Der Älteste / The eldest (44)

44.

Die Lady im Frontoffice des Greyhound-Ticket-Service, war so eine Tussi vom untersten Regal: aufgehübscht mit allem was die Modezeitschriften aktuell empfahlen und dem Selbstbewusstsein von Wellness-Weekends, wo sie sich mit Freundinnen gegenseitig erklärte, wie toll und attraktiv sie war.
Sie trug ein Dauergrinsen zur Schau, damit niemand ihre kreideweißen Beißerchen übersah und offerierte mir Zusatzangebote die ich nicht haben wollte:
„Wir haben hier noch die Hotelzimmer-Zufriedenheitsversicherung.“
„Nein.“
„Sie bekommen volle Erstattung, wenn sie unzufrieden sind.“
„Ich bin immer unzufrieden, aber mir glaubt nie einer.“
„Aber, wenn Sie auf Trail im Reservat unterwegs sind, vielleicht eine Unfallversicherung?“
„Nein.“
„Mit kostenloser Rückholung.“
„Hören Sie, Lady. Ich hau mir mit meinen Kumpels, irgendwelches Indianerzeugs in die Birne und sehe drei Tage Außerirdische, da passiert schon nix.“
Sie sah mich groß an, sah sich dann in den eigenen Ausschnitt, auf die Monstertitten, die feinstes Silikon aufpolsterte und sah mich dann wieder an, ob ich ihre Brüste auch begutachtete hatte.
„Hören Sie Miss, ich stehe auf echte Dinger, auch, wenn Ihr Operateur einen guten Job gemacht hat. Ich will nur ein Ticket Richtung Neola, ohne Versicherung, ohne Bonusheft, ohne Punkte bei Master-Card. Ich zahle bar. Können wir dafür in die Pötte kommen.“
Sie sah mich unter ihrer Botox glatten Stirn, unter perfekt gezupften Augenbrauen, mit falschen, blauen Kontaktlinsen an; und verzog ihre Plusterlippen, mit Lippenstift der nach rotem Lack aussah, verärgert zur Seite.
„Wissen Sie, Sir, ich versuche hier nur ein gutes Business zu machen. Ich war schon zweimal Saleswomen des Monats und habe die Jahresmedaille für Kundenfreundlichkeit.“
Ich schloss die Augen und schnaufte.
„Sie machen, dass auch hervorragend. Nicht ihre Schuld, dass Sie an mich geraten sind. Ich hatte einen Scheißtag, eigentlich eine Scheißwoche und mache so ein Saftfasten, das mich auch etwas dünnhäutiger macht. Sie haben tolle Angebote, wunderschöne, blonde Haare und ihre Oberweite ist zum, sich in die Wolken legen. Aber ich bin alt, impotent und in Eile und deshalb danke ich Ihnen, wenn ich mein Ticket habe.“
„Ach so.“
Sie drehte sich auf ihrem Bürostuhl, nahm mein gedrucktes Ticket und reichte es mir über den Tresen.
„Bitte, Sir. Ich wünsche Ihnen eine gute Reise.“
„Danke, Miss. Ihnen nur das Beste.“
Ich wandte mich ab und ging in die Wartehalle, wo ich noch 30 Minuten überbrücken musste. Ich dachte kurz darüber nach, Lily eine SMS zu schicken: „Du, sorry, wollen wir uns demnächst mal treffen.“ Aber mir war nicht nach Sorry und nicht nach Treffen, deshalb ließ ich es.
Als der Bus in seiner Bucht parkte, stieg ich ein und schwang mich auf meinen Platz. Ich schloss die Augen und schlief fast augenblicklich ein. Fehlte also doch etwas Schlaf aus der letzten Nacht.
Als ich wach wurde, lag Ogden schon ein gutes Stück hinter uns. Wir waren sicher schon auf dem Gebiet des Reservats und ich war froh, ein großes Stück der Strecke verschlafen zu haben.
Der Bus war nur schwach besetzt und da es das Schicksal ausnahmsweise gut mit mir meinte, war ich, von einem Sitznachbarn, verschont geblieben.
Ich sah zum Fenster hinaus und während ich eigentlich der Landschaft irgendetwas abgewinnen wollte, zogen meine Gedanken, an dem vorbei, was alles betrachtete: mich, die Landschaft, meine Gedanken und was ich wohl selbst, auf irgendeine geheimnisvolle Art war.
Ich dachte, an das Reservat und fragte mich, ob ich Velvet finden würde und, ob sie mir helfen konnte. Ich dachte, an meinen Anrufbeantworter und ob die Aufnahmekapazität mittlerweile ausgeschöpft war. Und falls ja, ob ich je wieder einen Klienten, in Ogden bekommen würde. Ich dachte an Kho, dem ich das alles schuldig war und ich dachte an Lily, die mich vermutlich für gefühlskälter hielt, als Stalin. Ich dachte, an ein Glas Bourbon, mit zwei Eiswürfeln und einem Spritzer Zitrone. Und dachte an den Moment heute Morgen, diesen verblassenden Schimmer von Reinheit und Unschuld, in dem ich mich ganz finden und gar nicht finden konnte.
Und während ich dachte, rauschte der Greyhound über den Asphalt, wandte die Erde sich immer voller der Sonne zu und zwischen ihr und dem Himmel zogen die Wolken, um nirgendwo anzukommen.

09/20 PGF

44.

The lady in the front office of the Greyhound ticket service was one of those chicks from the lowest shelf: dressed up with everything that the fashion magazines currently recommend and the self-confidence of wellness weekends, where she explained to friends how great and attractive she was.
She wore a permanent grin on her face so that no one could overlook her chalk-white teeth and offered me additional offers I didn’t want to have:
„We still have that hotel room satisfaction insurance here.“
„No.“
„You’ll get a full refund if you’re not happy.“
„I’m always dissatisfied, but no one ever believes me.“
„But if you’re on a trail on the reservation, maybe you have accident insurance?“
„No.“
„With free pick-up.“
„Look, lady. I’ll bust my head with my buddies, some Indian stuff, see aliens for three days, nothing’ll happen.“
She looked at me big, then looked down her own neckline, at the monster tits, padded with the finest silicone, and then looked back at me to see if I had also examined her breasts.
„Listen Miss, I like real things, even if your surgeon has done a good job. I just want a ticket to Neola, no insurance, no bonus booklet, no points with Master-Card. I pay cash. We can get in the pots for that.“
She looked at me under her Botox-smooth forehead, under perfectly plucked eyebrows, with fake blue contact lenses; and pulled her plush lips, with lipstick that looked like red varnish, angrily to the side.
„You know, sir, I’m just trying to do good business here. I’ve been Saleswoman of the Month twice and I’ve won the annual medal for customer service.“
I closed my eyes and puffed.
„You’re doing that excellently too. It’s not your fault that you got to me. I had a shitty day, actually a shitty week, and I’m doing such a juice fast that it also makes me a little thinner-skinned. You have great offers, beautiful blonde hair and your bust is to lie in the clouds. But I’m old, impotent and in a hurry and so I’ll thank you when I get my ticket“.
„I see.“
She turned on her office chair, took my printed ticket and handed it to me over the counter.
„Please, sir. I wish you a safe journey.“
„Thank you, miss. Only the best for you.“
I turned away and went to the waiting room, where I had 30 minutes to spare. I thought about texting Lily for a minute, „Hey, sorry, let’s get together next time.“ But I didn’t feel like sorry and I didn’t feel like meeting her, so I didn’t.
When the bus was parked in its bay, I got in and swung myself into my seat. I closed my eyes and fell asleep almost instantly. So some sleep from last night was missing after all.
When I woke up, Ogden was already a long way behind us. We were certainly already in the reserve area and I was glad to have slept a long way.
The bus was only weakly occupied and since fate was exceptionally kind to me, I was spared by a seat neighbor.
I looked out the window and while I wanted to get something out of the landscape, my thoughts passed by what was looking at everything: me, the landscape, my thoughts and what I was myself in some mysterious way.
I thought about the reserve and asked myself if I would find Velvet and if she could help me. I thought about my answering machine and whether the recording capacity was exhausted by now. And if so, whether I would ever get a client again, in Ogden. I thought of Kho, to whom I owed all this, and I thought of Lily, who probably thought I was more emotionally cold than Stalin. I thought about a glass of bourbon, with two ice cubes and a splash of lemon. And I thought of that moment this morning, that fading glimmer of purity and innocence where I could find myself completely and not at all.
And as I thought, the Greyhound rushed across the asphalt, the earth turned ever more full of the sun, and between it and the sky the clouds were moving to get nowhere.

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Note: Subsequent corrections in inverse front

09/20 PGF

Der Älteste / The eldest (43)

43.

Kho’s ehemaliger Vermieter war gerade dabei, dass zurück gebliebene Hab und Gut, meines toten Freundes, auf die Straße zu stellen, als mein Taxi hielt. Das meiste war in Kisten verpackt, aber ich erkannte Kholayas Küchenstühle und sein Bücherregal.
Ich steuerte auf den Mann zu, der gerade die letzte Kiste abzustellen schien, so zufrieden, wie er dabei wirkte.
„He! Was machen Sie da?“ Frage ich ungehalten.
Der Mann sah auf. Ich wusste nicht, ob er mich von meinem letzten Besuch wiedererkannte.
„Ich mache meinen Mietraum wieder bezugsfähig. Der Indianer ist tot. Ich brauche den Krempel nicht.“
„Haben Sie versucht, jemand von seinen Verwandten zu erreichen?“
„Nein, aber es gab wohl nur einen Onkel. Sie wissen, wie die Typen sind: gib ihnen Feuerwasser und sie sind zufrieden. Denken Sie da kommt einer mit einem Van und holt Kisten mit Büchern und alten Kleidern ab?“
„Ich nehme die Sachen.“
Der Kerl sah mich groß an.
„Aber ich zahle Ihnen nichts fürs Abtransportieren.“
„Müssen Sie nicht.“
Ich öffnete eine der Kisten.
„Was haben Sie vor?“
„Ich sehe was da drin ist.“
Der Mann hob die Hand und streckte den Zeigefinger aus. Während er den Finger hin und her bewegte meinte er: „Vergessen Sie´s. Das ist hier kein Flohmarkt. Sie nehmen den ganzen Plunder oder mein Neffe Taylor bekommt ihn. Der wollte in einer halben Stunde hier sein und bekommt 100 Dollar, wenn er das Zeug mitnimmt. Ich will keinen Basar, vor meiner Haustür.“
Ich tat einen Schritt auf den Typ zu.
„Hören Sie! Ich muss nur kurz nach ein paar Sachen suchen, die Kho von mir geliehen hat.“
„Was denn? Sind da irgendwo Drogen?“
„Nein, keine Drogen, nix Illegales“, sagte ich und dachte: nur, wenn ich Glück habe, ein magischer Ritualgegenstand.
„Ich weiß nicht.“ Kho’s Vermieter sah mich unschlüssig an. „Nicht, dass Sie mir das einzig wertvolle von dem Zeugs stehlen und Taylor darf den Schrott entfernen.“
„Nein, nichts Wertvolles. Ein, zwei Bücher“, sagte ich zum Schein, „und ein, zwei Instrumente, die ich ihm ausgeliehen habe.“
Ich sah, wie es hinter der Stirn, meines Gegenüber „Klick!“ machte.
„Instrumente können manchmal sehr wertvoll sein.“
„Ja, im ideellen Sinn.“
„Das stimmt, aber das lässt manchen sehr reale Dollars zahlen.“
Ich dachte nach. Der Kerl schien eine Idee zu haben. Vermutlich wusste er sogar, in welche der Kisten er Instrumente gepackt hatte. Es war alles mit buchhalterischer Genauigkeit verpackt und vermutlich auf einer Liste dokumentiert. Theoretisch konnte ich die Fakten aus dem Typen herausprügeln, ehe sein Neffe Taylor eintraf, aber das passte nicht ganz, zu meinem neu erworbenen Vorsatz dem Weg des Buddha zu folgen, beziehungsweise nicht ein ganz so beschissener Dreckskerl zu sein.
„Hören Sie. Ich suche eine Rassel oder eine Flöte. Auch, wenn sie mir eigentlich gehört, gebe ich Ihnen 50 Dollar dafür, weil sie aktuell in Ihrem Besitz ist.“
„500!“ Forderte der Typ dreist.
Man, war das ein Scheiß, mit der Gelassenheit.
„250 und dafür prügele ich Sie nicht windelweich und lasse Sie neben den Kisten ausbluten.“
Okay, für mein Karma-Konto bedeutete das neue Zinslast, aber es wirkte.
„Ist ja schon okay. Warten Sie! Die Flöte müsste dort sein.“
Er nahm eine kleinere Kiste, öffnete sie und nahm eine einfache Flöte heraus, etwa von der Länge eines Unterarms. Sie war übersät mit Zeichen und Ornamenten, die mir nicht unbekannt schienen.
Ich hielt die Hand hin.
„Erst das Geld.“
Ich verdrehte die Augen.
„Wie sie wollen.“
Ich zählte aus meinem Geldbeutel insgesamt 10 Riesen ab und hielt sie hoch.
„Das Geld – ist für die Flöte und dafür, dass ihr Neffe, die Sachen von Kho zu mir bringt.“
Es war mir egal, ob er es tat oder nicht. Das Wichtigste hatte ich. Aber, wenn es eine Chance gab, wollte ich für Kho´s Hinterlassenschaft den richtigen Ort finden.
„Hier meine Adresse.“
Ich gab ihm meine Visitenkarte.
Er warf einen Blick darauf.
„Sie sind Kopfgeldjäger.“
Er wirkte eingeschüchtert.
„Ja, deshalb sollte ich bekommen, wofür ich 750 Dollar bezahlt habe.“
„Aber, wenn noch mehr Wertvolles.“
„Lassen Sie´s.“
Der Kerl nickte.
„Taylor bringt Ihnen die Sachen.“
„Gut.“
„Wissen Sie, wo die nächste Greyhound-Filiale ist?“
„Ecke Wall Avenue und 24ste.“
„Zu Fuß?“
„Sind Sie in zehn Minuten dort.“
„Okay.“
„Und die Sachen?“
„Er soll Sie einfach vor die Tür stellen. Gute Gegend, da schadet es nicht, wenn es vorübergehend, wie bei einem Basar aussieht.“

09/20 PGF

43.

Kho’s former landlord was about to put my dead friend’s leftover belongings on the street when my cab stopped. Most of it was packed in boxes, but I recognized Kholaya’s kitchen chairs and his bookshelf.
I headed for the man who seemed to have just put down the last box, as satisfied as he seemed.
„Hey! What are you doing?“ I ask impatiently.
The man looked up. I wasn’t sure if he recognized me from my last visit.
„I’m getting my rented space back into use. The Indian is dead. I don’t need this stuff.“
„Have you tried contacting any of his relatives?“
„No, but I guess there was only one uncle. You know how these guys are. Give them firewater and they’re happy. Do you think someone would come in a van and pick up boxes of books and old clothes?“
„I’ll take those things.“
The guy looked at me tall.
„But I’m not paying you to take them away.“
„You don’t have to.“
I opened one of the boxes.
„What are you gonna do?“
„I see what’s in there.“
The man raised his hand and stretched out his index finger. As he moved the finger back and forth, he said, „Forget it. This isn’t a garage sale. You take all the junk or my nephew Taylor gets it. He wanted to be here in half an hour and he’ll get $100 if he takes the stuff. I don’t want a bazaar on my doorstep.“
I took a step toward the guy.
„Listen! I just need to look for some stuff that Kho borrowed from me.“
„What kind of things? Are there any drugs?
„No, no drugs, nothing illegal,“ I said and thought: only if I’m lucky, a magic ritual item.
„I don’t know.“ Kho’s landlord looked at me indecisively. „I don’t want you to steal the only valuable thing from me and let Taylor take the junk away.“
„No, nothing valuable. A book or two,“ I said to appearances, „and one or two instruments I lent him.“
I saw it click behind my counterpart’s forehead.
„Instruments can sometimes be very valuable.“
„Yes, in the idealistic sense.“
„That’s true, but it makes some people pay very real dollars.“
I thought about it. The guy seemed to have an idea. He probably even knew which of the boxes he had put instruments in. It was all packed with accounting accuracy and probably documented on a list. Theoretically, I could beat the facts out of the guy before his nephew Taylor arrived, but that didn’t quite fit in with my newly acquired resolve to follow the path of Buddha, or to be a less shitty bastard.
„Listen. I am looking for a rattle or a flute. Even if it’s actually mine, I’ll give you $50 for it because it’s currently in your possession.“
„500!“ The guy insolently asked for it.
Man, that was some bullshit, with the serenity.
„250, and I won’t beat the shit out of you and leave you bleeding out by the crates.“
Okay, for my karma account, that meant new interest, but it worked.
„It’s okay. It’s okay. The flute should be there.“
He took a smaller box, opened it and took out a simple flute about the length of a forearm. It was littered with signs and ornaments that were not unknown to me.
I held out my hand.
„First the money.“
I rolled my eyes.
„As you wish.“
I counted out 10 grand from my wallet and held it up.
„The money – is for the flute and for your nephew to bring the Kho’s things to me.“
I didn’t care if he did it or not. I had the most important thing. But if there was a chance, I wanted to find the right place for Kho’s legacy.
„Here’s my address.“
I gave him my business card.
He took a look.
„You’re a bounty hunter.“
He seemed intimidated.
„Yes, that’s why I should get what I paid $750 for.“
„But, if something more valuable.“
„Leave it.“
The guy nodded.
„Taylor will bring you the stuff.“
„Do you know where the nearest Greyhound branch is?“
„Wall Avenue and 24th.“
„Walk?
„You can get there in 10 minutes.“
„Okay, I’ll be there.“
„What about the clothes?“
„Just have him leave them outside the door. Good neighborhood. It wouldn’t hurt if it looked like a bazaar for a while.“

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09/20 PGF

Der Älteste / The eldest (42)

42.

Nicht mal, als ich ausstieg wechselten wir noch ein Wort. Ich schlug die Tür zu, dass der kleine Japaner wackelte, als hätte ihn eine Windböe erwischt und Lily trat aufs Gas, um mich hinter sich zu lassen, als hätte man ihr gerade verboten, sich von mir weg zu beamen.
Ich sperrte die Haustür auf, dachte kurz darüber nach, ob mich Brendan erwarten konnte und entschied, dass es mir egal war und unwahrscheinlich.
Ich warf den Schlüssel auf einen kleinen Tisch, den ich beim Eingang stehen habe und meine Jacke über den nächsten Stuhl.
Dann ging ich in die Küche und nahm mir die erste Whiskeyflasche die ich greifen konnte. Ich trug sie zum Waschbecken und leerte sie aus. So machte ich es, mit jeder Flasche, mit jedem Tropfen den ich im Haus fand.
Es war Zeit nüchtern zu werden, klar und böse. Wenn die Dinge gut oder, wenn sie nur normal liefen, war es okay, manchmal ein wenig erheitert und manchmal sogar ein wenig betäubt zu sein. Aber, wenn einem das Schicksal zwei Backpfeifen setzte, weil man die verdient hatte, half es nichts sich heulend in die Ecke zu setzen. Ernst machen, war angesagt und nüchtern sein.
Ich durfte keine Zeit, auf der Jagd nach der Trommel oder nach Wang verlieren. Ich brauchte eine alternative Strategie. Wang war eine Nummer zu groß. Ich würde nicht mehr in seine Nähe kommen und die Ein-Mann-Armee-Geschichte alla Bruce Willis war im wirklichen Leben so unrealistisch, wie im Film langweilig.
Jemand – und ich weiß nicht mehr wer – hatte mal zu mir gesagt: „Man ist nicht klug, wenn man alle Weisheiten findet, ohne alle Torheiten begriffen zu haben.“ Mein Bauch hatte dazu sofort ja gesagt, aber meine Vernunft, hatte sich Jahre dagegen gewehrt, dies zu akzeptieren, weil es hieß, es gab kein Leben ohne Sünde. Es gab keinen Heiligen. Es gab nur Menschen. Der zu Friedfertige unterließ, was er hätte bekämpfen müssen und der Ehrgeizige vernichtete, was die Sache nie Wert war. Besser werden, klüger werden, Fehler reduzieren, das war alles was man tun konnte.
Die Frage nach dem Warum konnte man sich dabei sparen. Warum? Was war der Sinn? Blablabla. Das Leben hatte keinen Sinn. Es bot Option und die Chance zu wählen. Wie in einem Labyrinth kam man nur vorwärts, wenn man sich unentwegt für links oder rechts entscheidet. Wer gut wählte, fand den Ausgang und damit einen Sinn, wer falsch wählte blieb ewig stecken. Aber wer gar nicht wählte, schaffte es nicht mal das ganze Labyrinth auszuloten.
Die Nacht schlief ich nicht. Mir fehlte Daddy´s little helper, um ins Land der Träume überzugleiten. Erst in den frühen Morgenstunden verfiel ich, in einen ruhelosen Dämmerschlaf, der von einem kreisenden Gedanken erzeugt wurde: Ich durfte keine Zeit verlieren.
Kurz bevor ich, für eine Stunde einschlief, hatte ich schließlich eine Idee. Sie war auch noch da, als ich wieder wach wurde. Ich hatte eine Idee, wo einer der anderen Gegenstände von Skyler zu finden war. Es war so naheliegend, dass ich mich ärgerte, nicht schon früher darauf gekommen zu sein. Ich war viel zu sehr auf die Trommel fixiert gewesen.
Auch ohne richtigen Schlaf fühlte ich mich nicht schlecht. Nüchtern zu sein, war nicht nur scheiße. Nur ein wenig ungewohnt. Wie ein paar neue Schuhe, die viel besser sind, als die ausgetretenen, die man nicht wegwerfen will. Man läuft sich erstmal eine Blase, aber eine Woche später, will man sie nicht mehr missen.
Statt Speck und Ei anzubraten, pürierte ich mir zwei Bananen mit Milch und trank das, in einem Zug. Ich beschloss, mich in den nächsten Tagen mit frischem Obst und Gemüse einzudecken. Mein Körper wirkte, wie ausgehungert nach Gesundem.
Das Taxi war fünf Minuten nach meinem Anruf bereits vor der Haustür und ich begrüßte den Fahrer mit einer Freundlichkeit, die ich nicht mehr an mir kannte.
Ich nannte ihm die Adresse und er fuhr los.
Ogden schlief noch. Es war angenehm kühl und die Luft noch feucht. Der Sommer zeigte erste Dellen und würde in den nächsten Wochen, Schritt für Schritt aus der Welt verschwinden. Auf den Dächern glühte das schräg einfallende Licht der Morgensonne und ich erinnerte mich, an den Morgen nachdem mir Butterfly seinen Sud eingeflößt hatte. Da hatte ich eine ähnliche Empfindung von rein Sein und Unschuld.
Männer fühlten selten so. Männer waren – und so war es Konsens selbst bei den Männern – eigentlich Schuld am ganzen Weltelend. Krieg, Hunger, Gewalt, alles vom männlichen Teil der Menschheit angerichtet. Kleine Jungs waren noch süß, sobald sie einen Willen entwickelten und wild wurden, verbannte man sie auf die dunkle Seite. Ob das so stimmte, ob die Unschuld nicht bei allen Kindern lag und die Schuld bei allen Erwachsenen – wer konnte das sagen? War auch egal! Für mich jedenfalls, waren Unschuld und Reinheit, ungewohnte, seltene und irgendwie angenehme Empfindungen. Und ich nahm sie, wie ich alles andere nahm, was ich fühlte oder was über mich gedacht wurde.
Als wir das Ziel erreichten, sah ich, dass ich gerade noch rechtzeitig kam.

09/20 PGF

42.

Not even when I got out of the car did we change a word. I slammed the door shut so that the little Japanese was wobbling as if a gust of wind had caught him and Lily stepped on the gas to leave me behind as if she had just been forbidden to beam away from me.
I unlocked the front door, thought briefly about whether Brendan could expect me and decided I didn’t care and unlikely.
I threw the key on a small table that I have by the entrance and my jacket over the next chair.
Then I went into the kitchen and grabbed the first whiskey bottle I could grab. I carried it to the sink and emptied it. This is how I did it, with every bottle, with every drop I found in the house.
It was time to sober up, clear and evil. When things were going well, or when they were just normal, it was okay to be a little exhilarated sometimes and a little numb sometimes. But when fate gave you two slaps in the face because you deserved it, sitting in the corner crying didn’t help. To be serious was to be hip and sober.
I was not allowed to lose time chasing the drum or Wang. I needed an alternative strategy. Wang was a number too big. I wouldn’t go near him anymore and the one-man army story alla Bruce Willis was as unrealistic in real life as it was boring in film.
Someone – and I can’t remember who – once said to me: „You are not wise if you find all the wisdom without having understood all the folly.“ My gut had immediately said yes to that, but my reason had resisted for years against accepting it, because it said there was no life without sin. There was no saint. There were only people. The too-peaceful man omitted what he should have fought against and the ambitious man destroyed what was never worth anything. Getting better, getting smarter, reducing mistakes, that was all one could do.
The question of why could be avoided. Why? What was the point? Blah, blah, blah. Life had no meaning. It offered options and the chance to choose. Like in a labyrinth, you could only move forward if you constantly chose left or right. Those who chose well found the exit and with it a meaning, those who chose wrong got stuck forever. But those who did not choose at all did not even manage to fathom the whole labyrinth.
I did not sleep that night. I missed Daddy’s little helper to cross over into the land of dreams. Only in the early morning hours did I fall into a restless twilight sleep, created by a circling thought: I had no time to lose.
Just before I fell asleep for an hour, I finally had an idea. It was still there when I woke up again. I had an idea where to find one of Skyler’s other objects. It was so obvious that I was annoyed that I had not thought of it before. I had been much too focused on the drum.
Even without real sleep I didn’t feel bad. Being sober was not only shit. Just a little unaccustomed. Like a pair of new shoes that are much better than the worn ones you don’t want to throw away. You run a blister at first, but a week later, you don’t want to miss them anymore.
Instead of frying bacon and egg, I mashed two bananas with milk and drank it, in one go. I decided to stock up on fresh fruit and vegetables over the next few days. My body seemed to be starved for healthy food.
The cab was already at the front door five minutes after my call and I greeted the driver with a friendliness that I no longer knew about myself.
I gave him the address and he drove off.
Ogden was still asleep. It was pleasantly cool and the air was still humid. The summer showed the first dents and would gradually disappear from the world over the next few weeks. On the roofs the oblique light of the morning sun was glowing and I remembered the morning after Butterfly had poured his brew into me. There I had a similar feeling of pure being and innocence.
Men rarely felt this way. Men were – and so it was consensus even among men – actually responsible for the whole world’s misery. War, hunger, violence, all caused by the male part of humanity. Little boys were still cute, as soon as they developed a will and became wild, they were banished to the dark side. Whether this was true, whether innocence was not with all children and guilt with all adults – who could say? It did not matter! For me at least, innocence and purity were unusual, rare and somehow pleasant sensations. And I took them as I took everything else I felt or thought about myself.
When we reached our destination, I saw that I arrived just in time.

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Note: Subsequent corrections in inverse front

09/20 PGF

Der Älteste / The eldest (41)

41.

Auch vor der Höhle, wartete Lily nicht. Ich fand sie erst oben, beim Parkplatz, neben ihrem Wagen.
„Was war da drin los?“ Fragte ich, nicht unbedingt in einem sehr einfühlsamen Ton.
„Ich hatte keine Lust mehr, auf deine blöden Sprüche.“
„Ich wollte dir helfen.“
„Du hilfst aber niemand, mit deiner herzlosen Art.“
„Ärgerst du dich, weil du schwach warst? Weil dem hippen „modern Girl“, das Selbstverständnis in den Matsch gefallen ist.“
„Nein, ich ärgere mich nicht, weil ich schwach war, sondern weil du dich deshalb stark gefühlt hast.“
„Aber das musste ich doch.“
„Musstest du nicht!“
„Doch! So ist das immer: Einer führt, einer geht. Muss ja nicht immer der gleiche sein, der führt. Aber da drin, war ich es.“
Ich zeigte hinter mich in Richtung der Höhle.
„Darum habe ich dich nicht gebeten!“
„Nein, aber was war in der Kammer? Luft! Luft!“ Ich äffte ihre Atemlosigkeit nach.
„Ja und, was gibt dir das Recht, dich überlegen zu fühlen?“
„Habe ich gar nicht. Ich habe nur versucht, ein Halt für dich zu sein.“
„Aber“, schrie sie, „das wollte ich nicht.“
Ich winkte ab.
„Hör zu Lily, aus diesem Grund habe ich nie geheiratet. Es gibt nichts Sinnloseres, als mit jemand zu streiten, den man liebt.“
„Doch“, beharrte sie, „aus Liebe muss man manchmal streiten.“
Ich schüttelte den Kopf.
„Nein, muss man nicht. Nicht darüber, wer stark und wer schwach ist.“
„Aber du hast dich doch da drin aufgespielt.“
„Wir sollten fahren.“
„Nein, ich bin noch nicht fertig. Ich will noch reden.“
„Lass es!“
„Nein, ohne mich würdest du gar nicht mehr leben.“
„Wegen Verordnung 7 oder was?“
Ich lachte amüsiert.
„Ja, was hättest du denn geantwortet?“
„Gar nichts. Hätte ich auf dich nicht Rücksicht nehmen müssen, hätte ich mir Brendan geschnappt. Durch dich war ich angreifbar. Und ich bin sicher, dass du mir auch bei der Verfolgung im Weg sein wirst.“
Sie sah mich fassungslos an.
„Es reicht.“
„Sagte ich ja.“
„Du hast viel zu viel gesagt.“
„Mag sein. Du blutest.“
„Was?“
„An der Stirn. Du hast dir den Kopf an dem Stalakding angeschlagen.“
„Stalaktit.“
Sie fasste sich an die Stirn und verzog das Gesicht, als sie die Wunde berührte. Es war eine Platzwunde, etwa einen Finger breit.
„Solltest du klammern lassen, wird sonst eine unschöne Narbe. Außer du brauchst eine, für dein Heldinnen-Image.“
Mein innerer Zyniker war außer Kontrolle geraten, ich spürte, dass ich seinen Amoklauf nicht bremsen konnte.
„Ich brauche dein Heldengetue nicht. Du säufst so viel, dass du nicht mal Auto fährst.“
Wie nannten das Kommunikationsforscher? Eskalationsspirale?
„Aber ich brauche niemand, der mich an der Hand nimmt, wenn ich mich in einer dunklen Höhle verlaufe.“
Sie wandte sich ab und stieg in den Wagen.
Da sie nicht gleich losfuhr, nahm ich an: Sie nahm mich diese Strecke noch mit.
Das tat sie auch.

09/20 PGF

41.

Even in front of the cave, Lily did not wait. I only found her upstairs, by the parking lot, next to her car.
„what was going on in there?“ I asked, not necessarily in a very sensitive tone.
„I’ve had enough of your stupid comments.“
„I wanted to help you.“
„You’re not helping anyone with your heartless ways.“
„Are you angry because you were weak? Because the hip „modern girl“, the self-conception has fallen into the mud.“
„No, I’m not angry because I was weak, but because it made you feel strong.“
„But I had to.“
„You didn’t have to!“
„That’s the way it always is: One leads, one follows. Doesn’t have to be the same one who leads. But in there, it was me.“
I pointed behind me towards the cave.
„I didn’t ask you to do that!“
„No, but what was in the chamber? Air! Air!“ I imitated her breathlessness.
„Well, what gives you the right to feel superior?“
„I don’t. I was just trying to be a support for you.“
„But,“ she screamed, „I didn’t mean to.“
I waved it off.
„Listen, Lily, this is why I never got married. There’s nothing more pointless than fighting with someone you love.“
„Yes,“ she insisted, „sometimes you have to fight for love.“
I shook my head.
„No, you do not. Not about who’s strong and who’s weak.“
„But you were acting up in there.“
„We should leave.“
„No, I’m not finished. I still want to talk.“
„Leave it.“
„No, without me you wouldn’t be alive at all.“
„Is it regulation seven or what?“
I laughed with amusement.
„What would you have said?“
„Nothing. If I didn’t have to worry about you, I would have gone after Brendan. You left me vulnerable. And I’m sure you’ll be in my way when I go after him.“
She looked at me stunned.
„Enough.“
„That’s what I said.“
„You’ve said way too much.“
„Maybe so. You’re bleeding.“
„I’m bleeding?“
„On your forehead. You hit your head on that stalacthing.“
„Stalactite.“
She grabbed her forehead and pulled her face when she touched the wound. It was a laceration about the width of a finger.
„If you have staples attached, it will not leave a nasty scar. Unless you need one for your heroine image.“
My inner cynic was out of control, I felt I couldn’t stop his rampage.
„I don’t need your heroism. You drink so much, you don’t even drive.“
What did communication scientists call that? Escalation spiral?
„But I don’t need someone to hold my hand when I get lost in a dark cave.“
She turned away and got into the car.
Since she did not drive off immediately, I assumed She was still taking me that distance.
And so she did.

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09/20 PGF

Der Älteste / The eldest (40)

40.

„Wir müssen hier raus.“ Stellte ich, nach einem Moment Stille, entschlossen fest.
Ich empfand unsere Situation, ähnlich der, wie nach ein oder zwei Whiskey Sour zu viel, wenn ich auf wackligen Beinen und mit eingetrübten Sinnen, den Weg nach Hause angetreten hatte. Auch nicht immer ganz orientiert und Herr der Lage.
Lily reagierte nicht.
„Lily?“
„Luft!“ keuchte sie. „Luft!“
Sie benötigte nicht mehr, als diese zwei mal vier Buchstaben, um mir klar zu machen, dass sie gerade eine absolute Panikattacke erlebte.
„Lily, ich bin bei dir.“
Ich fuchtelte lautlos durch die Dunkelheit und versuchte sie zu fassen, ohne, dass sie mir dabei helfen musste.
„Luft!“
Sagte sie wieder.
Es kam von rechts. Nicht weit entfernt.
Ich machte einen Schritt dort hin und fuchtelte wieder.
Jetzt hörte ich sie, schon ganz nah, um Luft ringen.
„Lily, wir kommen hier raus.“
Ich machte noch einen Schritt und noch einen und dann streifte ich ihren Oberarm.
„Hier bin ich.“
Ich fasste sie zart am Arm und sie drückte sich mir entgegen.
„Ich muss hier raus.“
Sie klang atemlos.
„Ja, komm.“
Ich wählte wahllos eine Richtung und zog sie mit. Mit meiner Rechten fuchtelte ich im Dunkeln vorwärts, mit der linken hielt ich Kontakt zu Lily. Ich spürte, dass sie zu viel Nähe nicht ertrug.
Nach endloser Zeit, tastete meine Hand schließlich die Felswand. Auf die Gefahr hin zwei Meter weiter links, den Durchgang zu erreichen, tastete ich mich trotzdem nach rechts, bis ich ins Leere griff und wusste, dass wir dort angelangt waren, wo wir die Kammer betreten hatten.
„Okay, Lily. Es geht heimwärts.“
Sie war nicht fähig zu antworten.
„Wäre cool, wenn Verordnung 7 tatsächlich in Kraft getreten wäre.“ Versuchte ich, sie aufzuheitern.
Sie lachte schwach.
Es ging mühsam durch die Dunkelheit voran. Ich erinnerte mich, dass wir drei Passagen mit unterschiedlichen Formen, auf dem Weg in die Höhle durchlaufen hatten. Eine sehr eng, eine sehr feucht und eine mit sehr unebenem Boden. Auf dem Hinweg hatte uns das zehn Minuten gekostet, zurück waren wir vielleicht eine Stunde beschäftigt, einen Weg zu finden, ohne uns alle Knochen zu brechen.
Als mein Fuß in einer nassen Senke landete, wusste ich, dass wir alle drei hinter uns hatten. Aber jetzt begann der eigentlich schwierige Teil.
„Wir müssen auf den Boden.“
„Was?“
Lily klang wie jemand der sich gerade von einem Sprint erholt und plötzlich vor einem Tiger davonrennen soll.
„Hier sind zu viele Löcher im Boden. Wir stürzen im Dunkeln. Wir kriechen über den Boden und du hältst dich an mir fest.“
„Ich kann das nicht.“
Ich spürte, wie ich ungeduldig würde.
„Doch das kannst du. Es ist der einzige Weg nach draußen.“
Gegen ihren Widerstand zog ich sie zu Boden und krabbelte los. Schon noch kurzer Zeit waren meine Ärmel und Hosen klatschnass und meine Hände voller Schlamm.
Lily keuchte, als läge sie in den Wehen.
Wir kamen unsäglich langsam voran. Der einzige Vorteil dieser Fortbewegung war, dass wir sie nicht mehr ändern mussten. Wir kamen so gut durch den Teil, den wir auch auf dem Weg in die Höhle, in der Hocke zu gebracht hatten.
Schließlich erreichten wir, schon nahe dem Eingang, den Abschnitt mit den querliegenden Holzstämmen.
Jetzt versagten Lily endgültig die Nerven und Kräfte.
„Ich kann nicht mehr!“ Schrie sie plötzlich. „Es fühlt sich an als wären überall Käfer und Spinnen und Schleim.“
Aber du hast wieder Luft zum Schreien, dachte ich.
„Ja, ist wie bei der Geburt, mit Schleim und Kot durch den engen Schacht.“
„Hör auf, Joe! Ich bin klatschnass. Ich schwitze und friere trotzdem. Meine Hände fühlen sich an, als hätte ich sie mit einer Feile bearbeitet.“
„Aber du hast wieder Luft zum Diskutieren.“
Es rutschte mir raus. Als ich es sagte, wusste ich, ich hätte besser geschwiegen. Aber ich wusste nicht, was sie litt, was ich nicht auch erdulden musste.
Sie stand auf.
„Scheißkerl!“ Fluchte sie.
„Pass lieber auf die Stalagmiten auf.“
„Es sind Stalaktiten.“ Raunte sie mich an.
Machte einen Schritt weg von mir und erwischte den ersten mit der Stirn.
Sie schrie auf vor Schmerz.
„Mensch Lily, warte!“
Aber sie wartete nicht.
Ich hörte, wie sie von mir wegrobbte und plötzlich erkannte ich ihre Silhouette vor mir.
Ich erkannte ihre Silhouette! Da draußen war Licht! Helles, kühles Mondlicht, das vom Eingang in den Vorbereich der Höhle leuchtete.
„Wir sind draußen.“ Rief ich begeistert.
Aber sie wartete nicht.

09/20 PGF

40.

„We have to get out of here.“ I realized, after a moment silence.
I felt our situation, similar to the way I felt after a whiskey sour or two too much, when I had made my way home on shaky legs and with clouded senses. Also not always completely oriented and master of the situation.
Lily did not react.
„Lily?“
„Air!“ she gasped. „Air!“
She needed no more than these two by three letters to make me realize that she was experiencing an absolute panic attack.
„Lily, I’m with you.“
I wavered silently through the darkness and tried to grab her without her helping me.
„Air!“
She said again.
It came from the right. Not far away.
I took a step there and waved again.
Now I could hear her, very close, struggling for air.
„Lily, we’re going to get out of here.“
I took another step and another step and then I grazed her upper arm.
„Here I am.“
I gently grabbed her arm and she squeezed out.
„I got to get out of here.“
She sounded breathless.
„Yes, come.“
I chose a direction at random and pulled her along. With my right hand I waved forward in the dark and with my left hand I kept contact with Lily. I felt she couldn’t stand too much closeness.
After endless time, my hand finally felt the rock face. At the risk of going two meters to the left to reach the passage, I groped my way to the right anyway, until I reached into the void and knew that we had reached where we had entered the chamber.
„Okay, Lily. We’re going home.“
She was not able to answer.
„Would’ve been cool if regulation seven had actually gone into effect.“ I tried to cheer her up.
She had a weak laugh.
It was going hard through the darkness. I remembered that we had passed through three passages with different shapes on the way to the cave. One very narrow, one very humid and one with very uneven ground. On the way there it had taken us ten minutes, back we were busy for maybe an hour to find a way without breaking all our bones.
When my foot landed in a wet depression, I knew that all three were behind us. But now the really difficult part began.
„We have to get down.“
„What?“
Lily sounded like someone who’s just recovering from a sprint and suddenly has to run away from a tiger.
„There’s too many holes in the floor. We’ll fall in the dark. We crawl across the floor and you hold on to me.“
„I can’t do this.“
I felt myself getting impatient.
„Yes, you can. It’s the only way out.“
Against her resistance, I pulled her to the ground and started crawling. Not long my sleeves and pants were soaking wet and my hands full of mud.
Lily gasped as if she was in labor.
We made unspeakably slow progress. The only advantage of this locomotion was that we did not have to change it. We got through the part so well that we had to squat on the way to the cave.
Finally, already near the entrance, we reached the section with the logs lying across.
Now Lily finally lost her nerves and strength.
„I can’t go on!“ she suddenly screamed. „It feels like there are bugs and spiders and slime everywhere.“
But you have air to scream again, I thought.
„Yes, it’s like when you were born, with slime and excrement through the narrow shaft.“
„Stop it, Joe! I’m soaking wet. I’m still sweating and freezing. My hands feel like I’ve been working them with a file.“
„But you’ve got room to argue again.“
It slipped out. When I said it, I knew I should have kept quiet. But I didn’t know what she was suffering, which I didn’t have to endure.
She stood up.
„Son of a bitch!“ She ran.
„Better watch out for the stalagmites.“
„They are stalactites.“ She whispered at me.
Took one step away from me and hit the first one with his forehead.
She cried out in pain.
„Gee, Lily, wait!“
But she didn’t wait.
I heard her crawl away from me and suddenly I recognized her silhouette before me.
I recognized her silhouette! There was light out there! Bright, cool moonlight shining from the entrance to the front of the cave.
„We are outside.“ I shouted enthusiastically.
But she did not wait.

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09/20 PGF

Der Älteste / The eldest (39)

39.

Wir benötigten keine Obduktion um zu wissen, dass es Butterfly war und, dass man ihn erschlagen hatte.
In seiner Nähe lag eine Plastikbox, die Größe verriet mir, dass sie vermutlich die Trommel perfekt vor Feuchtigkeit geschützt hatte.
Als die Trommel sich noch darin befand …
“Wir kommen zu spät,” stellte ich konstatiert fest. „Vermutlich hat Wang das Ding bereits.“
In den Schatten rechts von mir, löste sich mit einem leisen, aber unhörbaren Klack ein Stein und fiel in eine Pfütze. Ein eben so unwillkürlicher Schritt, um den Halt nicht zu verlieren, war im nächsten Moment zu hören.
Synchron schwenkten Lily und mein Lichtkegel in die Richtung und erfassten Brendan. Er hatte keine Hand frei, um eine Taschenlampe zu halten. Unter dem linken Arm hielt er die Trommel eingeklemmt und in der Rechten eine 44er. Er richtete sie auf Lily.
„Wenn das Licht ausgeht, schieße ich sofort.“ Warnte er mit einem Lächeln, dass jeden Zweifel an seinen Worten verhöhnte.
Dann geht aber auch das Licht aus, hätte ich vermutlich gespottet, wenn der Lauf der Pistole auf mich gerichtet gewesen wäre. Da Lily sich in der Schusslinie befand, beschloss ich mir meine Bemerkung für später aufzuheben.
Wobei genau betrachtet unsere Chancen zu überleben schlecht standen. Ob eine oder drei Leichen in der Höhle verrotteten war unerheblich und wenn wir tot waren, hatte Brendan sichergestellt, dass es keine Zeugen gab.
„Wer sind Sie?“ Ich wusste nicht, ob Lily fragte, weil sie wirklich keine Ahnung hatte oder, ob sie Zeit gewinnen wollte.
„Das Lily, ist Mister Brendan. Mister Wangs netter Assistent fürs Grobe.“ Warf ich ein, ehe Brendan antworten konnte.
„Sparen Sie sich Ihre Bemerkungen, Joe. Ich kann mich selbst vorstellen. Mister Wang war der Meinung, ich sollte nicht warten, falls ich schneller, als Sie bin. Das war ihr Smartphone nutzen konnte, um ein bisschen mitzuhören, hat dabei nicht geschadet.“
„Scheiße!“ Sagte ich knapp. „Es scheint ich bin für diese modernen Zeiten nicht geeignet.“
„Sie sind für gar nichts geeignet. Nur zum Sterben.”
Ich bemerkte, dass Brendans Arm langsam müde wurde. Er musste, auf dem rutschigen Untergrund das Gleichgewicht halten, konnte dabei die Arme nicht nutzen, musste zielen und die Lichtverhältnisse waren mager. Hätte er auf mich gezielt, hätte ich einen Fehlschuss riskiert.
Aber ich hatte einen besseren Plan, der uns vorerst das Leben retten konnte.
„Doch Brendan, ich kann eine Sache ganz gut.“
„Und das wäre?“
„Einen Live-Stream filmen und an meinen Buddy senden, damit der weiß, wen er der Polizei melden muss.“
„Sie wollen hier drin Empfang haben?“
Wenn man beim Pokern blufft, zieht einem der Gegner die Hosen aus, in dem Moment, wenn er „sehen will“.
In diesem Sinn starrte ich auf mein mageres Paar, während ich bei Brendan ein Full House vermutete und vergaß fast das Lily noch im Spiel war.
„Sie haben noch nichts von der 7. Verordnung des Bundesstaates Utah gehört, welche die Sicherheitsvorkehrungen von noch nicht erschlossenen Höhlen beschreibt?“
Brendan zögerte.
„Damit der Staat nicht Millionen an Hinterbliebene zahlen muss, ist jede Höhle, die nicht gesichert, aber zugänglich ist, mit einem Verstärkersystem ausgestattet, um Verschüttete schnell zu orten und retten zu können. Wir haben hier drin, besten Empfang.“
Brendan hätte das vermutlich gerne überprüft, aber dafür hätte er in unsere Nähe kommen müssen und entweder die Trommel ablegen oder die Waffe senken.
„Okay“, sagte er schließlich. „Wir machen das so. Sie leuchten mir Richtung Ausgang, dann lasse ich Sie leben.“
„Ich weiß nicht ganz, wie sie meinen.“ Ich verstand ihn wirklich nicht.
„Na einer von ihnen leuchtet da rüber, zum Eingang in diese Kammer. Der andere leuchtet mir den Weg dahin aus.“
Wir gehorchten.
Langsam, immer die Waffe auf Lily gerichtet, tastete sich Brendan in Richtung Ausgang. Als er den Durchgang vor sich hatte und zwischen den beiden Felswänden stand, wandte er sich uns zu.
„Lily. Sie leuchten auf mich. Joe, Sie machen das Licht aus und werfen ihr Smartphone weg.“
„He! Das ist ein scheißteures“.
„Wollen Sie leben?“
Ich fluchte, deaktivierte die Taschenlampenfunktion und warf es seitlich von mir weg. Man hörte, wie das Display brach, als es an der Felswand aufschlug.
„Sehr gut. Jetzt Sie, Lily. Sie schalten das Licht nicht aus. Sie werfen einfach ihr Smartphone in meine Richtung.“
Lily zögerte kurz und befolgte dann die Aufforderung. Das Smartphone landete zwischen Brendan und uns.
Der wartete nicht ab, sondern gab zwei rasche Schüsse, in Richtung der kleinen Lichtquelle ab. Traf mit dem zweiten Schuss und es wurde stockfinster.
„Was zur Hölle!“ Schrie Lily.
Ehe wir reagieren konnten, hatte sich Brendan von uns abgewandt, zwei, drei Schritte in Richtung Ausgang gemacht und die Taschenlampe aktiviert, die er bei sich getragen hatte. Ich sah noch kurz, wie der Lichtstrahl von uns wegtanzte, dann verschwand er hinter der nächsten Biegung.
Lily und ich blieben in der Finsternis zurück.

09/20 PGF

39.

We did not need an autopsy to know that it was Butterfly and that he had been beaten to death.
There was a plastic box near him, the size told me that it probably protected the drum perfectly from moisture.
When the drum was still inside …
„We’re to late,“ I noted. „Wang probably already has the thing.“
In the shadows to my right, a stone came loose with a quiet but inaudible click and fell into a puddle. A step, just as involuntary not to lose its grip, could be heard the next moment.
Synchronously, Lily and my cone of light swung in that direction and captured Brendan. He had no hand free to hold a flashlight. He held the drum clamped under his left arm and a 44 in his right. He pointed it at Lily.
„When the light goes out, I’ll shoot on sight.“ He warned with a smile that mocked any doubt in his words.
But then the light goes out, I would probably have mocked if the barrel of the pistol had been pointed at me. Since Lily was in the line of fire, I decided to save my remark for later.
Whereby exactly considered our chances to survive were bad. Whether one or three bodies rotted in the cave was immaterial and if we were dead, Brendan had made sure there were no witnesses.
„Who are you?“ I didn’t know if Lily asked because she really had no idea or if she was trying to buy time.
„This Lily, is Mr. Brendan. This is Mr. Wang’s assistant.“ I got to that before Brendan could respond.
„Save your comments, Joe. I can introduce myself. Mr. Wang thought I should not wait if I was faster than you. Using your smartphone to listen in didn’t hurt.“
„Shit!“ I said that. „It seems I’m not suited for these modern times.“
„You’re not suited for anything. Only to die.“
I noticed that Brendan’s arm was getting tired. He had to keep his balance on the slippery surface, couldn’t use his arms, had to aim, and the light was poor. If he had aimed at me, I would have risked a miss.
But I had a better plan that could save our lives for now.
„But Brendan, there’s one thing I’m pretty good at.“
„What’s that?“
„Film a live stream and send it to my buddy so he knows who to report to the police.“
„You want reception in here?“
If you’re bluffing at poker, your opponent will take your pants off the moment he „wants to see“.
In that sense, I stared at my skinny pair while I suspected Brendan had a full house and almost forgot that Lily was still in the game.
„You haven’t heard of the 7th Utah State Ordinance, which describes the safety precautions of caves that have not yet been developed?“
Brendan hesitated.
„So that the state doesn’t have to pay millions to survivors, every cave that is not secured but accessible is equipped with a reinforcement system to quickly locate and rescue buried subjects. We have excellent reception in here.“
Brendan probably would have liked to check it out, but for that he would have had to come close to us and either drop the drum or lower the weapon.
„Okay,“ he finally said. „Here’s what we’re gonna do. You shine the light towards the exit, I’ll let you live.“
„I’m not sure what you mean.“ I really didn’t understand him.
„Well, one of them shines over there, towards the entrance to this chamber. The other one lights my way there.“
We obeyed.
Slowly, always pointing the gun at Lily, Brendan groped his way out. With the passage in front of him and standing between the two rock walls, he turned to us.
„Lily. You shine on me. Joe, you turn off the lights and throw away your smartphone.“
„Hey! That’s a fucking expensive one.“
„Do you want to live?“
I cursed, turned off the flashlight function and threw it sideways away from me. You could hear the screen break when it hit the rock face.
„Very good. Now you, Lily. You do not turn off the light. You just throw your smartphone in my direction.“
Lily hesitated for a moment and then followed the prompt. The smartphone landed between Brendan and us.
He did not wait, but fired two quick shots in the direction of the small light source. Hit with the second shot and it became pitch-black.
„What the hell!“ cried Lily.
Before we could react, Brendan had turned away from us, taken two or three steps toward the exit and activated the flashlight he was carrying. I watched the light beam dance away for a moment, then it disappeared behind the next bend.
Lily and I stayed behind in the darkness.

09/20 PGF

Der Älteste / The eldest (38)

38.

Wir verloren keine Zeit. Nach einem herzlichen Abschied zwischen Lily und der Alten und einem kühlen mit mir, fuhren wir los in Richtung der Little Brush Creek.
Über Vernal war es eine Fahrt von einer Stunde.
Wir kamen gut voran. Ein glühender Nachmittag lag auf dem Land und ich war froh, dass die Klimaanlage von Lilys kleinem Japaner sie draußen hielt.
„Denkst du wir finden ihn?“ Fragte sie in das gleichmäßige Summen des Kühlaggregats.
Um ihre Frage nicht unbeantwortet zu lassen, reagierte ich, obwohl ich keinen Sinn darin sah, mir darüber jetzt Gedanken zu machen.
„Ich denke schon. Die glauben ja alle an ihre Visionen und, wenn er eine hatte wird er sich auf den Weg gemacht haben.“
„Du hältst das alles für Einbildung oder?“
Ich zuckte mit den Schultern.
„Nein, ich glaube nicht und ich zweifle nicht. Ich beschäftige mich mit dem was ich sehe und greifen kann. Und du?“
„Ich fand die alte Indianerin schon sehr geheimnisvoll. Vielleicht haben die Indianer noch mehr Verbindung, weil sie näher der Natur leben.“
Ich winkte ab.
„Und näher dem Gesetzesbruch.“
Wir erreichten einen kleinen Parkplatz, der auf einem Schild, den Weg zur Höhle auswies.
„Sie haben Ihr Ziel erreicht“, trötete das Navi.
Der Weg zum Eingang der Höhle war kurz. Wir liefen vielleicht zehn Minuten einen Schotterweg hinauf, nach dem sich, in einer Senke, der Eingang zur Höhle befand. Die Senke war etwa knöchelhoch mit Wasser gefüllt.
„Sollte das nicht staubtrocken sein?“ Dachte ich laut.
„Nein“, erklärte Lily, „das Eis hält im Winter das Wasser oben in den Bergen. Vermutlich haben wir Glück, dass es trocken genug ist, damit wir überhaupt die Höhle betreten können.
Gemeinsam näherten wir uns dem Eingang. Ich warf einen kurzen Blick hinein.
„Stockfinster. Wirkt nicht gerade touristisch erschlossen.“
„Vermutlich hat Skyler sie deshalb für die Trommel ausgesucht.“
„Und die Feuchtigkeit schadet ihr nicht?“
„Keine Ahnung, Joe. Manchmal fragst du zu viel.“
Wir nahmen unsere Smartphones heraus, aktivierten die Taschenlampe und betraten die Höhle.
Sie war nicht für Amateure gemacht. Von der Decke ragten dicht, unzählige Stalaktiten, wie die Zähne eines Raubfisches und in die engen Felspassagen waren querliegende Holzstämme gepresst, entweder vom Wasser in die Höhle getragen und dort verkeilt oder vergebliche Versuche, eine Holzkonstruktion zu bauen, um die Decke zu stützen.
Wir kamen nur mühsam voran. Auf Abschnitte, in den wir einigermaßen aufrecht gehen konnten, folgten solche, in denen wir am Boden kriechen oder über Felsen hinweg klettern mussten.
Dann änderte sich die Deckenhöhe und wir bekamen mehr Platz um aufrecht zu gehen. Dafür zeigten sich jetzt am Boden, immer wieder, kleine Pools in denen sich abgestandenes Regenwasser befand. Weder Lily´s noch meine Füße blieben trocken, aber immerhin erreichten wir eine erste Kammer. Hier gab es etwas Tageslicht, welches durch einen vertikalen Schacht, von oben, in die Höhle fiel.
„Brauchst du eine Pause“, fragte ich Lily, die nicht weniger schwer schnaufte, wie ich.
Sie winkte ab.
„Nein, ich will nur schnell wieder hier raus.“
„Platzangst?“
„Ein wenig.“
Ich sah ihr an, dass es etwas mehr war.
Wir setzten unseren Weg fort und erreichten nach drei Passagen die jemand, mit Holztafeln als „No Name“, „Bone“ und „Huming“ gekennzeichnet hatte, einen großen, stockfinsteren Raum. Das Atrium der Höhle.
Der Raum war gefüllt mit unserem Atmen und dem Tropfen der Wände. Ich konnte nicht absehen, ob er 25 oder 75 Meter Durchmesser besaß.
„Lass uns sehen, wo es, von hier aus, weitergeht.“
Ich glitt mit dem Licht meiner Smartphone-Taschenlampe über die Wände, auf der Suche nach dem nächsten Durchgang. Lily folgte meinem Beispiel und fast zeitgleich kreuzten sich, unsere Lichter, über einem, am Boden liegenden Körper und erstarrten.
Dort lag ein Toter und er lag noch nicht lange dort.

PGF 09/20

38.

We lost no time. After a hearty farewell between Lily and the old lady and a cool one with me, we drove off towards Little Brush Creek.
Via Vernal it was a one hour drive.
We made good progress. A glowing afternoon lay on the countryside and I was glad that the air conditioning of Lily’s little Japanese kept her out.
„Do you think we’ll find him?“ she asked into the steady hum of the AC.
So as not to leave her question unanswered, I reacted, although I didn’t see any point in worrying about it now.
„I think so. They all believe in their visions and, if he had one, he will have set out on his journey.“
„You think it’s all in their head, don’t you?“
I shrugged my shoulders.
„No, I don’t think so and I don’t doubt. I am preoccupied with what I can see and touch. And you?“
„I found the old Indian woman very mysterious. Maybe the Indians are more connected because they live closer to nature.“
I waved.
„And closer to breaking the law.“
We reached a small parking lot with a signpost indicating the way to the cave.
„You have reached your destination,“ the GPS sounded.
The path to the entrance of the cave was short. We walked up a gravel path for maybe ten minutes, after which, in a hollow, the entrance to the cave was located. The depression was filled with water about ankle-high.
„Shouldn’t that be dust-dry?“ I thought out loud.
„No,“ Lily explained, „the ice keeps the water up in the mountains in winter. We’re probably lucky that it’s dry enough for us to enter the cave at all.
Together we approached the entrance. I took a quick look inside.
„Pitch-black. Does not seem to be developed for tourists.“
„Probably why Skyler picked it for the drum.“
„And the humidity’s not harmful?“
„I don’t know, Joe. Sometimes you ask too much.“
We took out our smartphones, activated the flashlight, and entered the cave.
It was not made for amateurs. From the ceiling protruded densely, countless stalactites, like the teeth of a predatory fish, and into the narrow rock passages were crosswise logs pressed, either carried by the water into the cave and wedged there, or futile attempts to build a wooden construction to support the ceiling.
We made only slow progress. Sections where we could walk upright were followed by sections where we had to crawl on the ground or climb over rocks.
Then the ceiling height changed and we got more space to walk upright. But now, on the ground, there were small pools with stale rainwater in them. Neither Lily’s nor my feet remained dry, but at least we reached a first chamber. Here there was some daylight, which fell through a vertical shaft, from above, into the cave.
„Do you need a break,“ I asked Lily, who was panting no less heavily than I was.
She waved away.
„No, I just want to get out of here quickly.“
„Claustrophobic?“
„A little.“
I could tell by looking at her that it was a little more.
We continued on our way and after three passages that someone had marked with wooden boards as „No Name“, „Bone“ and „Huming“, we reached a large, pitch-black room. The atrium of the cave.
The room was filled with our breathing and the dripping of the walls. I could not tell whether it was 25 or 75 meters in diameter.
„Let’s see where it goes from here.“
I glided over the walls with the light of my smartphone flashlight, looking for the next passageway. Lily followed my example and almost simultaneously our lights crossed over a body lying on the floor and froze.
There was a dead man lying there and he had not been lying there for long.

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09/20 PGF

Der Älteste / The eldest (37)

37.

Die runzlige Alte sah mir forschend in die Augen und ich fürchtete ein wenig, sie wolle mich hypnotisieren.
„Von Skyler weißt du?“
„Ja, er war der Cacique.“
„Richtig. Und von der Trommel?“
„Weiß ich auch. Auch, dass sie mit solchen Zeichen verziert war, wie Ihr sie anfertigt, von denen ich noch in einem anderen Zusammenhang gehört habe.“
Mein letzter Satz machte Velvet aufmerksam.
„Und du weißt vom Ältesten?“
Ich grinste und gab ihr, was sie hören wollte: „Man hat mich gelegentlich versucht, von seiner Existenz zu überzeugen.“
„Aber du glaubst nicht daran?“
„Ich glaube nur, dass Bourbon mit Eis besser schmeckt, als Bourbon ohne.“
Die Augen der Alten funkelten.
„Du bist listig, Joe.“
„Das nehme ich, aus dem Mund, einer so ehrwürdigen Dame, als Kompliment.“
„Das kannst du Joe. Aber es wird dir schwerfallen, mir zu glauben, was ich dir nun sage.“
„Mir fällt es eigentlich nur schwer, drei Tage keinen Whiskey zu trinken, sonst bin ich flexibel.“
Velvet wandte sich Lily zu.
„Ist er immer so?“
Ich sah nicht ihr Gesicht, aber ihre Stimme klang sanft.
„Man ahnt es nicht, aber er kann sehr einfühlsam sein. Er leidet an Kho´s Tod, aber würde das nie zugeben.“
Die alte Medizinfrau nickte zufrieden.
„Da hast du Glück, Joe, das Urteil einer Frau rettet dich, vor dem Urteil einer anderen Frau. Deshalb versuche ich es dir zu erklären. Diese Zeichen“, sie zeigte auf die Tonplättchen, „sehe ich in meinen Träumen.“
„Wie eine Vision?“
„So ist es, diese Zeichen sind Worte in der Sprache des Ältesten. Sie dienen, dass wir einander verstehen.“
„Und das klappt ohne diesen Sud, den mir Butterfly verabreicht hat.“
„Ja, das geht ohne den Trank der Geister.“
„Habt Ihr eine Idee, weshalb man solche Täfelchen in den Mounds vieler Indianerstämme gefunden hat.“
Velvet neigte den Kopf.
„Ist das der andere Zusammenhang von dem du sprachst, Joe?“
„Ja.“
„Wer hat euch davon erzählt?“
„Ein Ethnologe. Ein Bekannter von Lily.“
Deren Nicken bestätigte meine Geschichte.
„Sie dienen den Geistern der Toten, als Hilfe für die Anderswelt. Damit sie mit den Geistern dort, in Kontakt treten können.“
„Im übertragenen Sinn.“
Die Alte schloss die Augen, als träume sie von ihrer Jugend.
„Nein, kein – wie sagt ihr? Kein Hokuspokus. Es gibt ein Leben nach dem Tod. Warum sollte unser Geist, in diesen verfallenden Leibern reifen, wenn sie nicht mehr, als ein Larvenstadium wären?“
Sie wirkte so überzeugt, dass ich nicht wagte, den Gedanken zu hinterfragen.
„Und wer ist der Älteste? Warum kommt der aus seinem Larvenkörper nicht heraus?“
„Weil er nicht von der Erde ist. Er ist ein Hohokam.“
Das hatte ich schon mal gehört. Meine Gedanken rasten. Velvet sprach weiter.
„Die Hohokam sind das Volk des Ältesten. Er blieb zurück, als sie zu den Sternen flogen.“
Das brachte mir die Erinnerung: Die, die spurlos verschwanden.
„Hatte er Mist gebaut?“
Velvet schüttelte ein wenig den Kopf.
„Das wissen wir nicht. Er hat es uns nicht erklärt.“
„Und wo hat er gelebt?“
„In Höhlen. Er lebte lange in anderen Reservaten in Arizona und New Mexiko, aber die Menschen erforschten immer mehr Regionen der Erde, so kam er nach Utah und trat in Kontakt mit unseren Vorfahren. Im letzten Jahrhundert hat er sich überwiegend in den Höhlensystemen von Uintah versteckt.“
„Im Tinpanogos Cave National Monument?“
„Auch da. Der Älteste ist früher, als das Land noch menschenleer war, in der Regenzeit viel gewandert. Aber die Siedler und die Eisenbahn haben ihm und uns, immer mehr Land geraubt.“
„Aber ihr seid mit ihm in Kontakt geblieben?“
„Die Medizinmänner wussten wo er zu finden ist. Während ihren Ritualen, im Kiva, traten sie mit ihm in Kontakt per Flöte, Trommel, Rassel.“
„Und warum hat er euch Rothäute gegen die weißen Eindringlinge nicht verteidigt?“
Velvet betrachtete mich, wie einen Analphabeten der zu lesen versucht.
„Er ist friedvoll. Er versteht unsere Kriege nicht. Ehe ihr kamt, lehrte er uns klüger zu werden, lehrte er uns das Gleichgewicht der Erde. Wir waren nicht weniger gierig, als ihr. Wir jagten Herden von Bisons in enge Canyons und töteten Gruppen von mehr als sechzig Tieren, in dem wir sie über Klippen trieben, wie oben beim Ice Cave Peak, wo Butterflys Zelt stand. Wir töteten mehr, als wir essen konnten, weil wir immer mehr als satt werden wollten. Aber das führte zum Aussterben der Tiere, weil wir alte und junge, trächtige und starke Tiere, auf diese Art töteten. Der Älteste lehrte uns den Anbau von Lebensmittel, den sorgsamen Umgang mit Wasser, das Halten von Tieren, wie Truthähnen. Er lehrte uns, das wir Teil der Erde sind und sie nicht auszehren dürfen.“
Okay, dachte ich, dann weiß ich, von wem Greenpeace abstammt.
„Das hätte er uns vielleicht auch mal raten sollen.“
Velvet sah mich nachdenklich an und etwas tief Wehmütiges lag in ihrer Stimme.
„Wie hätte er das tun sollen? Ihr geht nicht unsere Wege. Ihr glaubt unseren Mythen nicht. Du selbst sagst, du glaubst nur an Whiskey. Wie sollte er euch erreichen?“
„Vielleicht bräuchten wir ein Zeichen?“
Die Alte schüttelte langsam den Kopf.
„Nein, so beginnt es nicht. Es beginnt mit Demut.“
Ich merkte das ich nicht weiter kam.
„Wie auch immer. Und wo ist Butterfly?“
„Auf der Suche nach der Trommel. Er hatte eine Vision über ihren Fundort. Aber er sollte längst zurück sein.“
Ob ich nun an die Vision glaubte oder nicht: Velvet machte sich Sorgen und ich hatte vielleicht einen Hinweis, wo ich die Trommel fand.
„Und wo ist er hin?“
„Zur Little Brush Creek Cave.“

37.

The wrinkled old woman looked me searchingly in the eyes and I feared a little that she wanted to hypnotize me.
„You know about Skyler?“
„Yes, he was the cacique.“
„Right. And the drum?“
„I know that too. Also that it was ornamented with signs like you make, which I heard about in another context.“
My last sentence drew Velvet’s attention.
„And you know about the eldest?“
I grinned and gave her what she wanted to hear: „I have been occasionally tried to convince of his existence.“
„But you don’t believe in it?“
„I only believe that bourbon on the rocks tastes better than bourbon without.“
The old lady’s eyes sparkled.
„You’re sly, Joe.“
„I’ll take that as a compliment, coming from such a dignified lady.“
„You can do it, Joe. But you will find it hard to believe what I am about to tell you.“
„It’s just that I have a hard time not drinking whiskey for three days, or I’m flexible.“
Velvet turned to Lily.
„Is he always like that?“
I did not see her face, but her voice sounded soft.
„You’d never guess, but he can be very sensitive. He suffers from Kho’s death, but would never admit it.“
The old medicine woman nodded contentedly.
„You are lucky, Joe, one woman’s verdict saves you from another woman’s verdict. That is why I am trying to explain it to you. These signs,“ she pointed to the clay tablets, „I see in my dreams.“
„Like a vision?“
„So it is, these signs are words in the language of the elder. They serve to make us understand one another.“
„And that works without this brew that Butterfly gave me.“
„Yes, it works without the potion of the spirits.“
„Have you any idea why such tablets have been found in the mounts of many Indian tribes?“
Velvet bowed his head.
„Is that the other connection you were talking about, Joe?“
„Yes.“
„Who told you about that?“
„An ethnologist. A friend of Lily’s.“
Their nods confirmed my story.
„They serve the spirits of the dead as an aid to the other world. so they can contact the spirits there.“
„Figuratively speaking.“
The old woman closed her eyes as if dreaming of her youth.
„No, not – how do you say? No hocus-pocus. There is life after death. Why should our minds mature in these decaying bodies if they were nothing more than a larval stage?“
She seemed so convinced, I didn’t dare question the idea.
„And who is the eldest? Why doesn’t he come out of his larval body?“
„Because he is not from Earth. He is a Hohokam.“
I’d heard that before. My mind was racing. Velvet kept talking.
„The Hohokam are the people of the eldest. He stayed behind as they flew to the stars.“
That brought me back to the memory: Those who vanished without a trace.
„Did he screw up?“
Velvet shook her head a little.
„We don’t know. He didn’t explain it to us.“
„And where did he live?“
„In caves. He lived in other reservations in Arizona and New Mexico for a long time, but people explored more and more regions of the earth, so he came to Utah and got in contact with our ancestors. In the last century, he hid mostly in the cave systems of Uintah.“
„At Tinpanogos Cave National Monument?“
„Also there. The oldest one used to hike a lot during the rainy season when the country was deserted. But the settlers and the railroad robbed him and us, more and more land.“
„But you have kept in touch with him?“
„The medicine men knew where to find him. During their rituals, in the kiva, they made contact with him by flute, drum, rattle.“
„And why didn’t he defend you redskins against the white invaders?“
Velvet looked at me like an illiterate man trying to read.
„He is peaceful. He does not understand our wars. Before you came, he taught us to be wiser, he taught us the balance of the earth. We were no less greedy than you. We hunted herds of bison into narrow canyons and killed groups of more than sixty animals by driving them over cliffs, like at the top of Ice Cave Peak, where Butterfly’s tent stood. We killed more than we could eat, because we always wanted to be more than satisfied. But this led to the extinction of the animals, because we killed old and young, pregnant and strong animals, in this way. The eldest taught us how to grow food, how to handle water carefully, how to keep animals like turkeys. He taught us that we are part of the earth and that we must not consume it.“
Okay, I thought, Then I know where Greenpeace came from.
„Maybe he should have told us that.“
Velvet looked at me thoughtfully and there was something deeply wistful in her voice.
„How could he have done that? You don’t go our way. You don’t believe our myths. You yourself say you only believe in whiskey. How could he reach you?“
„Perhaps we needed a sign.“
The old woman shook her head slowly.
„No, it doesn’t start that way. It begins with humility.“
I realized that I was getting nowhere.
„Anyway. And where’s Butterfly?“
„Looking for the drum. He had a vision about where she could be found. But he should have been back by now.“
Whether I believed in the vision or not, Velvet was worried and I might have had a clue where to find the drum.
„And where did he go?“
„To Little Brush Creek Cave.“

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Note: Subsequent corrections in inverse front

09/20 PGF

Der Älteste / The eldest (36)

36.

Die Männer nahmen uns mit. Zu Fuß liefen wir durch den nördlichen Teil von Neola, der dünner besiedelt war, als der Rest des Dorfes.
„Hast du eine Ahnung, was mich auf dem Dach angegriffen hat?“ Wollte Lily wissen.
„Batman.“
„Hä?“
„Bulldoggfledermäuse. Harmlos, aber nur begrenzt angenehm, wenn man im Dunkeln auf eine Kolonie trifft.“
„Das war echt gruselig.“
„Ich war auf dem Weg.“
„Ja, in Filmen rettet ihr die Frauen, in Wahrheit retten wir euch.“
Da gab es nichts zum Widersprechen.
Wir erreichten eine kleine Hütte, vor der auf einer Bank, eine alte Indianerin saß und aus Ton kleine Plättchen formte, in die sie, mit einer Nadel, Ornamente ritzte. Einige lagen, zum Trocknen, vor ihr, auf einem niederen Tisch.
Sie sah auf, als wir näherkamen und schüttelte den Kopf.
„Was habt ihr gemacht?“ Rief sie in jenem Ton, in dem Gott, Kain vermutlich nach Abel befragt hatte.
„Die sind in Skylers Haus eingedrungen.“ Verteidigte einer der Männer sich und die anderen.
Die Indianerin stand auf, das schien ihr Schmerzen und Mühe zu bereiten, hielt sie aber nicht davon ab.
Wir traten vor die Frau.
„Missus“, begann ich meine, auf dem Weg vorbereitete Erklärung, die ich mich entschieden hatte, jedem zu erzählen, dem man uns vorstellen würde.
Die kleinwüchsige Alte ignorierte mich und betrachtete Lily.
„Miss, wenn Sie mir erzählen würden, was geschehen ist. Ich denke, die Männer hatten ihre Chance zu reden.“
Lil´ machte einen Schritt auf die alte Dame zu.
„Das ist sehr freundlich, Curandera. Wir kamen ohne böse Absicht.“
Die Alte lächelte und ihre Augen verschwanden fast in den Falten, um ihre Lider.
„Das glaube ich, mein Mädchen. Komm setz´ dich.“
Lily und die Alte setzten sich auf die Bank.
„Joe, mein Freund, war befreundet mit Kho, Skylers Neffe.“
„Ich kannte Kho, ein guter Junge. Auch, wenn er unseren Weg verließ und den der Weißen wählte.“
„Dass Kholaya ein toller Mensch war, sagt Joe auch. Deshalb wollen wir herausfinden, weshalb er ermordet wurde.“
„Und diese Sturköpfe verstehen nicht, dass niemand geholfen ist, wenn man euch nicht hilft?“
Velvet zeigte auf die sechs Indianer, die in das Haus gestürmt waren.
„Nun, wir kamen nicht sehr weit, beim Versuch miteinander zu reden.“
„Dann stell mir deine Fragen. Und ihr könnt gehen. Trinkt mit dem Weißen ein Bier, wenn ihr wollt.“
Ich holte eben Luft, um darauf zu bestehen, dass ich alles hören müsse, als Lily das übernahm. Etwas beschämt erinnerte ich mich, wie ich zugelassen hatte, dass Butterfly sie wegschickte.
„Es wäre gut, wenn Joe bleibt. Ich kenne nicht alle Zusammenhänge. Ich kannte Kho nicht. Das ich hier bin, hat nur damit zu tun, dass ich mich für die Geschichte der Indianer, in der Region interessiere.“
„Deshalb wusstest du, dass ich die Curandera bin?“
Lily errötet. Sie wollte immer gerne alles wissen, aber ihr lag nicht daran, dafür im Mittelpunkt zu stehen.
„Ja, ich dachte es mir, weil man uns zu euch gebracht hat, nachdem Butterfly verschwunden ist.“
Die Alte wirkte bedrückt.
„Dafür gäbe es eigentlich eine Erklärung, aber er ist zu lange weg und das macht mir Sorge.“
Sie sah zu den Indianern.
„Also verschwindet. Passt weiter auf Skylers Haus auf, aber verprügelt mir niemand mehr.“
„Ja, Missus“, stimmten die Männer zu und gingen davon.
Die Alte nahm mich in den Blick.
„Dann erzähl mir mal Joe, was dich interessiert?“
Ich sah auf die Tonplättchen vor ihr und dachte an das, was Michael uns beim Wasserfall erzählt hatte.
„Was bedeuten diese Zeichen, die ihr da hinein ritzt?“

09/20 PGF

36.

The men took us with them. On foot we walked through the northern part of Neola, which was less populated than the rest of the village.
„Do you have any idea what attacked me on the roof?“ Lily wanted to know.
„Batman.“
„Huh?“
„Bulldog bats. Harmless, but limited comfort when met in the dark.“
„That was really creepy.“
„I was on my way.“
„Yeah, in movies you save women, but in reality we save you.“
There was nothing to contradict.
We reached a small hut where an old Indian woman sat on a bench and made little plates out of clay, into which she carved ornaments with a needle. Some of them lay in front of her on a low table to dry.
She looked up as we came closer and shook her head.
„What have you done?“ She cried out in the same tone in which God had probably asked Cain about Abel.
„They have entered Skyler’s house.“ One of the men defended himself and the others.
The Indian woman stood up, which seemed to cause her pain and trouble, but did not stop her.
We stepped in front of the woman.
„Missus,“ I began my statement prepared on the way, which I had decided to tell anyone we would be introduced to.
The little old lady ignored me and looked at Lily.
„Miss, if you would tell me what happened. I think the men had their chance to talk.“
Lil‘ took a step toward the old lady.
„That’s very kind of you, Curandera. We came without ill intent.“
The old lady smiled and her eyes almost disappeared in the folds around her eyelids.
„I believe so, my girl. Come sit down.“
Lily and the old woman sat down on the bench.
„Joe, my friend, was friends with Kho, Skyler’s nephew.“
„I knew Kho, a good boy. Even though he left our path and chose the white man’s.“
„Joe also says that Kholaya was a great man. That’s why we’re trying to find out why he was murdered.“
„And these stubborn men do not understand that no one is helped if you are not helped?“
Velvet pointed to the six Indians who stormed into the house.
„Well, we didn’t get very far trying to talk to each other.“
„Then ask me your questions. And you can go. Have a beer with the white man if you want.“
I just took a breath to insist that I had to hear everything when Lily took over. Somewhat embarrassed, I remembered how I had let Butterfly send her away.
„I think it would be good if Joe stayed. I do not know all the contexts. I did not know Kho. My being here has only to do with my interest in the history of the Indians in the region.“
„Is that how you knew I was the Curandera?“
Lily is blushing. She always wanted to know everything, but she didn’t want to be the center of attention.
„Yes, I thought so, because we were brought to you after Butterfly disappeared.“
The old lady seemed depressed.
„There’s actually an explanation for this, but he’s been gone too long and that worries me.“
She looked at the Indians.
„So go away. Keep watching Skyler’s house, but don’t beat anyone up.
„Yes, missus,“ the men agreed and walked away.
The old woman looked at me.
„So tell me, Joe, what’s your interest?“
I looked at the clay tiles in front of her and thought of what Michael had told us at the waterfall.
„What do those marks mean that you’re carving into it?“

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09/20 PGF

Der Älteste / The eldest (35)

35.

Noch ehe mich Lilys Schrei aufschreckte, versetzten mich die Schritte mehrere Schuhe, draußen auf dem Balkon, in Alarmbereitschaft.
Ich hatte keine Zeit mehr nachzusehen, was mit Lily war, denn im nächsten Moment wurde die Eingangstür aufgestoßen und ein halbes Dutzend Indianer drängte in den Raum.
„Das muss der Kerl sein, von dem Butterfly gesprochen hat.“ Meinte einer der Männer finster.
Ich hoffte, damit war Brendan gemeint und nicht ich.
„Hört mal Jungs, können wir reden, meine Lady.“
Weiter kam ich nicht.
Die drei kräftigsten Indianer stürzten sich auf mich und rangen mich zu Boden. Über mir schrie Lily: „Joe! Joe! Scheiße hilf mir!“
Aber ein kurzer Schwinger traf mich am Kinn und nahm mir die Redseligkeit.
Ich hörte, wie jemand an der Leiter rüttelte.
„He! Wer ist da oben?“
Ich hörte Lily.
„Helfen Sie mir lieber, ich sehe nichts. Außerdem sind hier überall Vögel.“
Das schien mir unrealistisch, aber ein Tritt in den Magen verhinderte, dass ich mich damit weiter beschäftigte.
Irgendjemand sagte:
„Lasst mal den Mann. Butterfly hat nichts von einer Frau erzählt.“
Sie hielten mich für Brendan, dachte ich beruhigt.
Wurde aber von den nächsten Stiefeltritten überzeugt, dass es aktuell keinen Anlass zur Beruhigung gab.
Plötzlich hörte ich Lily. Sie musste den Weg zur Dachluke gefunden haben.
Sie schrie: „He! Was macht ihr da? Geht runter von ihm! Sofort!“
Vermutlich war es irgendeine kindliche Konditionierung auf das Machtwort der Mutter, aber die Drei ließen von mir ab.
Also: sie knieten noch immer, mit gefühlt 18 Beinen, auf mir, aber sie schlugen und traten nicht mehr.
„Runter!“ Schrie Lily noch einmal.
Einer der Indianer, die nicht auf mir saßen, sagte ruhig: „Das werden wir, Miss. Wenn Sie uns erklären, was Sie im Haus unseres toten Freundes tun.“
„Nach der Ursache für seinen Tod suchen. Sie verprügeln gerade den besten Freund seines Neffen Kho.“
„Ich sagte doch, dass ist er nicht.“ Beschwerte sich einer der Männer über mir.
Langsam ließ der Druck auf mich nach. Ich fühlte mich, wie jemand der in einer Höhle verschüttet wurde und langsam erste Strahlen Tageslicht sieht, während die Brocken von ihm gehoben werden.
„Helft ihm hoch.“ Sagte der Indianer der mit Lily sprach.
„Und was wollten Sie auf dem Dachboden suchen?“
„Etwas was uns hilft, die Trommel zu finden.“
Die Indianer reagierten geschockt, als hätte sie gesagt, den Dildo eurer Großmutter finden. Sie sprachen wild durcheinander: „Woher weiß sie?“ „Davon sollte sie nicht wissen.“ „So geht alles verloren.“
Ich rappelte mich hoch.
„Jungs“, ich wischte mir mit dem Handrücken Blut von der Unterlippe, „wir sollten vielleicht Butterfly dazu rufen, um ein paar Sachen zu klären.“
Die Indianer verstummten und sahen sich nach einer Einigung suchend an.
„Der ist verschwunden“, meinte schließlich einer von ihnen.
„Verschwunden?“ Ich war nicht weniger überrascht.
„Ja, sein Platz ist geleert, sein Zelt verschwunden.“
Nicht so gut, dachte ich.
„Das würde ich mir gerne ansehen.“
„Nein“, widersprach der Rädelsführer. „Ihr kommt mir uns. Wir sprechen mit Velvet, dann sehen wir weiter.“
Ich drehte den Kopf zu Lily. Die zuckte mit den Schultern, als wollte sie sagen: „Lass sie halt machen.“
Ich wandte mich den Indianern zu.
„Wir ihr meint Jungs.“

09/20 PGF

35.

Even before Lily’s scream startled me, the steps of several shoes, outside on the balcony, put me on alert.
I didn’t have time to check on Lily, because the next moment the front door was pushed open and half a dozen Natives pushed into the room.
„That must be the guy Butterfly was talking about.“ Said one of the men sincerely.
I hoped it was Brendan, not me.
„Listen, boys, can we talk, my lady.“
That was as far as I got.
The three strongest Natives jumped me and wrestled me to the ground. Lily above me screamed, „Joe! Joe! Joe! Shit help me!“
But a short swinger hit me in the chin and took away my loquacity.
I heard someone jiggling the ladder.
„Hey! Who’s up there?“
I heard Lily.
„You better help me. I can’t see. Besides, there’s birds all over the place.“
It seemed unrealistic, but a kick in my stomach prevented me from dealing with it further.
Someone said:
„Let the man alone. Butterfly never said anything about a woman.“
They thought I was Brendan, I thought, so I reassured them.
But was convinced by the next boot kicks that there was currently no reason to calm down.
Suddenly I heard Lily. She must have found the way to the skylight.
She screamed: „Hey! What are you doing? Get off him! Now!“
It was probably some kind of childish conditioning to the mother’s word of command, but the three of them let go of me.
So, they were still kneeling on me with what felt like 18 legs, but they were not kicking and punching anymore.
„Get down!“ Lily screamed again.
One of the Indians who was not sitting on me said calmly, „We will, miss. If you explain to us what you’re doing in our dead friend’s house.“
„Looking for the cause of his death. You’re beating up his nephew Kho’s best friend.“
„I told you he’s not.“ One of the men complained.
Slowly, the pressure on me eased. I felt like someone who was buried in a cave and slowly saw the first rays of daylight as the chunks were lifted from him.
„Help him up.“ Said the Indian who spoke to Lily.
„And what were you doing in the attic?“
„Something to help us find the drum.“
The Indian reacted with shock, as if she had said, „Find your grandmother’s dildo.“ They talked wildly, „How does she know?“ „She shouldn’t know.“ „That’s how everything gets lost.“
I pulled myself up.
„Boys“, I wiped blood off my lower lip with the back of my hand, „maybe we should call Butterfly to come up and sort some things out.“
The Indians fell silent and looked at each other looking for a settlement.
„He’s disappeared,“ one of them finally said.
„Disappeared?“ I was no less surprised.
„Yes, his place is empty, his tent is gone.“
Not so well, I thought.
„I’d like to have a look at that.“
„No“, the ringleader objected. „You come with us. We’ll talk to Velvet, then we’ll see.“
I turned my head to Lily. She shrugged her shoulders as if to say, „Well, what else should we do?“
I turned to the Indians.
„As you prefer boys.“

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09/20 PGF