht und bin froh, dass/wenn der Atem lang genug reicht(e).

Damit irgendwann Land in Sicht kommt habe ich, unverdrossen und zäh, wie ein altes Muli, dem kein Sack zu schwer ist, das Skript zum „Ältesten“ überarbeitet, Vorbereitungen für die Covergestaltung getroffen und mittlerweile, das Skript meiner Korrektorin übergeben, damit die, in den nächsten 2 Wochen, das frey erfundene Regelwerk der Interpunktion dem tatsächlichen anpasst und weitere Ungereimtheiten entfernt.
Derweil bastle ich am Cover und richte bei Amazon die Buchseite ein.

Nach der Korrektur benötige ich noch 3 bis 7 Tage für das Textlayout und so könnte der 15.12.20 Veröffentlichungsdatum sein! Jedenfalls werde ich, auf etwa diesen Tag, das Vorverkaufsfenster bei Amazon setzen, spätestens zum 20.12.20.

Ich wünsche ein erholsames Wochenende!

PGF

… or start soon 🙂

But one thing at a time. I’m not quite sure how you dive through this time, but I’ve spent a lot of time under water and I’m glad that/if the breath is long enough.

So that sometime land comes into sight, I have, undaunted and tough, like an old mule for whom no sack is too heavy, revised the script to the „Eldest“, made preparations for the cover design and in the meantime, handed over the script to my proofreader, so that she, in the next 2 weeks, the frey invented rules of punctuation adapts to the actual and removes further inconsistencies.
Meanwhile I’m working on the cover and setting up the book page at Amazon.

After the correction I need another 3 to 7 days for the text layout and so the 15.12.20 release date could be! In any case, I’ll set the pre-sale window at Amazon to around this day, at the latest by 20.12.20.

I wish you a relaxing weekend!

PGF

Am Rand der Zone / At the edge of the zone

Ich zog damals an den Rand der Zone, weil ich ahnte, dass die Dinge ungemütlich wurden. Warum das so war? Was das damals hieß „umzuziehen“? Ich glaube nicht, dass sich das eine, wie das andere erklären ließe. Die Zeiten waren unruhig, der Winter zog heran und ich hatte ja nicht viel, was es zu packen galt.
Wir hatten ja alle nicht mehr viel. Es ging nur darum, einen Ort zu finden, wo man zumindest, das Allernötigste beschaffen konnte: Feuerholz, Wasser, Eichhörnchen, Ratten und Eichelmehl und je nach Jahreszeit, was die Bäume und Sträucher hergaben.
Jetzt kurz vor dem Winter war das nicht mehr viel. Aber mein Rucksack war vollgestopft mit Notrationen, die mir 90 Tage helfen würden, wenn ich jeden Tag nicht mehr, als einen Proteinriegel aß und nicht mehr, als eine 300ml Wasserration trank. Den Rest musste ich Tag für Tag finden.
Ich verließ den Wohnblock bei Nacht. Den Sicherheitskräften war es egal, ob wir gingen oder blieben. Es war ihnen auch egal, wo wir starben. Aber das hatte ich nicht vor. Die Zone, das wusste ich, war auch die Zone der eigenen Angst. Denn in der Zone wurde Sicherheit für ein Leben versprochen, das nicht mehr lebenswert war. Die meisten hatten so große Angst vor dem Tod, dass sie lieber das hinnahmen, als diese Sicherheit zu verlassen. Ich aber war bereit mich, im übertragenen Sinn, in ein Boot zu setzen und aufs Meer zu fahren, um unterzugehen oder neues Land, neues Leben, neue Chancen zu finden.
Innerhalb der Zonen lag das, was früher Stadt und Umland hieß, innerhalb der Zone, so hieß es, war Leben möglich, außerhalb davon nicht. Innerhalb der Zone gab es eine geregelte Versorgung (aus Notrationen) meist Strom, meist Wasser, meist die Chance auf Nachrichten. Außerhalb der Zone gab es das nicht. Außerhalb der Zone lag die Einsamkeit.
Weil ich nicht wusste, ob ich stark genug war, mich dieser Einsamkeit zu stellen, begab ich mich an den Rand der Zone. Dorthin wo noch Häuser waren und manchmal Sicherheitskräfte, aber der Strom meist ausfiel und das Wasser nur gelegentlich floss. An den Rand der Zone wurden die Notrationen auch nicht mit Lastwagen gebracht, wie in der Zone. Sie wurden in großen Paketen aus Flugzeugen abgeworfen, wie man Tauben Brotkrümel hinwirft.
In der Zone hatten nur die Sicherheitskräfte Waffen, am Rand der Zone – da wusste keiner, was er vom anderen zu erwarten hatte.
Der erste Winter am Rand der Zone war hart, weil ich nicht wagte weite Gebiete zu erkunden und schlecht schlief und mich immer bedroht fühlte. Vielleicht lag mein Missverständnis auch darin, dass ich mir den Rand der Zone, wie ein Wikinger vorstellte, der an den Rand der Welt denkt. Wir haben immer Angst was hinter den Grenzen des uns Bekannten liegt. Deshalb wollen wir auch nicht hinaus ins Fremde.
Aber es ist eben ein Irrtum, in den Grenzbereichen die Gefahr und nicht den Übergang zu sehen. Wie sich Zellen teilen oder Bäume immer neue Ringe bilden, liegt aller Fortschritt in der Expansion, im Verlassen des Zentrums.
Und heute? Heute sehe ich, wie die Welt mir nachrückt. Dass ich mich bereit machen muss, erneut aufzubrechen und auszuschwärmen, weil der Rand der Zone von damals, längst nicht mehr der Rand ist. Immer mehr Menschen kommen hierher, sehen neue Chancen, sind der alten Wahrheiten müde und möchten aus eigener Kraft, mit eigenen Mitteln die Welt neugestalten. Ich hoffe, es wird ihnen gelingen, aber ich – ich muss immer dort leben, wo das Sein an das Unbekannte grenzt, dort wo nicht verstanden, nicht entdeckt, nicht erkannt wurde.
Solange bis es vielleicht keine Zonen und Ränder mehr gibt, sondern nur noch eine Welt.

11/20 PGF

At that time I moved to the edge of the zone because I sensed that things were getting uncomfortable. Why was that? What did it mean at the time to „move“? I don’t think that one can be explained in the same way as the other. Times were restless, winter was approaching and I didn’t have much to pack.
None of us had much left. It was just a matter of finding a place where you could at least get the bare essentials: Firewood, water, squirrels, rats and acorn meal and, depending on the season, what the trees and bushes could provide.
Now, just before winter, this was no longer much. But my backpack was full of emergency rations that would help me for 90 days if I ate no more than one protein bar each day and drank no more than a 300ml water ration. The rest I had to find day by day.
I left the apartment block at night. The security forces did not care if we left or stayed. They also did not care where we died. But that was not my intention. The zone, I knew, was also the zone of my own fear. Because in the zone, security was promised for a life that was no longer worth living. Most people were so afraid of death that they would rather accept that than leave this security. But I was ready, metaphorically speaking, to get into a boat and go out to sea to sink or find new land, new life, new opportunities.
Within the zones, what was once called the city and the surrounding area was within the zone, it was said, life was possible, but not outside it. Inside the zone there was a regulated supply (from emergency rations) mostly electricity, mostly water, mostly the chance of news. Outside of the zone there was no such thing. Outside the zone was loneliness.
Because I did not know if I was strong enough to face this loneliness, I went to the edge of the zone. Where there were still houses and sometimes security guards, but the electricity usually went out and the water only flowed occasionally. The emergency rations were not brought to the edge of the zone by trucks, as in the zone. They were dropped from airplanes in large packages, just like for pigeons thrown bread crumbs.
In the zone only the security forces had weapons, at the edge of the zone – no one knew what to expect from each other.
The first winter at the edge of the zone was hard, because I did not dare to explore wide areas and slept badly and always felt threatened. Maybe my misunderstanding was also that I imagined the edge of the zone like a viking who thinks of the edge of the world. We are always afraid of what lies beyond the borders of what we know. Therefore we do not want to go out into the unknown.
But it is just a mistake to see the danger in the border areas and not the transition. Like cells divide or trees form new rings, all progress lies in expansion, in leaving the center.
And today? Today I see the world following me. That I have to get ready to set out and spread out again, because the edge of the zone of yesteryear is no longer the edge. More and more people come here, see new opportunities, are tired of the old truths and want to redesign the world by their own efforts, with their own means. I hope they will succeed, but I – I always have to live where being borders on the unknown, where not understood, not discovered, not recognized.
Until perhaps there are no more zones and edges, but only one world.

11/20 PGF

Unbemerkte Zeiten / Unnoticed Times

Wenn Historiker von großen Ereignissen, von wichtigen Epochen erzählen, dann denken wir schnell, dass die Menschen dieser Zeit sich vermutlich in großer Aufregung und in einem absoluten Ausnahmezustand befunden haben. Dass während der französischen Revolution alle die Fahne der Freiheiten schwenkten, während der Kreuzzüge, alle ins Morgenland ritten und zu Zeiten der Pest, es nur noch die gab, die auf Leichenwagen lagen und die die sie schoben.

Aber die Menschen haben vielleicht, schon immer, einfach nur versucht weiterzuleben und festzuhalten an dem, was sie für das Leben hielten. Nicht ihr Leben, sondern die Normalität des Lebens. Sie wurden alle eines Besseren belehrt. Die einen trieb dies in Weltuntergangshysterie mit kruden Ideen und die anderen entzündeten die Hexenfeuer der Inquisition. Aber dazwischen lebte die große Zahl, im Ringen um das was war.

Manche historischen Ereignisse, wie die Deutsche Wiedervereinigung wurden groß inszeniert, als historisch. Aber ich glaube, der wirkliche Epochenwandel vollzieht sich unmerklich, unaufhaltsam, sodass man seinen Beginn nur grob fassen kann und sein Ende erst viele Jahrzehnte später erkennt.

Und so setzte ich mich, jeden Abend, wenn die Stille sich über die Welt senkt und die Welt vor meinem Fenster verschwindet, an meine Geschichten und spinne sie fort, nicht, weil sich damit etwas verändern oder aufhalten ließe. Im Gegenteil, um etwas zu bewahren was der Zeit ausgeliefert ist. Vielleicht etwas vollkommen Unbedeutendes, etwas Unbemerktes – aus unbemerkten Zeiten.

11/20 PGF

When historians tell of great events, of important epochs, we quickly think that the people of that time were probably in great excitement and in an absolute state of emergency. That during the French Revolution everyone waved the flag of liberty, during the Crusades, everyone rode to the Orient, and in times of plague, there were only those who lay on hearse and those who pushed them.

But the people may have, always, simply tried to go on living and holding on to what they thought was life. Not their life, but the normality of life. They were all taught a better lesson. Some were driven by crude ideas in hysteria about the end of the world and others lit the witch fires of the inquisition. But in between lived the great number, struggling for what was.

Some historical events, like the German reunification, were staged on a grand scale, as historical. But I believe that the real epochal change is taking place imperceptibly, unstoppably, so that one can only roughly grasp its beginning and only recognize its end many decades later.

And so, every evening, when the silence falls over the world and the world disappears outside my window, I sit down to my stories and spin them on, not because anything could be changed or stopped by this. On the contrary, to preserve something that is at the mercy of time. Perhaps something completely insignificant, something unnoticed – from unnoticed times.

11/20 PGF

Eines wird bleiben / One thing will remain

… am Ende dieser Pandemie:

Wir werden uns fragen lassen müssen, weshalb ein „Lockdown“, weshalb ein staatlich gewollter und durchgeführter Maßnahmenkatalog nicht möglich ist:

Um Menschen zu schützen, damit sie nicht im Mittelmeer ertrinken

Um Konflikte zu entschärfen, damit Krieg und Bürgerkrieg nicht zu Tod und Vertreibung führen

Um Maßnahmen zum Schutz der Umwelt durchzusetzen

Um die Lebensbedingungen für Kinder weltweit beträchtlich zu heben.

Und vielleicht ist es ein Gutes der Pandemie, dass niemand mehr glauben wird, dass dies niemand zu gemutet werden kann. Die Gesellschaft beweist gerade, was sie leisten kann, auch mit dem berechtigen Anspruch nachzufragen, wenn sie die Notwendigkeit eines kollektiven Handelns sieht.

11/20 PGF

… at the end of this pandemic:

We will have to ask ourselves why a „lockdown“, why a catalog of measures wanted and implemented by the state is not possible:

To protect people, so that they do not drown in the Mediterranean

To defuse conflicts, so that war and civil war do not lead to death and expulsion

To implement measures to protect the environment

To significantly improve the living conditions for children worldwide.

And maybe it is a good thing of the pandemic that no one will believe that no one can be expected to do so anymore. Society is proving just what it can achieve, even with the legitimate right to ask, when it sees the need for collective action.

11/20 PGF

Unvollständiger Satz / Incomplete sentence

Es ist in diesen Tagen wenig Licht, als hätten sie nicht die Kraft, länger durchzuhalten, als dieses kurze Stück von Dämmerung zu Dämmerung. Ohne Sterne gehen die Nächte dahin und der Mond zeigt nur eine feine Sichel.

Ich denke viel und spreche es nicht aus, weil mein Kopf zu voll, während mein Herz zu leer, ist. Manchmal ist der Weg so weit und der Sinn – der Sinn liegt achtlos am Wegrand.

Still sind diese Tage, wie ein langes, tiefes Schweigen, welches jedem schweren Abschied nachklingt. Man hört das Blut, das endlich, durch die eigenen Adern rast.

Und – ach so, da bist du … ich kann den Satz nicht weiter erweitern, weil ich nicht weiß, was das Schicksal mir durch dich sagt.

11/20 PGF

 

There is little light these days, as if they did not have the strength to last longer than this short stretch from dusk to dawn. Without stars, the nights go by and the moon shows only a fine sickle.

I think a lot and do not say it, because my head is too full, while my heart is too empty. Sometimes the way is so long and the sense – the sense lies carelessly on the wayside.

These days are silent, like a long, deep silence that echoes every difficult farewell. One hears the blood rushing finally, through one’s own veins.

And – oh so, there you are … I cannot extend the sentence any further, because I do not know what fate is telling me through you.

11/20 PGF