Over and out

Damit alles einen geordneten Übergang hat, bereits heute die Ankündigung, dass mit „Ruby“, meine bisherige Art des Bloggens endet.
Es ist zu mühsam, das muss ich mir einfach eingestehen.

Hier, wie auch, in meinem Erwerbsberuf, erlebe ich permanente Anstrengung, die nicht im Verhältnis zur Anerkennung steht.
Um das gleich zu sagen: Die Anerkennung die ich hier finde, ist mir Gold wert. Aber es gibt auch andere Wege im Kontakt zu bleiben. Dazu mehr, etwas weiter unten.

Im Gesundheitswesen zu arbeiten, ist aktuell ein Knochenjob und es macht sich keiner ein Bild, wie die Politik, auch während und nach Corona, das System und die darin Arbeitenden weiter ruiniert.
Wenn man daneben, noch etwas anderes ambitioniert betreiben will, muss das Erfolgserlebnis die Chance bieten, irgendwann das eine für das andere aufgeben zu können.
Das sehe ich hier, auf wordpress nicht. Hier sehe ich eher (wenn ich Besucher und Likes ins Verhältnis setze), dass es dem ein oder anderen schon zu viel ist, nur ein Like-Knöpfchen zu drücken.
Ich bin, ein bisschen, am Ende meiner Verschenkkultur.

Deshalb werde ich nach „Ruby“ – die Geschichte erzähle ich sehr gerne noch hier zu Ende – keine weiteren Geschichten mehr hier posten oder den Blog regelmäßig betreiben.

Für die, die aktuell der Geschichte folgen und mit denen ich auch sonst im guten Austausch stehe, biete ich an, künftige Geschichten per Mail zu verschicken. Nimmt zwar den abendlichen Cliffhanger-Spaß 😉 aber dann kann jeder im eigenen Tempo lesen.
Ich werde dazu, jeweils einen Info-Beitrag posten, ob eine Veröffentlichung ansteht oder ob es eine Kurzgeschichte, als PDF (kostenfrei – ich liebe eigentlich die Geschenkkultur) neu zu haben gibt.

Die Ankündigung erfolgt auch deshalb jetzt, weil es gerade extrem viel zu tun gibt und ich die tägliche Veröffentlichung nicht stressfrei organisieren kann. Ich werde mich, neben der Arbeit im Erwerbsberuf, in erster Linie, in den nächsten Tagen „Äquinoktium“ widmen, das frisch aus dem Korrektorat zurück ist, damit die Veröffentlichung Ende des Monats starten kann.
Nebenher schreibe und veröffentliche ich „Ruby“, in passenden Abständen.

Dieser Schritt hat weniger mit der Unzufriedenheit, mit dem Bloggen zu tun, als mit der unglaublichen Belastung, die durch die mangelhafte Corona-Politik, im Gesundheitssystem entstanden ist. Mehr will ich gar nicht dazu schreiben, die Gräben sind tief genug, zwischen Impf-Dogmatikern und Nicht-Impf-Dogmatikern. Ich mag sie beide nicht!

Bei diesem Beitrag freue ich mich, wenn er nicht geliked wird. Aber fühlt euch frei zu kommentieren.

Habt einen schönen Abend!

PGF

Ruby (3)

3.
Da lag er.
Ich ließ die Pizzatasche fallen, die keinen durchfetteten Pizzakarton enthielt, an dessen Deckel der Pizzakäse klebte, sondern Gleitcreme, zwei Dildos für mich, einen zum Umschnallen, Kondome und Handschellen für den Herren – fesseln ließ ich mich, in fremden Wohnungen nicht.
Er sah nicht gut aus. Also jetzt. Wenn man sich das Blut, den verzerrten Gesichtsausdruck und das, was ich als Hirnmasse definierte, wegdachte, war er vermutlich attraktiv gewesen.
Er sah irgendwie überrascht aus, als wollte sein Gesicht sagen: Ja, schau mal an, damit habe ich nicht gerechnet.
Ich auch nicht, dachte ich und betrachtete den Toten einen Moment. Ja, schade, dass ich zu spät gekommen war, dem hätte ich Rabatt gegeben.
Ich überlegte was ich jetzt machen sollte: Handy zücken und die Polizei rufen?
»Ja, ja er wollte Sex mit einer Pizzabotin. Ermordet? Nein, er war schon tot als ich kam. Ob er mich nicht bezahlt hat? Soweit –«.
Ah! Das konnte kritisch werden.
Ich entschied mich zu gehen. Auch, wenn mich das, falls ich bemerkt wurde, mehr belastete. Aber es gab die Chance, unbemerkt aus der Sache rauszukommen.
Ich war durchaus für Gerechtigkeit. Ich hatte, ein, zwei Jahre zuvor überlegt, ob ich nicht vielleicht Polizistin werden sollte: man dient und hat auch eine gewissen Macht, aber der Verdienst war erbärmlich und für meine Lust wäre wenig rausgekommen.
Ich sah auf den Boden, auf dem verstreut meine Sextoys lagen. Lauter Spuren, dachte ich entsetzt. Zum Glück sind die alle noch sauber, sonst hätte ich eine genitale Super-DNA-Probe hinterlassen.
Es war Zeit meine Sache zu schnappen und zu gehen. Es konnte jederzeit jemand kommen – oder nicht? Wer sich eine Hure bestellte, achtete meist darauf, keinen direkten Anschlusstermin zu haben. Wahrscheinlich hatte ich Zeit. Ein bisschen zumindest. Wie lange hatte er mich gebucht? Eine Stunde, meinte ich.
Egal.
Ich bückte mich und nahm aus der umgefallenen Tasche ein paar Einmal-Handschuhe, die ich verwendete, wenn ein Kunde, seiner Prostata Freude bereiten wollte.
Ich zog die Handschuhe an und sammelte meine Werkzeuge ein. Akribisch darauf achtend, dass auf dem Boden, zum Glück ein glattes Laminat, nichts zurückblieb.
Hatte ich weitere Spuren zu verwischen? Was hatte ich berührt?
Die Türen, als ich sie aufschob. Mit der Kleinfingerseite.
Okay, die musste ich abwischen. Feuchttücher hatte ich.
Sonst was?
Hatte mich jemand gesehen?
Ich erinnerte mich nicht. Es wäre auch zu doof gewesen, wenn ein Zeuge aussagen würde: »Ach ja: so eine komische Pizzabotin, die war zu der Zeit hier.«
Zum Glück hatte ich eine Kappe auf, unter der ich meine langen Haare versteckte.
Okay, damit war eigentlich alles bedacht, außer der Tür, die aus dem Wohnzimmer, zu einem weiteren Raum führte! In dem der Mörder sich verstecken konnte: Hau besser sofort ab!
Oder: In dem der Grund, für den Mord versteckt sein konnte. Das wäre natürlich interessant zu wissen.
In dem irgendetwas sein mochte, was diesen ganzen Schlamassel hier erklärte. Wäre gut zu wissen, um die weiteren Schritte einzuschätzen.
Die Tür stand, einen Spalt, verführerisch offen, wie die Beine einer Frau, der ein Mann gefällt.

10/21 PGF

Ruby (2)

2.

Ich suchte den Namen zwischen den etwa 20 Klingelschildern des Mietshauses und drückte die Taste, als ich ihn fand.
Ich wartete.
Der Buzzer brummte nicht.
Ich drückte gegen die Tür und sie sprang auf.
Okay, mutig, wer in Berlin-Gesundbrunnen seine Ausgangstür nicht absperrt. Aber vielleicht gab es einfach, bei keinem der Bewohner, etwas zu holen.
Mir konnte es recht sein, wenn mich in der Wohnung niemand hörte, kam ich wenigstens ins Haus.
Ich rückte mein Dress zu Recht und sah an mir herunter, ob alles gut verpackt war.
Wie beim Essen, isst auch beim Sex, das Auge mit, wobei damit nicht gesagt ist, was dem Auge gefällt. Die Geschmäcker der Männer gehen da weiter auseinander, als Standard-blond und Standard-schlank vermuten lassen.
Ich kenne meine Vorzüge und Schwächen gut und verpacke sie entsprechend. Meine Brüste zum Beispiel sind recht klein, aber schön. Also symmetrisch, fest und passen zu meiner Schulterpartie. Am meisten stehen die Männer auf meinen Hintern, weil er knackig und rund, wie ein frischer Apfel ist und die Haut schön glatt. Wechselduschen und viel Sex, empfehle ich, damit er sich so entwickelt.
Mit meiner Pizza-Tasche in der Hand, betrat ich das Haus. In der Tasche, die aussah, wie die Thermoboxen, mit denen man sein geliefertes Essen bekommt, war natürlich etwas anderes, als Essen, aber das sollte den Kick, beim »Ihre Lieferung« erhöhen.
Ich ging das dunkle Treppenhaus hinauf, bis in den 2. Stock. Ich war froh, dass die Namensschilder an den Klingeln neu ausgesehen hatten und im Haus, vor einigen Wohnungstüren, Kinderwagen standen, sonst wäre ich vermutlich umgedreht, weil das Haus ansonsten wirkte, als stünde es, über alle Etagen, leer.
Ich erreichte die Wohnung, die mir der Kunde per Mail mitgeteilt hatte: »Stockholmer Straße, 2. Etage, Wohnung 4« und wollte eben klingeln, als ich sah, dass die Wohnungstür, einen Spalt offenstand.
Ich merkte, wie sich langsam Unbehagen einstellte, obwohl ich es gewohnt war, mich auf fragliche Verabredungen einzustellen. Als Sexworkerin war ich gewissermaßen auch Löwenbändigerin und, wenn der Kunde auf dumme Gedanken kam, war es wichtig, nicht auf kleines Mäuschen zu machen, sondern die Peitsche knallen zu lassen. Ich hatte deshalb extra einen Kurs in Selbstverteidigung für Frauen besucht. Ich meine es hätte sich »Krav Maga« genannt.
»Sei schnell und brutal.« Hatte uns der Lehrer eingebläut.
Das nahm ich mir vor.
»Ihre heiße Pizza!« Rief ich.
Stille.
Ich schob die Tür auf.
Im Flur, ein kleines Quadrat, dass in drei Räume führte, vermutlich Bad, Küche und Wohnzimmer, an dass sich, wie ich annahm, das Schlafzimmer anschloss, herrschte ein muffiger Geruch nach nassen Socken und alten Schuhen.
Der sollte mal lüften, dachte ich und: den muss ich bestimmt zum Duschen schicken.
Ich nahm die Tür gerade aus, die mir am ehesten in den Wohnbereich zu führen schien. Etwas an der Tür, ich kann nicht sagen was, verriet mir das.
Ich hoffte, er hatte ein Wohn- und ein Schlafzimmer. Es gab keinen schlechteren Sex, als auf einem Bettsofa. Danach hatte ich meistens Rückenschmerzen.
Ich klopfte an die nächste Tür, schob sie auf und sagte, um im Thema zu bleiben: »Die Pizza, heiß und feucht.«
Keine Antwort.
Ich betrat das Wohnzimmer.
Es war erfreulich hell, mit großen Fenstern und Bücherregalen, die alle Wände füllten. In der Mitte stand eine Sofa-Landschaft mit Sessel, um einen Tisch gruppiert.
Wie ich erhoffte hatte, zweigte, aus dem Raum, eine Tür, zu einem weiteren Raum ab. Aber so weit kam ich gar nicht.
Als ich um die Sofaecke schaute, entdeckte ich meinen Freier.

10/21 PGF

Ruby (1)

1.

Ich machte ausschließlich Hausbesuche. Das war etwas ungewöhnlich in meiner Branche, weil tendenziell eher gefährlich. Aber ich sah zwischen mir und der Fußpflegerin oder dem Physiotherapeuten, der das macht, keinen großen Unterschied.
Kunde ist Kunde, war mein Credo und abenteuerlustig war ich schon als Kind. So dass der knifflige Punkt: erwartet mich ein Freier oder Psychopath, für mich, einen besonderen Kitzel darstellte, den ich tatsächlich genoss.
Für die Arbeit als Sexworkerin hatte ich mich aus mehreren Gründen entschieden: Lust am Dienen (ich mache Menschen gerne glücklich), Lust an der Macht (Man hat die meisten Männer, durch nichts mehr in der Hand, als dem Wissen, wie sie zu befriedigen sind), Lust an der Lust (tatsächlich erregt es mich, jemand zu erregen – außer derjenige hat eine Glatze, Glatzen törnen mich ab). Und 160,- € die Stunde, wodurch ich ab Mittwoch bereits Wochenende hatte. Das war cool: ich liebe Wochenende.
An diesem Tag hatte ich einen Termin in der Stockholmer-Straße in Gesundbrunnen.
Ich war vor vier Jahren von Glasgow nach Berlin gekommen, weil ich wusste, was ich werden wollte: Sexworkerin! Berlin schien mir dafür perfekt geeignet: viele Politiker, viele Unternehmer, Kongresse, Big Business und mehr. So flott und einfach, wie ich dachte, war es nicht geworden, aber ich hatte ein gutes Auskommen und einen gut gebuchten Terminkalender.
Für die Verabredung, an diesem Tag, trug ich eine recht amüsante Kleidung: ein kurzes grünes Röckchen, ein weißes T-Shirt mit roter Aufschrift »Toni´s Pizza, die schärfste der Stadt«.
Ich brachte natürlich keine Pizza und es gab auch keinen Toni, aber für unser Rollenspiel, gehörte das zur Ausrüstung.
Der Mann, den ich besuchte, war ein neuer Kunde.
Bei neuen Kunden war die Spannung doppelt so groß, weil ich immer damit rechnete, es könnte der Traummann sein, aber nie ausschließen konnte, dass es ein fetter, ungeduschter, alter Mann war, der nach Fußschweiß roch.
In meiner Kontaktanzeige stand zwar »gepflegtes Äußeres vorausgesetzt«, aber das schienen einige Männer zu überlesen.
In der »Plumpe« war die Lage nicht so, dass ich damit rechnen konnte, in einer Villa empfangen zu werden. Aber die Stockholmer Straße bot, auch, wenn das meiste Mietskasernen waren, noch ein paar gepflegte Gebäude, sodass ich darauf hoffen konnte, dass der Kunde mir meine Dienste zahlen und nicht erst zum Duschen musste, ehe ich ihn verwöhnte.
Ich parkte meinen roten Corsa, auf dem nächsten freien Parkplatz, in der Nähe der Hausnummer, zu der ich musste und kontrollierte im Rückspiegel, meine Schminke: dezent, und meine Vorzüge hervorhebend. Nicht nuttig, sondern stilvoll. Nur Frauen, die Männer etwas versprechen, was sie nicht halten können, schminken sich nuttig.
Es war gut, dass ich nicht weit zu Fuß hatte, denn als nicht-Pizza-Botin, war es doof auf der Straße nach einer Bestellung angesprochen zu werden.
»Ach, wenn ich Sie gerade sehe, könnten Sie noch eine Pizza-Salami in die blablabla Straße X bringen. Ich bin Zuhause bis Sie da sind.«
»Ich liefere keine Pizza.«
»Aber Sie sind doch Pizza-Botin.«
»Nicht in echt.«
War einfach ein doofer Dialog.
Der war zu vermeiden, wenn ich kaum mehr als 20 Meter zu gehen hatte. Außerdem kam heute die Uhrzeit dazu: Wer bestellte an einem Novembernachmittag um Vier, schon eine Pizza?

10/21 PGF

Nicht gesprächig

Wenn ich es ganz kritisch betrachte, habe ich aktuell nicht viel zu sagen. Oder – und das trifft es etwas genauer, ich möchte es nicht öffentlich tun. Man kann auch, im Sinn, von Hesse, sagen, ich bekomme das Sinnbild nicht hin, das Allgemeingültige und würde nur beim Abbild meiner Wirklichkeit landen.
Das braucht die Welt nicht, da hat jeder genug mit sich selbst zu tun.

Wenn es überhaupt irgendwie gelingen soll, dann brauche ich Zeit. Da reichen keine Verse – „Ich lege mein Herz, ins bunte Laub, um von seinen Farben zu trinken …“ blablabla – und auch keine Spruchweisheit: „Jeder Tag, ein neues Geschenk, nutze ihn.“

Wenn es etwas werden soll, mit dem Mitteilen, dann nur in Form einer Geschichte: dann muss ich ausholen, muss meine Punkte sorgsam aneinanderreihen, damit sie Sinn ergeben. Ich brauche, keinen Widerspruch, keine konstruktive Kritik und keinen halbgaren Zuspruch, sondern Ohren, die hören und Augen, die konzentriert den Zeilen folgen. Die, wenn sie am Ende sind, wortlos und enttäuscht, gerne, das Vernommene bei Seite legen – oder auch nicht.

Vermutlich ist der Titel deshalb falsch. Ich bin nicht geschwätzig, gesprächig wäre ich schon. Auf eine sehr anspruchsvolle Weise, wie man es nur in Büchern und Zeilen sein kann, denen niemand folgt, der das nicht möchte. Außer er ahnt ein Glück, einen Gewinn, einen Sinn. Wie jemand der am Meer steht und den Wellen lauscht.

PGF 10/21

XXX von 50

It´s done.

Jep, Korrektur abgeschlossen! Um nicht in Widerspruch, mit früheren Blogbeiträgen zu geraten hier der diskrete Hinweis, dass dies nicht aus Ehrgeiz, sondern aus schnöder Neugier geschah.
Denn ich wollte wissen, wie die Geschichte endet.

Dass ich sie selbst geschrieben habe? Ändert nichts. Wenn ein Skript ein Jahr gelegen hat, ist es, in manchen Aspekten, ein fremder Text geworden. Man erinnert sich nicht an alles. Deshalb ist es, nebenbei bemerkt, gut, Texte liegen und reifen zu lassen. Man liest sie deutlich distanzierter.

Es kann sich trotzdem, um ein schlechtes Manuskript handeln, das voller wirrer Fantasien steckt. Da ja der Beurteiler, die gleichen Schablonen verwendet, wie der Ersteller, aber he! Der aktuelle Beurteiler ist zufrieden 😉

Wo ich ein Problemchen sehe, ist beim Ende. Nicht, dass ich es schlecht oder falsch gestaltet empfinde – ich würde von herausfordernd sprechen. Ihr werdet es mir rückmelden …

Aber ein bisschen dauert es noch. Denn erst kommt das „richtige“ Korrektorat, dann das ganze Layout-Gedönse und dann erst der Spiegel-Bestseller-Rang.

Was man wissen muss ist, es handelt sich erneut, um ein „Krimi-Märchen“, wie ich das Genre freimütig taufen würde. Denn es erzählt von Helden, Legenden und Abenteuern, wie es sonst nur Märchen vermögen.
Nur, dass der Held, dieses Märchens, gerne Whiskey trinkt und statt dem Zauberstab, mit einer 45er wedelt.
Ich fand´s unterhaltsam 🙂

Habt einen schönen Sonntag

PGF

Die Zeit der Gedichte

… scheint vorbei.
So zumindest erscheint es mir, wenn ich zurückblickend betrachte, wie, aus diesem Blog, nach und nach die Verse verschwunden sind.
Irgendwann waren sie weg, waren sie verstockt, verschwiegen, weg gesperrt. Irgendwohin – wo ich keinen Zugriff mehr auf sie habe.
Das ist nicht schlimm.
Alles hat seine Zeit.
Schwer an diesem Gedanken ist, dass auch das was mir jetzt leicht von der Hand geht und gefällt, irgendwann schwindet, rostet und verfällt.
Es ist gut, sich dies nicht allzu bewusst zu machen. Es hemmt nur, macht unglücklich und verdirbt die Freude am unbedachten Spiel, mit was auch immer.
Aber, um die Verse tut es mir manchmal leid, weil Verse auch ein Lebensgefühl sind. Sie beruhen auf einer bestimmten Empfindsamkeit, einem fragilen Glück, einer distanzlosen Sinnlichkeit, die sich unentwegt in die Welt verliebt, ganz blind dafür, ob die Welt sie nicht verlassen wird.
Zuletzt kommt es auf die Verse nicht an: wenn die klingenden Worte ausgehen, kann es auch Farbe sein oder klingender Ton oder Rotkohl im Wok.
Wichtig ist nur, Teil des Schöpferischen zu sein, sich ihm anzuschließen und zu widmen, im Sinn einer tiefen Lebensbejahung.
Oder nicht?

10/21 PGF

26 von 50

Im Ofen knistert bald ein Feuerchen, zu dem ich entspannt meine Beine hochlegen werde, denn ich befinde mich im Pensum.
Nicht im Pensum befinde ich mich, was meine Aktivitäten bei WordPress angeht oder bei der Altersvorsorge oder bei „stürz dich ganz auf eine Sache“ – da nicht.
Ich suche den Ausgleich, nicht das Limit.
Deshalb steht oben, beim Titel, nicht 29 von 50 oder 32 von 50. Wäre drin gewesen, mit: dem Ehrgeiz freien Lauf lassen. Aber die Dinge brauchen ihre Zeit.
Ich sehe zum Fenster hinaus und sehe, wie die Blätter einer hochgewachsenen Birke unruhig im Wind zittern, während hinter ihnen Regen schwere Wolken vorbeiziehen.
Das ist eine gute Zeit für eine Tasse Tee und eine gute Zeit fürs Lesen. Aber auch eine gute Zeit zum Schreiben. Die richtige Geduld, die richtige Einstellung, für einen Text, habe ich zwischen November und Februar, wenn die Welt uns zurück zu uns selbst treibt.
Zeit fürs Feuer und den Ofen und die Stille.

Habt es gut
PGF